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Günther Jauch und ARD-Programmdirektor Volker Herres

Günther Jauch (links) übernimmt im Herbst 2011 den sonntäglichen Rede-Sendeplatz nach dem "Tatort" von Anne Will. - Foto © ARD / WDR / Herby Sachs

Exklusive HÖRZU-Umfrage

Welche Talkshow ist am besten?

Nur noch neun Monate, dann ist es so weit. Dann bekommt Das Erste Zuwachs: Im September soll Günther Jauchs neue Talkshow im Ersten starten. Möglicherweise eine schwere Geburt, denn in der ARD-Familie gibt es vier erwachsene "Talk-Kinder", die äußerst eifersüchtig auf den Nachzügler reagieren: Anne Will, Frank Plasberg, Sandra Maischberger und Reinhold Beckmann.

Alle vier sind jetzt schon sauer, weil Jauch ihre Sendetermine durcheinandergewirbelt hat. Wie beim Kindergeburtstag mussten alle "Reise nach Jerusalem" spielen und einen neuen Platz ergattern. Wer nicht geschickt genug ist, könnte auch noch zwischen den Stühlen landen. Klar ist schon jetzt: Anne Will soll künftig am Mittwoch um 22.45 Uhr talken, Frank Plasberg zieht um auf Montag, 21 Uhr. Reinhold Beckmann wandert vom Montag auf den Donnerstag – und tritt um 22.45 Uhr gegen Maybrit Illner im ZDF an. Damit zählen alle drei zu den Verlierern des großen Stühlerückens.

Anlass für HÖRZU, die Deutschen zu fragen, ob sie sich überhaupt auf eine weitere TV-Talkshow freuen. Schließlich gibt es schon etwa 60 Formate. Und nicht alle erzielen gute Quoten. Beispiel: Johannes B. Kerner. Seit er vom ZDF zu Sat.1 wechselte, sind seine Zuschauerzahlen enorm geschrumpft, der Moderator selbst in die Kritik geraten. Beispiel: Anne Will.

Per Pressemitteilung erklärte Das Erste ihre Sendung kürzlich mit durchschnittlich 4,2 Millionen Zuschauern zwar zur erfolgreichsten Talkshow 2010, hatte sie da aber längst zum Bauernopfer für Jauch degradiert. Die Moderatorin: "Es wäre hilfreich gewesen, wenn die ARD zeitgleich mit der Verkündung von Jauchs Verpflichtung ein fertiges Konzept für den Rest der Woche gehabt hätte." Weil es das nicht gab, hatte Will keine Chance, um ihren Sendeplatz zu kämpfen. Als sie erfuhr, dass Jauch sie am Sonntagabend ersetzt, "war die Entscheidung schon gefallen. Ich konnte nicht mehr tun, als ich schon getan hatte: meine Arbeit gut zu machen und mich auf jede einzelne Sendung zu konzentrieren."

Die verlierer der HÖRZU-Umfrage

Erstaunliches Ergebnis der HÖRZU-Umfrage: Das neue Sendekonzept der ARD scheint sich mit den Wünschen der Zuschauer zu decken. Das zumindest belegt die repräsentative Erhebung, die das renommierte Meinungsforschungsinsitut Emnid im Auftrag von HÖRZU durchführte. 1002 Deutsche (über 14 Jahre) bekamen dabei zwei Fragen gestellt:

1. Welcher Talker nervt Sie am meisten? (Alle Befragten mussten sich hier auf einen von zwölf genannten Moderatoren festlegen.)

2. Freuen Sie sich auf die neue Talkshow von Günther Jauch?

"Ja", antworten stolze 42 Prozent der Deutschen auf letztere Frage – angesichts der Vielzahl von Talkern ein überraschend positives Ergebnis. Nicht jedem Moderator würde es gelingen, in Zeiten von Politikverdrossenheit und Talkshow-Schwemme so viel Zustimmung zu finden. Betrachtet man die Antworten auf Frage 1, scheint auch das Duell Jauch gegen Will klar entschieden: Anne Will, von Jauch vom Sonntagabend verdrängt, belegt in der Rangfolge der "Nervensägen" Platz zwei (siehe weiter unten), direkt hinter Johannes B. Kerner, der den Zuschauern mit Abstand am meisten auf die Nerven fällt.

Auf Platz 3: das Duo Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt. Auch Reinhold Beckmann und Markus Lanz werden die Ergebnisse nicht glücklich stimmen: Sie landen auf Platz 4 und 5. Die Liste der beliebtesten Talkmaster führt überraschend Bettina Böttinger an, Gastgeberin des "Kölner Treff" (WDR), knapp gefolgt von Frank Plasberg, dessen innovatives Talkshow-Konzept für "Hart aber fair" (Das Erste) ebenso geschätzt wird wie seine klugen, kritischen, konsequenten Nachfragen.

Auf Platz 3 und 4 folgen zwei Talk-Duos: Giovanni di Lorenzo und Judith Rakers von "3 nach 9" (Radio Bremen) sowie Bettina Tietjen und Dr. Eckart von Hirschhausen vom NDR. Günther Jauch, der das Talk-Chaos durch seinen Wechsel von RTL zum Ersten auslöste, hüllt sich erst mal in Schweigen. Wahrscheinlich eine kluge Entscheidung. Denn jeder weiß: Während einer neunmonatigen Schwangerschaft ist alles möglich – und noch ist das Kind nicht geboren!

Nervensägen und Lieblinge im Überblick
Wer in diesen Kategorien die Plätze hinter Kerner und Böttinger belegt.

Absteiger

Anne Will
Platz 2 hinter Kerner: 11 Prozent nervt "Anne Will" (Das Erste). Bei Frauen ist sie mit 14 Prozent unbeliebter als bei Männern (8 Prozent).

Barbara Schöneberger & Hubertus Meyer-Burckhardt
Das Duo ("NDR Talk Show") reizt die Nerven von 11 Prozent der Zuschauer.

Reinhold Beckmann
Seine Talkshow "Beckmann" (Das Erste) finden viele zu seicht. Der Nervfaktor beträgt immerhin 10 Prozent.

Markus Lanz
Der ZDF-Nachfolger von Kerner missfällt 8 Prozent. Am wenigsten gefällt er jungen Zuschauern von 14 bis 29 Jahren (10 Prozent).

Maybrit Illner
Ihren Talk im ZDF mag jeder 14. Zuschauer nicht mehr sehen (7 Prozent), insbesondere die 40-bis 49-Jährigen (11 Prozent).

Aufsteiger

Frank Plasberg
Platz 2 hinter Bettina Böttinger: 95 Prozent derjenigen, die "Hart aber fair" (Das Erste) einschalten, lieben Plasbergs Talk.

Giovanni di Lorenzo & Judith Rakers
"3 nach 9" heißt ihre Show (Radio Bremen), die wie Plasberg 95 Prozent Zustimmung findet.

Bettina Tietjen & Dr. Eckart von Hirschhausen
Ihr Talk "Tietjen und Hirschhausen" (NDR) gefällt ebenfalls 95 Prozent der Zuschauer.

Jan Hofer & Ruth Moschner
Sie laden beim MDR aufs "Riverboat" und stellen als Gastgeber 94 Prozent des TV-Publikums zufrieden.

Sandra Maischberger
Die Moderatorin ist mit "Menschen bei Maischberger" (Das Erste) gerade noch Aufsteiger. Nervfaktor: fast 7 %, knapp vor Illner.

Autor: Mike Powelz