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Zeig mir Deine Welt

"Zeig mir Deine Welt" ist eine berührende und außergewöhnliche Doku-Reihe
mit Kai Pflaume. Foto: © NDR/Thorsten Jander

Kai Pflaume exklusiv in HÖRZU

Was er bei den Dreharbeiten zu "Zeig mir deine Welt" erlebte

In "Zeig mir Deine Welt" erfüllt Kai Pflaume unheilbar Kranken lang gehegte Wünsche. Was er dabei erlebt, erzählt er exklusiv in HÖRZU.

Petra ist eine fröhliche Frau. Anfang 40, vier Kinder zwischen sechs und 14 Jahren. "Sie würde alles tun, um so lange wie möglich zu leben, um bei ihrer Familie, ihren Kindern zu sein", sagt Kai Pflaume. Doch Petra hat Leberkrebs. Heilung unmöglich. Sie gehört zu den sechs Schwerstkranken, die der Moderator für seine Dokureihe "Zeig mir Deine Welt" (Teil 1: Di., 5.1., Das Erste, 21.45 Uhr, Teil 2: Mi., 6.1., 21.45 Uhr) begleitet hat.

Wie bei der preisgekrönten ersten Staffel der Reihe, in der er Menschen mit Downsyndrom besuchte, möchte er zeigen, wie bereichernd und fröhlich die Begegnung mit Menschen sein kann, die harte Schicksale zu meistern haben. Seine Erfahrung bei den Dreharbeiten beschreibt Kai Pflaume hier exklusiv in HÖRZU.

Wenn ich von den neuen Episoden zu "Zeig mir Deine Welt" erzähle, dass ich Menschen treffe, die unheilbar krank sind, mit denen man aber trotzdem viel Spaß haben kann, erscheint das vielen auf den ersten Blick abwegig. Doch genau so war es: ausgelassen fröhlich, bewegend und tieftraurig. Alles gleichzeitig. Sterben gehört zum Leben dazu. Ich habe sechs Erwachsene getroffen, der jüngste ist 19, der älteste Mitte 50. Sie haben sehr unterschiedliche Leiden. Das reicht von Muskelkrankheiten wie ALS oder Muskeldystrophie bis hin zu verschiedenen Arten von Krebs. Alle wissen, dass sie als "austherapiert" gelten, dass es für sie keine Heilung mehr geben kann.

Es ist wahnsinnig beeindruckend, mit wie viel Kraft und Stärke sie dieser Situation begegnen. Mit wie viel Lebensfreude und Intensität, weil sie natürlich wissen, dass die Zeit, die ihnen bleibt, begrenzt ist. Ich habe diese Menschen auf eine besondere, sehr offene Art kennengelernt. Ich habe mit ihnen über fast alles gesprochen, selbstverständlich auch über ihre Krankheiten, ihre Ängste. Aber ebenso über ihre Freuden, Zukunftspläne und Wünsche, von denen wir ein paar erfüllen konnten.

Verrückte Momente genießen

Ich habe festgestellt, dass es Dinge gibt, die man sich erklären lassen, aber nicht nachvollziehen kann, wenn man nicht direkt Betroffener oder Angehöriger ist. Natürlich ist, dass Kinder nicht vor ihren Eltern sterben. Wenn ich dann aber wie Benni als junger Mensch an Darmkrebs erkranke, wie gehe ich dann damit um? Und woraus schöpft man überhaupt Kraft, wenn man weiß, dass einem nur noch wenige Jahre bleiben, vielleicht nur wenige Monate oder Wochen?

Erstaunlich ist, dass sich alle um sich selbst weniger Gedanken machen. Viel öfter denken sie darüber nach, wie sie die Menschen, die ihnen lieb und wichtig sind, auf die Zeit nach ihrem Tod vorbereiten können. Sie sagen: "Für mich ist der Weg unausweichlich. Ich weiß, dass ich gehen werde und muss. Aber die anderen bleiben." Solche Momente sind tief berührend. Auch weil man sich automatisch mit der Endlichkeit des eigenen Lebens konfrontiert fühlt.

Die Begegnung mit Petra war unvergesslich und sehr intensiv. Früher ist sie viel gereist. Wir haben alte Fotoalben angeguckt, auch weil ich wissen wollte, wie sie aussah, als sie noch lange Haare hatte. Auf einem Foto fährt sie Achterbahn. Ihre Leidenschaft! Je wilder, desto besser, erzählte sie. Das brachte mich auf die Idee, mit ihr nach London zu fliegen. Südlich des Flugplatzes gibt es eine Zehner-Looping-Achterbahn. Sie hat die meisten Loopings in Europa. Petra hat gestrahlt, fand es "herrlich verrückt". Sie war wie gelöst, weit weg von der Krankheit. Und ich wusste, dass wir in diesem Moment alles richtig gemacht haben

Autor: Kai Pflaume