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Tatort Preis des Lebens

Als im Laufe ihres jüngsten Falls Sebastian Bootz' Tochter entführt wird, sind
er (Felix Klare) und Thorsten Lannert (Richy Müller) komplett verschiedener
Meinung über das richtige Vorgehen. Foto: © SWR/Stephanie Schweigert

"Tatort: Preis des Lebens"

Eltern im Rausch der Rache

Düster und emotional kommt der "Tatort: Preis des Lebens" (So., 25.10., Das Erste, 20.15 Uhr) aher: Das Spektrum der Straftaten reicht von Vergewaltigung, Entführung, Erpressung und Folter bis zu Mord in mehreren Fällen. Gezeichnet wird das Bild einer Welt, die nur Verlierer kennt und in der Ermittler nicht mehr agieren, nur noch reagieren können .

Was passiert im "Tatort: Preis des Lebens"?

Fünfzehn Jahre hat Jörg Albrecht wegen Missbrauchs und Mordes an Mareike Mendt gesessen. Direkt nach der Haftentlassung entführen ihn die Eltern des getöteten Mädchens. Sie wollen den Namen seines Mittäters aus ihm herauspressen. Als man Albrechts Leiche in einem Müllcontainer findet, muss die Polizei davon ausgehen, dass ihnen dies auch gelungen ist.

Können die Beamten einen weiteren Mord verhindern? Oder wird Kommissar Sebastian Bootz (Felix Klare) ihnen den Mittäter ans Messer liefern - im Austausch gegen seine Tochter Maja? Die Mendts haben das Mädchen entführt und lassen keinen Zweifel daran, dass sie das Kind töten, wenn ihre Forderung nicht erfüllt wird. Warum soll es anderen besser ergehen als ihnen?

Was ist das Besondere?

Sein eigenes Kind durch eine Gewalttat zu verlieren ist das Schlimmste, was Eltern widerfahren kann. Dass bei ihnen Rachegedanken aufkommen, kann man ihnen nicht verübeln. Was aber, wenn diese Rache das ganze Leben bestimmt, so sehr, dass sie Recht und Gesetz außer Kraft setzt und auch Unschuldige trifft? Hätte man die verwaisten Eltern unmittelbar nach ihrem Verlust besser betreuen müssen? Es sind berechtigte, unbequeme Fragen, die dieser "Tatort" aufwirft.

Wer ist dabei?

Nach zwei Jahren gibt’s ein Wiedersehen mit Bootz’ Exfrau, dargestellt von Maja Schöne. Sie scheint ein wenig auf Kommissarsgattinen abonniert zu sein, denn diese Rolle spielte sie gerade auch in der ZDF-Miniserie "Blochin" an der Seite von Jürgen Vogel.

Robert Hunger-Bühler, Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich und im Fernsehen zuletzt im Buchenwald-Drama "Nackt unter Wölfen" zu sehen, spielt kühl und knapp den unnachgiebigen Frank Mendt.

Wertung

Die Vergewaltigung des ersten Mordopfers wird im Video festgehalten, die Eltern des toten Mädchens richten einen Folterkeller ein, Bootz' Tochter wird entführt, und die Beamten patzen gleich zweimal beim Beschatten der Hauptverdächtigen. Das ist dann doch arg viel für einen Sonntagabend!

Autor: Thomas Röbke