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Interview mit Meret Becker und Mark Waschke

Neues "Tatort"-Team für Berlin: Meret Becker und Mark Waschke. © rbb/Thomas Ernst

Neues Berliner "Tatort"-Team

Interview mit Meret Becker und Mark Waschke

Drastisches Debüt für die beiden neuen Ermittler an der Spree: Die Studentin Barbara (Danila Linzke) ist auf bestialische Weise ermordet worden: der Bauch aufgeschlitzt, der Kopf abgetrennt. Wer tut so etwas?

Auf der Jagd nach dem Mörder werden die Kommissare Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) im "Tatort: Das Muli" (So., 22.3., 20.15 Uhr, Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts) mit Abgründen der Drogenszene konfrontiert – und geraten auch heftig aneinander. Im HÖRZU-Interview verraten die beiden mehr über ihre Rollen.

HÖRZU: Wie sind die Figuren der neuen Berliner Ermittler angelegt?

Meret Becker: Nina Rubin ist durch und durch Berlinerin, Mutter, sportlich, und sie hat allerhand private Probleme. Außerdem ist sie ständig übermüdet und sehr emotional. Meine Figur bildet aufgrund ihrer Emotionalität einen Gegenpol zu Karow.

Mark Waschke: Robert Karow wirkt überlegen und unkollegial. Außerdem ist er undurchsichtig bis mysteriös. Er hat mehrere Wesenszüge, die sich auf den ersten Blick widersprechen. Anders als bei Nina, die man in ihrem Umfeld sieht, erfährt man gar nichts über Karow. Natürlich möchte man als Zuschauer wissen, was mit ihm los ist. Manche der Fährten, die in "Das Muli" gelegt werden, können später weiterverfolgt werden.

HÖRZU: Ihr Debütfall dreht sich um "Mulis", also minderjährige Drogenkuriere, die im Körper Stoff schmuggeln. Was wussten Sie vor dem Dreh darüber?

Meret Becker: Ich habe mit dem Begriff Muli nur ein Tier verbunden. Als ich die Geschichte las, war ich überrascht, wie zutiefst zynisch das Wort verwendet wird. Wir haben zur Drehvorbereitung ein unvorstellbares Röntgenbild vom Körperinneren eines menschlichen Mulis gesehen. Wirklich furchtbar, aber beeindruckend.

Mark Waschke Unser Fall basiert auf realen Ereignissen. Es ist wichtig, zu zeigen, wie menschenverachtend der Umgang mit Mulis ist. Diese Menschen stehen im Drogenhandel am untersten Ende in der Hierarchiekette.

HÖRZU: Inwiefern bietet Berlin Raum für ganz besondere "Tatort"-Episoden?

Mark Waschke: In Berlin sind Widersprüche Teil des Systems. Dort ist die heile Welt nicht allein durch einen gelösten Fall wiederherstellbar, wie es in einer kleineren Stadt möglich wäre. Berlin wurde schon vor 100 Jahren als Moloch und Koloss beschrieben. Insofern ist das Potenzial dort tatsächlich anders als in der Provinz.

Meret Becker: Natürlich gibt es auch kleinere Städte, die sich für solche Stoffe anbieten, etwa Schimanskis Duisburg. Doch anders als diese Städte ist Berlin ein Sammelsurium verschiedenster Menschen, die alle "Berliner" sind, obwohl sie aus aller Herren Länder kommen. Wer hier nur entweder Schwarz oder Weiß sehen will, wird der Wirklichkeit nicht gerecht.

HÖRZU: In der ersten Szene bricht ein Mädchen blutüberströmt auf der Straße zusammen – und wird ignoriert. Ist das realistisch?

Meret Becker: Ja! Wenn sich in Berlin jemand verletzt hat oder blutend am Boden liegt, gucken die Leute oft nur kurz hin – und eilen dann weiter.

HÖRZU: Ihre Rollenverteilung erinnert an das Volksmärchen "Der Hase und der Igel", denn Karow ist seiner Kollegin Rubin immer einen Schritt voraus.

Mark Waschke: Unsere Ermittler tragen viele Konflikte aus. Darin steckt das große Potenzial der Konstellation. Beide Ermittler sind sehr zerrissene, kämpferische Figuren, die heftig aufeinanderprallen.

Meret Becker: Unsere Figuren können völlig auseinanderdriften mit ihren Ansichten und total aneinandergeraten – oder sich perfekt ergänzen. Nina ist der klare Gegenpol zu Robert!

Autor: Mike Powelz