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Münster-Tatort Axel Prahl und Jan Josef Liefers

Das "Tatort"-Team aus Münster: Der Professor für Forensik, Karl-Friedrich Boerne
(Jan Josef Liefers, l) und Hauptkommissar Frank Thiele (Axel Prahl).
Foto: © WDR/Thomas Kost

Geheimpläne des "Tatort" Münster

Liefers und Prahl kommen ins Kino

Axel Prahl und Jan Josef Liefers sind als Münsteraner Ermittler so populär, dass sie bald Kinostars werden sollen. Wann und wie genau? HÖRZU fragt nach.

Der "Tatort" aus Münster macht gern Witze. Aber dieser scheint keiner zu sein: Ein Fall aus dem beschaulichen Städtchen in Westfalen soll ins Kino kommen. Grund ist der grandiose Erfolg des dortigen Ermittlerduos: Pathologe Prof. Karl-Friedrich Boerne alias Jan Josef Liefers (49) und Kommissar Frank Thiel alias Axel Prahl (54). Kommt hinzu die kuriose Mischung aus Krimi und Klamauk, die beim Publikum sofort einschlug.

"Tatort: Münster" als Kinokrimi

Das absolute Zuschauerhoch erreichte der "Tatort: Münster" 2013 mit der Episode "Summ, Summ, Summ": 12,99 Millionen sahen zu. Damit war nach 20 Jahren jener Rekord gebrochen, den im September 1993 der Fall "Um Haus und Hof" mit Manfred Krug und Charles Brauer aufgestellt hatte: 12,83 Millionen Zuschauer. Kein Wunder also, dass der WDR jetzt Großes mit den Münsteranern vorhat und Liefers und Prahl auf die große Leinwand bringen will. Laut Gerüchten arbeiten bereits diverse Autoren am Drehbuch. Konkrete Informationen zum Projekt gab es bislang aber nicht. HÖRZU fragte deshalb nach bei "Tatort"-Verantwortlichen und Insidern.

Jan Josef Liefers ist schon im Kino angekommen – zumindest auf seiner Facebookseite, die mehr als 130000 Fans hat. Dort veröffentlichte er am 9. Mai einige von seinem Fanklub kreierte Kinoplakate, die ihn als Star diverser Blockbuster zeigen: etwa als James-Bond-Kopie in "Reinfall", einer Parodie auf den 007-Hit "Skyfall", oder als Revolverheld in "The Boerne Identity". Unter die Plakate notierte Liefers salopp: "Was wir gern im Kino sehen würden." Ein "Tatort" fehlt in dieser Plakatgalerie zwar (noch), aber die Figur des Prof. Boerne ist schon vertreten. Und kein Zweifel: Liefers würde sie ebenso gern im Kino sehen wie die Fans.

Liefers' Traumdrehbuch

HÖRZU liefert er im Interview schon mal Hinweise auf ein Traumdrehbuch: "Warum nicht mal ein bisschen Fantasy im Münsterland? Das könnte ich mir gut vorstellen. Für Experimente sind wir sicher das geeignetste Team. Vielleicht fallen Thiel und Boerne in ein Zeitloch und ermitteln in einer anderen Epoche? Es gibt Leute, die auf sehr feine, intelligente Weise über Experimente dieser Art nachdenken."

WDR-Intendant Tom Buhrow hat das Kinoprojekt bereits öffentlich befürwortet: Denn beim "Tatort: Münster" handle es sich schließlich um eine echte Marke. Auch "Tatort"-Koordinator Gebhard Henke vom zuständigen WDR sieht im Interview mit HÖRZU sehr gute Chancen für das Projekt. Für Henke ist der "Tatort: Münster" ursächlich dafür verantwortlich, dass die gesamte Reihe seit rund zehn Jahren einen neuen Aufschwung erlebt. Er habe eine Zuschauerstruktur wie sonst nur Spielfilme bei Privatsendern: "Der Kultstatus hat dazu geführt, dass die Münster-Fans vermehrt auch andere 'Tatorte' schauen. Insofern hat Münster einen positiven Abstrahleffekt auf die ganze Reihe. Bei jüngeren Zuschauern und im Internet ist der Münsteraner 'Tatort' auf jeden Fall eine Lokomotive gewesen."

Wann der Kinokrimi in Angriff genommen wird, ist laut Henke noch unklar: "Es gibt schon seit Langem die Idee, das zu realisieren. Auch das Interesse großer Verleiher ist vorhanden, bloß der Zeitpunkt der Umsetzung ist derzeit noch nicht in trockenen Tüchern. Ebenso wie der Stoff."

Käme Liefers' Fantasy-Ansatz überhaupt in Frage? Da gibt Henke sich bedeckt. Nur so viel: "Bei einer Kinoepisode muss es einen inhaltlichen und formalen Mehrwert geben, also mehr Aufwand. Fürs Kino muss man allein deshalb inhaltlich eine Schippe drauflegen, weil die Zuschauer rund acht Euro für eine Karte bezahlen, bevor sie den Film später in der ARD sehen können."

Auf den Spuren von Schimanski

Vorbild bleibt der Kinokrimi "Zahn um Zahn", bei dem Götz George 1985 als Kommissar Horst Schimanski 2,9 Millionen Menschen ins Kino lockte. Regie führte damals "Schimmi"-Miterfinder Hajo Gies. Glaubt er, dass man diesen Erfolg wiederholen kann? Gies: "Die Voraussetzungen sind gegeben, neben dem großen TV-Erfolg stehen die Münsteraner Ermittler in der Tradition von Thanner und Schimanski: Der eine ist ein mürrisches Raubein, der andere ein pedantischer Egozentriker. Der Kinofilm muss aber mehr bieten als ein TV-Krimi: eine außergewöhnliche Story, aufwendige Optik und pointierte Dialoge statt trockener Informationsszenen."

Schimanski, den Gies von "Dirty Harry" und Jean-Paul Belmondo ableitete, sei übrigens von Anfang an fürs Kino konzipiert gewesen: "Doch erst fünf Jahre nach dem TV-Debüt kam es zum Dreh von 'Zahn um Zahn'." Bei den Münsteranern wächst die Idee zum Kinofilm auf dem Gipfel des Erfolgs. Ideale Voraussetzungen.

Autor: Mike Powelz