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Ermittler Juergen Vogel

Die eigenen Kollegen Dankwart (l.) und Yorik führen Blochin (Jürgen Vogel) ab. Foto: © ZDF / Stephan Rabold

Serienexperiment "Blochin"

Jürgen Vogel kommt in den Knast

Die Sommerhitze in Berlin kennt keine Gnade. Selbst nachts. Dabei steht der Ermittler Blochin schon genug unter Druck. Tochter Grille plagen Bauchschmerzen. Und Probleme in der Schule. Frau Inka hat multiple Sklerose. Und Angst vor dem nächsten Arzttermin. Sie ahnt, dass die unheilbare Nervenkrankheit sich ausweitet.

Blochin selbst drücken berufliche Sorgen: Der Polizist, gespielt von Jürgen Vogel, soll gemeinsam mit seinem Chef, seinem Schwager Dominik (Thomas Heinze), den Tod eines Dealers aufklären und wird dabei mit seiner Vergangenheit in der Club- und Drogenszene konfrontiert. Als sich auch noch das BKA einschaltet, bekommt der Fall ungeahnte Dimensionen.

Mehr wird nicht verraten. Es wäre schade um die vielen Überraschungsmomente, die Regisseur Matthias Glasner mit seinem Team geschickt in die neue Thrillerreihe eingestreut hat. Egal, ob es um Blochins geheimnisvolle Geschichte geht oder die unverhofften Auftritte von Stars wie Corinna Harfouch, Alexander Scheer und Samuel Finzi: Mit jeder Szene wird ein Stück zu diesem mysteriösen Großstadtpuzzle hinzugefügt.

Neues Serienexperiment

Bis zum großen Showdown sind es für den Zuschauer nur drei Tage: Das ZDF folgt dem internationalen Trend zur kompakten Serienprogrammierung und zeigt alle fünf Teile von "Blochin" an nur einem Wochenende. Die Thrillerreihe startet am Freitag, 25.9., um 20.15 Uhr. Folgen 2 bis 4 laufen am Samstag, 26.9., ab 20.15 Uhr. Der 5. und letzte Teil ist dann am Sonntag, 27.9., um 20.15 Uhr zu sehen.

Bei Drehstart war noch gar nicht klar, dass Glasner ein neues Serienexperiment starten würde. Doch nachdem ein als Samstagskrimi geplanter 90-Minüter abgedreht war, sah das ZDF darin Potenzial für mehr. Nach dem Vorbild erfolgreicher Serien aus den USA oder Skandinavien eröffnete Glasner für die weiteren Folgen einen sogenannten Writers Room: Mit drei weiteren Autoren recherchierte er tiefer zu Themen wie multiple Sklerose oder Berliner Flughafendesaster, gemeinsam wurden neue Erzählstränge entwickelt, auch für die hervorragend besetzten Nebenfiguren, etwa Blochins Kollegen bei der Mordkommission.

"Wir erzählen in der ersten Staffel neun Handlungsstränge, und irgendwann haben wir angefangen, diese neun Geschichten aufeinandertreffen zu lassen", erklärt Glasner. "Das setzt eine große Energie frei, weil sich dadurch das Verhalten der Figuren massiv ändert. Trotzdem hat sich alles stimmig miteinander verzahnt. Das war enorm befriedigend für uns als Macher."

Glasner zeichnete nicht nur als Autor, sondern auch als Regisseur verantwortlich für die Reihe – wie schon bei anderen Projekten, die er mit seinem Freund Jürgen Vogel umsetzte, etwa dem drastischen Vergewaltigerdrama "Der freie Wille".

Schockierend, freizügig, hautnah

"Blochin" ist mal schockierend, mal freizügig, mitunter realistischer als gedacht: Die Szene, in der sich Blochin eine Madonna auf den Arm stechen lässt, ist etwa echt. "Ich hatte nach dem Dreh des Piloten einen Tattoo-Termin, und wir hätten danach nicht einfach weiterdrehen können", sagt Vogel. "Also waren Matthias und der Kameramann dabei, als mein Tätowierer Mike mir eine Maria stach, ein halbes Jahr vor dem Dreh der weiteren Folgen."

Das ZDF ist für "Blochin" zuversichtlich: Noch vor der Ausstrahlung hat es bei Glasner die Bücher für eine zweite Staffel mit acht Folgen bestellt. Der Writers Room ist wieder eröffnet. Da sich Glasner seit drei Jahren mit "Blochin" beschäftigt, freut er sich jedoch über ein bisschen Abwechslung: Ebenfalls fürs ZDF wird er demnächst "Landgericht" drehen, einen Zweiteiler nach dem preisgekrönten Roman von Ursula Krechel.

Autor: Dirk Oetjen