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Vier neue Krimiserien - Foto © MDR/Edith Held

Nie war Mord so erfolgreich – im TV. Nun starten die vier neue Serien "Zorn", "Friesland",
"Josephine Klick" und "Ein Fall für Zwei". Das ist ihr besonderer Clou.
- Foto © MDR/Edith Held

Zorn, Friesland und CO

Vier neue Krimi-Serien

Mord macht Quote. Jeden Tag jagen gewiefte Kommissare, Detektive oder Anwälte im TV heimtückische Verbrecher. Und Reihen wie "Tatort" und "Wilsberg" surfen souverän auf einer gigantischen Erfolgswelle. Jetzt starten innerhalb einer Woche gleich vier weitere Krimi-Formate: "Zorn: Tod und Regen", "Friesland: Mörderische Gezeiten", "Josephine Klick – Allein unter Cops" und die Neuauflage des Klassikers "Ein Fall für zwei". Deutschland, ein Land im Krimi-Fieber.

In dieser Woche können TV-Zuschauer fast 35 Stunden lang kniffelige Fälle verfolgen – allein im ZDF. Rund 20 Prozent der gesamten Sendezeit machen Krimis aus, von "Notruf Hafenkante" über "SOKO Wien" bis zu den "Garmisch Cops". Anderes Beispiel: der "Tatort". Innerhalb einer Woche zeigen Das Erste und die Dritten ganze elf Folgen der Reihe. ZDF-Fernsehfilmchef Reinhold Elschot beschreibt das Phänomen so: "Bei einem Krimi wissen die Zuschauer in etwa, was auf sie zukommt." Verbrechen, Schicksale und Tüftler, die den Fall klären. Angetrieben von der spannenden Frage: Wer war’s?

Der Kampf Gut gegen Böse

Das klingt banal, fasziniert uns aber immer wieder. Medienpsychologe Clemens Schwender, Professor an der Hochschule der populären Künste in Berlin, erklärt warum: "Wir wollen wissen wer der Täter war, damit wir am Ende sagen können: Ich hab’s doch gewusst!" Wer die einzelnen Puzzlesteine des Krimis zusammensetzt, fühlt sich selbst bestätigt. "In dem Moment wird die Welt ein bisschen sicherer", so Schwender. Denn: Im ewigen Kampf Gut gegen Böse siegt im TV meist die Gerechtigkeit. Der Verbrecher bekommt seine Strafe und landet hinter Gittern. "Das beruhigt uns ungemein", so der Medienpsychologe. Gleichzeitig wird unser natürliches Gerechtigkeitsempfinden befriedigt. Hinzu kommt eine gehörige Portion Nervenkitzel. "Wir begeben uns in eine Gefahr und erleben eine Bedrohung, aber ganz bequem vom Sofa aus", meint Schwender.

Ein Fall für Zwei
Neustart für "Ein Fall für Zwei" - Foto © ZDF und Andrea Enderlein


Der Adrenalinkick, Neugierde, Kampf um Gerechtigkeit

– die Zutaten für das Genre sprechen menschliche Urinstinkte an. Aber warum laufen Krimis gerade jetzt so gut? ZDF-Mann Elschot: "Wenn die Zuschauer einen guten Krimi sehen, warten sie gespannt auf den nächsten – und schalten wieder ein." Eine Kettenreaktion. Die deutschen Produktionen seien in den letzten Jahren qualitativ hochwertiger und besser geworden, sagt er. Krimi sei nicht gleich Krimi – obwohl das Schema stets ähnlich bleibt. "Es gibt ein großes Spektrum an unterschiedlichen Varianten", erklärt Elschot: brutal und düster wie bei "Wallander", skurril und kurios wie in "München Mord", actiongeladen und temporeich à la "Alarm für Cobra 11" oder auch gesellschaftskritisch, Beispiel: "Unter Verdacht".

Noch mehr "Auftragsmorde"

Genauso vielseitig wie die Richtungen der Krimis sind die Verbrechensbekämpfer selbst. Schließlich sorgen nicht nur die typischen Kriminalpolizisten für Recht und Ordnung. Im Dienst der Gerechtigkeit sind auch Privatdetektive, Anwälte, Hobbykriminalisten und ein Buchantiquar unterwegs, sogar tierische Ermittler – wie einst im Fall von "Kommissar Rex". Ebenfalls beliebt: Antihelden. Sie sammeln bei den Zuschauern zwar keine Sympathiepunkte, wirken aber gerade durch ihre Fehler menschlich. Einen von ihnen spielt jetzt Mišel Maticevic in "Zorn: Tod und Regen". Als ruppiger Kommissar, der keine Lust auf gar nichts hat, macht er es seinen Kollegen schwer. "Antihelden sind viel spannender als makellose Typen", findet Maticevic.

"Hauptsache spannend"

Aller Vielfalt zum Trotz: Droht bald eine Krimi-Übersättigung? "Das glaube ich nicht", sagt Elschot. "Und wenn, dann sehen wir das schnell an den Einschaltquoten." Bis dahin setzt das ZDF auf noch mehr Krimis – und arbeitet bereits an neuen Projekten. Der Fernsehfilmchef: "Wir sind sehr innovationsfreudig." Geplant ist etwa ein Familienkrimi, der in München spielt. "Da löst eine ganze Familie gemeinsam einen Fall – vom Großvater bis zur Enkeltochter", verrät der ZDF-Mann. Am Ende muss ein Krimi sowieso nur eins sein, findet er: "Hauptsache spannend."


Die neuen Krimis im Überblick

Friesland:
Worum geht’s? Sie ist energiegeladen und voller Tatendrang, er eher träge: Die ostfriesischen Streifenpolizisten Süher und Jens ermitteln eigenmächtig in einem Mordfall. Hilfe bekommen sie ausgerechnet von einem dubiosen Bestattungsunternehmer und einer durchgeknallten Apothekerin. Skurril!
Wer spielt mit? Florian Lukas („Good Bye, Lenin!“), Sophie Dal („Der Dicke“).
Wem gefällt’s? Fans von „Wilsberg“.
Samstag,3.5., 20.15 Uhr, ZDF


Zorn:
Worum geht’s? Kommissar Zorn, ein frustrierter Antiheld, schimpft permanent über seinen „Scheißjob“. Doch als der Staatsanwalt Akten in einem Mordfall fälscht, packt ihn der Ehrgeiz. Zum Glück ist sein tapsiger Partner Schröder gewitzter, als er aussieht. Düster-brutal.
Wer spielt mit? Mišel Maticevic („Im Angesicht des Verbrechens“), Axel Ranisch.
Wem gefällt’s? Fans von „Wallander“.
Donnerstag, 8.5., 20.15 Uhr, Das Erste


Josephine Klick
Diana Amft als Kommissarin Josephine Klick. - Foto © Sat.1 / Hardy Spitz

Josephine Klick:
Worum geht’s? Was für ein Fehlstart: Die engagierte Josephine zieht von Bielefeld nach Berlin – und geht ihren beiden männlichen Partnern in der Mordkommission gewaltig auf die Nerven. Dass ihre weibliche Intuition sie auch noch stets auf die richtige Spur führt, macht sie keineswegs beliebter. Da ist Streit programmiert.
Wer spielt mit? Diana Amft („Doctor’s Diary“), Matthi Faust, Alexander Khuon („Lila, Lila“).
Wem gefällt’s? Fans von „Danni Lowinski“.
Montag, 5.5., 21.15 Uhr, Sat.1


Ein Fall für Zwei
Worum geht’s? Ein überraschendes Wiedersehen nach 20 Jahren: Leo und Benni waren mal beste Freunde. Als Leo eines Mordes beschuldigt wird, bittet er den wortgewandten Anwalt Benni um Hilfe. Fortan löst das unkonventionelle Detektiv-Anwalt-Duo gemeinsam Fälle. Neuauflage des Klassikers.
Wer spielt mit? Antoine Monot jr. („Tatort“), Wanja Mues („Stolberg“).
Wem gefällt’s? Fans von „Der letzte Bulle“.
Freitag, 9.5., 20.15 Uhr,ZDF

Autor: Manuel Opitz