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Interview mit Maria Furtwängler

Zurück mit neuem Elan: Maria Furtwängler im neuen "Tatort: Der sanfte Tod".
Foto: NDR / Christine Schroeder

Exklusiv-Interview

Maria Furtwängler: "Meine Pause war Gold wert"

Endlich! Nach zweijähriger "Tatort"-Pause ermittelt Maria Furtwängler (48) wieder als Charlotte Lindholm (So., 7.12., Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts). Und ihr Comeback hat es in sich: Die Kommissarin legt sich nicht nur mit einem mysteriösen "Schweinebaron" (Heino Ferch) an, sondern taucht noch dazu tief ein in die Welt der Mastställe und der Fleischproduktion. Im Gespräch mit HÖRZU verriet Furtwängler, warum sie selbst keine Wurst mehr isst – und weshalb sie schon bald Leni Riefenstahl spielen wird.

HÖRZU: Wie hat Ihr letztes Schnitzel geschmeckt?

Maria Furtwängler: Daran kann ich mich nicht erinnern. Auch vom Wurstverzehr habe ich mich seit den Dreharbeiten zu meiner neuen "Tatort"-Episode "Der sanfte Tod" beinahe gänzlich verabschiedet.

HÖRZU: Dabei ist das Thema Fleischskandale nicht neu, oder?

Maria Furtwängler: Wenn wir eine Nachdenklichkeit anregen, dann ist uns schon viel gelungen. Ich finde es spannend, dass die Qual leidender Tiere oder die schrecklichen Zustände im Masthof in unserer Episode überhaupt nicht gezeigt werden. "Der sanfte Tod" konzentriert sich auf die heitere Seite, an die unsere Gesellschaft gewöhnt ist – etwa an Rehe in der freien Natur, Reklame für Knackwürstchen und hübsche Wiesen. Wir führen die Zuschauer dorthin, wo sie sich auch sonst wohlfühlen. Letzten Endes wollen wir Verbraucher unser Würstchen unbehelligt genießen.

HÖRZU: Wie stellen Sie sicher, dass Sie nur gutes Fleisch essen?

Maria Furtwängler: Weil ich mir diese Frage leider selbst nicht beantworten kann, bin ich ein verwirrter Verbraucher. Problematisch ist, dass wir von den Skandalen hören, sie aber wieder vergessen. Trotzdem kann man als Verbraucher einiges tun, etwa indem man seinen Fleischkonsum reduziert – und sich für Fleisch von Tieren entscheidet, die nachweislich ein tierwürdiges Leben hatten.

HÖRZU: Warum gab es Ihre "Tatort"-Pause?

Maria Furtwängler: Aufgrund einer Buchproblematik: Wir sind gescheitert an meinen Erwartungen sowie an den Ansprüchen der Redaktion. Nach dem dritten Anlauf haben wir uns für die Pause entschieden. Letztlich war sie ein Geschenk für mich. Hinter mir lag nicht nur der Tod meines Vaters, sondern auch der meiner sehr geliebten Großmutter. Gleichzeitig stand mein erstes Engagement am Theater vor der Tür. Insofern war die "Tatort"-Pause Gold wert. Doch die nächste Episode ist bereits in Arbeit.

HÖRZU: Wie ist der Stand bezüglich Ihres geplanten Films über das Leben von Leni Riefenstahl?

Maria Furtwängler: Derzeit warten wir auf eine neue Drehbuchfassung. Sollte die ARD zustimmen, kann es bald losgehen. Mein Plan, in diese Rolle zu schlüpfen, wird begleitet von einem Mix aus Freude und Bammel. Leni Riefenstahl ist eine schwierige Figur – bewunderns- und verachtenswert. In eine solche Rolle zu schlüpfen heißt auch, sich ganz eins zu machen mit Riefenstahl. Das kann viele Energien freisetzen. Gute, aber auch herrschsüchtige.

Autor: Mike Powelz