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Miroslav Nemec

Hauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) beobachtet das Treiben im Bierzelt
mit gemischten Gefühlen. Foto: © BR/Wiedemann Berg Television/Bernd Schuller

Tödliches Oktoberfest

Im Bierzelt vergiftet - "Tatort: Die letzte Wiesn"

Starkes Jubiläum: Bereits zum 70. Mal ermitteln die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) in München. Altersschwach sind die grauhaarigen Herren noch lange nicht, ihr "Tatort" wurde in den vergangenen Jahren behutsam und zielgerichtet modernisiert.

Der neue Fall "Tatort: Die letzte Wiesn" (So., 20.9., 20.15 Uhr, Das Erste) führt die beiden zum Oktoberfest - aber zum Feiern ist ihnen da nicht zumute.

Was passiert im "Tatort: Die letzte Wiesn"?

Bloß weg aus München! Wie immer zur Wiesnzeit verlässt Leitmayr die Stadt - er kann das Volksfest nicht ausstehen. Schon am nächsten Tag wird er aus dem Urlaub zurückbeordert: Ein italienischer Oktoberfestbesucher wurde tot aufgefunden, an seinem Portemonnaie befinden sich Leitmayrs Fingerabdrücke. Der hatte im U-Bahnhof dem vermeintlich Sturzbetrunkenen die Geldbörse zurück in die Jacke gesteckt.

Die Obduktion bringt ein überraschendes Ergebnis: Der Mann hatte nur 0,7 Promille im Blut, zum Tod führte eine Mischung aus Alkohol und der Droge GHB - Liquid Ecstasy. Die erste Spur führt ins Amperbräu-Zelt: Batic und Leitmayr vermuten, dass dort ein Einzeltäter den Gästen GHB ins Bier schüttet. Die Zeit eilt: Schon bald gibt es weitere Vergiftungsopfer.

Welche Schauspieler sind dabei?

Paraderolle für Gisela Schneeberger, die in ihrer Karriere schon viele typisch süddeutsche Charaktere spielte: Hier gibt sie die resolute neue Chefin des Bierzelts, die sich mit ihrer rabiaten Art unbeliebt macht.

Auch Mavie Hörbiger überzeugt in ihrer Rolle als gestresste alleinerziehende Kellnerin. Die Tochter des Schauspielers Thomas Hörbiger ist Mitglied des renommierten Ensembles vom Wiener Burgtheater.

Was ist das Besondere?

Obwohl es so aussieht, wurde diese Episode nicht während des laufenden Oktoberfests gedreht. Gefilmt wurde im vergangenen Jahr mit 200 Komparsen in einem Wiesn-Festzelt für 8500 Leute.

Wie man auch an diesem "Tatort" merkt, hat Regisseur Marvin Kren eine Vorliebe für Morbides und Schräges: Von ihm stammen unter anderem der Horrorschocker "Blutgletscher" (2013) sowie der Zombiethriller "Rammbock" (2010).

Wertung

Saufen, Grabschen, Schlägereien: Das Oktoberfest scheint hier wie eine Hölle auf Erden. In moderner, oft irritierend düsterer Bildsprache blickt Regisseur Kren hinter die Kulissen des Volksfests und erzählt einen packenden Krimi. Der 70. Fall aus München ist ein echter "Tatort"-Höhepunkt!

Autor: Sven Sakowitz