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Die Moderatoren Judith Rakers, Stefan Raab und Anke Engelke.
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Judith Rakers (links), Stefan Raab und Anke Engelke moderieren das Finale des Eurovision Song Contest. - Foto © NDR / Willi Weber / Andreas Rehmann (M) / David Paprocki (M)

Eurovision Song Contest 2011

Lena, mach's noch einmal!

Lena - schafft sie das Wunder von Düsseldorf?

Eurovision Song Contest (ESC) 2011 - Noch einmal antreten? Kein Problem. Vom charmanten Fräuleinwunder sei Lena zum FC Bayern München des Eurovision Song Contest avanciert: Jeder wisse nun, wer sie ist, sie sei in diesem Jahr eine Gejagte wie der Rekordmeister in der Bundesliga – sagte ihr Entdecker Stefan Raab vor wenigen Wochen. Aber ist sie wirklich ein ernst zu nehmender Gegner für die 42 Nationen, die beim größten TV-Ereignis des Jahres um den Sieg kämpfen?

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Prognosen zum ESC 2011 von Schauspieler Georg Uecker

Der TV-Planer zum Eurovision Song Contest 2011

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Am 14. Mai wird es sich zeigen. Dann steigt endlich der Eurovision Song Contest (ESC) wieder in Deutschland, nach einer Durststrecke von 28 Jahren. HÖRZU sprach mit den Machern, wirft einen Blick hinter die Kulissen der größten – und wohl auch skurrilsten – Livemusikshow der Welt und fragt einen prominenten Experten, wie stark Lenas Konkurrenz in diesem Jahr ist.

Lenas Konkurrenten

Auch wenn Lenas erneuter Antritt für Furore sorgte, ist es kein Präzedenzfall in der 55-jährigen Geschichte des ESC. "Dass eine Sängerin nach dem Jahr ihres Sieges erneut antritt, geschieht zum dritten Mal, nach 1957 und 1958", sagt Georg Uecker, Schauspieler und ein unter Fans bekanntes, wandelndes ESC-Lexikon. Für uns hat er Lenas Konkurrenz bewertet (Prognosen zum ESC 2011 von Schauspieler Georg Uecker
). Der Ehrgeiz ist spürbar: Mit ganz unterschiedlichen Strategien wollen die Teilnehmerländer in Düsseldorf punkten. Die Schweiz versucht es mit einem Gute-Laune-Song, der auch von Lena stammen könnte. Russland engagierte den Hitkomponisten von Lady Gaga. Und die Sänger aus dem Vereinigten Königreich – die Boyband Blue – taten schon im Vorfeld alles, um ins Gespräch zu bekommen. Sogar Akt-Fotoaufnahmen gehörten zu ihrer PR-Strategie. So viel zu den vielversprechenden Beiträgen.

Zu den eher enttäuschenden Acts gehören Israels Siegerin von 1998, Dana International, und die schrägen Iren namens Jedward, die mit gewagten Frisuren von grausigem Gesang ablenken. Alle beteiligten sind sich einig: Der ESC ist für das deutsche Fernsehen eine absolute Ausnahmeproduktion. 25 Millionen Euro soll die Veranstaltung kosten, für zwölf Millionen Euro muss die ARD aufkommen. Verglichen mit anderen Großevents war die Zeit für die Planung knapp: "Der ESC hat mit 43 Nationen mehr Teilnehmer als eine Fußballweltmeisterschaft, bei der es nur 36 Länder sind", sagt Thomas Schreiber, ARD-Teamchef für de ESC 2011, zu HÖRZU. "Aber ein großes Ereignis wie eine Fußball-WM hat normalerweise einen harten Kern der Vorbereitungszeit von zwei Jahren. Uns blieben etwa acht Monate, weil wir die Detailplanung erst beginnen konnten, als die Entscheidung für die Arena in Düsseldorf gefallen war."

Dort wird jetzt alles in insgesamt sechs Wochen für den ESC vorbereitet. Die Kicker von Fortuna Düsseldorf mussten in ein extra gebautes, provisorisches Drei-Millionen-Euro-Stadion umziehen. Anfang April begann bereits der Aufbau einer Superbühne: Sie wird mit einer Riesen-LED-Wand ausgestattet, die 60 Meter breit ist. Mit 18 Meter Höhe reicht sie bis unter die Decke. Laufstegartige LED-Bänder von insgesamt 110 Meter Länge ragen zudem in den Publikumsbereich hinein.

Eurovision Song Contest 2011: Feel Your Heartbeat

Um die Arena in ein gigantisches TV-Studio zu verwandeln, wird auf spezielle Technik gesetzt. Unter anderem auf extrem starke Scheinwerfer, die aus 20 Meter Höhe noch den Boden ausleuchten. Lichtdesigner Jerry Appelt entwarf mit seinem Team für alle 43 Beiträge eine eigene Lichtshow. Ein Job, der Leidensfähigkeit voraussetzt: "Es kam vor, dass wir einen Song 50-mal hören mussten, bis alle Lichteffekte und Videoflächen programmiert waren", sagt Appelt. Zu der Frage, wie das Publikum in die Show integriert werden soll, geben sich die Macher noch geheimnisvoll. "Die Idee des Flashmobs aus dem letzten Jahr ist schwer zu toppen", gibt Thomas Schreiber zu. "Das haben die Kollegen aus Oslo hervorragend gemacht. Wir werden das Publikum anders einbeziehen. Gemäß unserem Motto 'Feel Your Heartbeat' wollen wir, dass die Zuschauer wirklich ihren Herzschlag spüren."

Auch für die Moderatoren wird es aufregend: Judith Rakers, Anke Engelke und Stefan Raab moderieren nur in den offiziellen Sprachen des ESC, Englisch und Französisch also. Und sie wollen im Finale mit einer Big Band "Satellite" intonieren. Wie gut kann eigentlich "Tagesschau"-Lady Rakers singen? "Ich sage es mal so: Es muss niemand Angst haben, dass ich mich beim nächsten Vorentscheid als Kandidatin aufstellen lasse", erklärt sie gegenüber HÖRZU und lacht. Richtig gut hätte auch Hape Kerkeling zum Moderatorenteam gepasst, viele ESC-Fans hätten ihn gern gesehen.

Musste sich Das Erste etwa zwischen Raab und Kerkeling entscheiden? "Zu einer internen Diskussion möchte ich mich öffentlich nicht äußern", gibt sich Thomas Schreiber wortkarg. Offenbar ein Reizthema. Und Lena? Die bleibt gewohnt locker. Auf die Frage, wer ihre größten Rivalen sind, erzählt sie in Interviews viel lieber, auf wen sie sich freut. Blue etwa, ihre Idole von früher. Oder Jedward: "Ihr Lied 'Lipstick' ist so schlimm, dass es schon wieder richtig cool ist", verriet sie dem Radiosender 1Live. Genau der richtige Ansatz: Schräge Auftritte ebenso feiern wie die guten – dann steigt in Düsseldorf ein Eurokarneval.

Autor: Dirk Oetjen