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Stefan Raab und Guenther Jauch

Günther Jauch (l.) beendet seine Polittalkshow im Ersten zum Jahresende. Stefan Raab (r.)
zieht sich total aus dem Fernsehen zurück. - Foto: © dpa - Fotoreport

Die Moderatoren von morgen

Wer kommt nach Jauch und Raab?

Das war ein Schlag: Stefan Raab gab kürzlich bekannt, dass er seine TV-Karriere beendet! Keiner prägte das Fernsehen der vergangenen Jahre so sehr wie er. "Stefan war der letzte Riese in einer Fernsehwelt, die zusehends von Zwergen bewohnt wird", meint Kollege Thomas Gottschalk. Raab hinterlässt eine riesige Lücke - vor allem bei ProSieben.

Da rückte sogar die Meldung in den Hintergrund, dass Günther Jauch mit seiner Talkshow im Ersten zum Ende des Jahres aufhört. Traurig über den Abschied ist kaum jemand. Erstaunlich angesichts des Brimboriums, mit dem Jauch vor vier Jahren geholt wurde.

Zeit für Neues

Nun wäre Gelegenheit, Neues zu probieren. Aber die einfallslose Lösung heißt: zurück zu Anne Will, die 2011 für Jauch geopfert wurde. Mit Innovation hat ihre Rückkehr nichts zu tun. Aber genau die fordert WDR-Intendant Tom Buhrow und nennt als Moderatoren der Zukunft Carolin Kebekus und Jan Böhmermann. Bitte wen?

Kebekus reißt bislang im Dritten beim WDR freche Witze, der bissige Böhmermann wird vom ZDF im Nachtprogramm versteckt. Um das reifere Publikum nicht zu verschrecken, setzen Das Erste und das Zweite zur Hauptsendezeit lieber auf bewährte Gesichter. Deshalb sind in der ARD Jörg Pilawa und Kai Pflaume im Dauereinsatz, beim ZDF Johannes B. Kerner. Und Oliver Geissen unterschrieb just einen neuen Vertrag bei RTL - bis 2017.

Raab als Nachwuchsförderer

Bei der ARD gilt der brave Alexander Bommes als Mann der Stunde. Ansonsten bauen die gebührenfinanzierten Sender auf Matthias Opdenhövel (ARD) und Steven Gätjen (ZDF), die beide zuvor bei ProSieben moderierten - und zwar "Schlag den Raab". Der scheidende Entertainer Stefan Raab witzelte bereits, seine Sendung habe sich "als anerkannten Ausbildungsbetrieb für die öffentlich-rechtlichen Sender etabliert".

Nach Raabs Abgang bleiben ProSieben noch Joko und Klaas, deren Vertrag jüngst um "mehrere Jahre" verlängert wurde. Sie sind die Hoffnungsträger, die junges Publikum anziehen, das sich sonst im Internet seine Idole sucht. Etwa Jeannine Michaelsen, die bei diversen TV-Sendern, im Radio und auf Onlinekanälen im Einsatz ist, wo ihre Karriere auch begann.

Internetstars ins TV?

Zu Gottschalks Zeiten kamen junge Talente vom Radio, später wie Raab oder Joko und Klaas aus Musikkanälen. Heute probiert sich der Nachwuchs im Internet aus, der medialen Heimat der Jüngeren. Bestes Beispiel: der Videoproduzent LeFloid, der auf seinem Youtube-Kanal Nachrichten kommentiert und mehr als 2,5 Millionen Abonnenten hat. Schlechte Nachricht für die Sender: Der Internetstar will gar nicht ins TV wechseln.

Vielleicht sollte man dort bewährte Kräfte "umschulen": Kürzlich erntete der "Tatort"-Star Jan Josef Liefers als charmanter Gastgeber beim Deutschen Filmpreis beste Kritiken. Als Schauspieler weiß er, wie man Zuschauer unterhält - so wie früher Harald Juhnke.

Autor: Thomas Kunze