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John F. Kennedy und seine Frau Jacqueline Kennedy

US-Präsident John F. Kennedy und seine Frau Jacqueline erreichen am 22. November 1963 den Flughafen in Dallas. - Foto: © dpa

50 Jahre Kennedy-Attentat

TV-Premiere: "Parkland"

"Der Präsident … er, er kommt rein." Krankenschwester Doris Nelson (Marcia Gay Harden) wiederholt stockend, was sie gerade am Telefon erfuhr. "Hat er Grippe?", scherzt der diensthabende Arzt Jim Carrico (Zac Efron).

Es ist der 22. November 1963, 12.38 Uhr. Ein strahlend schöner Tag in Dallas. Die ganze Stadt befindet sich im Ausnahmezustand. Ja, in Euphorie. John F. Kennedy, das 35. Staatsoberhaupt der USA, ist während des Wahlkampfs mit seiner Frau Jackie in der Stadt. Und alle wollen das Glamourpaar bewundern.

John F. Kennedy in Dallas
John F. Kennedy wird in Texas von einer jubelnden Masse begrüßt.. Foto: © dpa

Auch im Parkland Memorial Hospital ist die Ausgelassenheit spürbar. Ein kleiner Flirt hier, ein Spruch da. Nur wenige Sekunden später – und die Welt ist eine andere: Der Präsident wird in die Notaufnahme eingeliefert. Tödlich verwundet.

Was folgt, ist ein völlig neuer Blick auf das Drama. "Der Autokorso durch die Stadt. Kennedy, der in der Limousine nach hinten gerissen wird, Jackie, die panisch über das Verdeck klettert. Diese Szenen kennt jeder. Was aber geschah hinter den Kulissen?", fragte sich Journalist Peter Landesman. Mit seinem Regiedebüt, dem hochkarätig besetzten Drama "Parkland", versucht er Antworten zu geben. Nur sechs Wochen nach dem Start in den US-Kinos läuft es als TV-Premiere bei ProSieben – genau 50 Jahre nach dem Anschlag (siehe TV-Tipps rechts und unten).

Starbesetzung aus Hollywood

Schauplatz ist vor allem das Parkland Memorial, in dem die Belegschaft erst um das Leben Kennedys, kurz darauf auch um das seines mutmaßlichen Attentäters Lee Harvey Oswald (Jeremy Strong) kämpft. Erzählt wird das Drama aber auch aus der Sicht des Geheimdienstmitarbeiters Forrest Sorrels (Billy Bob Thornton), Leiter des Secret Service in Dallas, der die ersten Ermittlungen vor Ort anstellt. Paul Giamatti ("Sideways") spielt dabei den Geschäftsmann Abraham Zapruder, der mit seiner Super-8-Kamera zufällig die schockierenden Szenen des Anschlags einfängt.

Lee Harvey Oswald
Lee Harvey Oswald wird kurz nach seiner Verhaftung am 22.11.1963 in Handschellen in ein Polizeirevier in Dallas in Texas gebracht. - Foto: © dpa - Report

Am spannendsten aber ist die Figur von Oswalds Mutter Marguerite (Jacki Weaver), die erstmals Licht in die Psychologie des Verbrechens bringt.

"Jahrzehntelang haben wir uns mit dem Warum gequält, aber niemand hat sich filmisch mit dem familiären Umfeld Oswalds auseinandergesetzt. Und damit, in welchen Strudel alle unmittelbar Beteiligten gerissen wurden", erklärt Landesman. Fünf Jahre schrieb er am Drehbuch, das auf dem Bestseller "Four Days in November" von Vincent Bugliosi beruht. Dabei bekam er prominente Unterstützung bei der Produktion, denn die Idee zum Film reifte unter echten Hollywoodgrößen: Bill Paxton, Held aus Kinohits wie "Apollo 13", winkte 1963 tatsächlich als Achtjähriger JFK zu – und erlebte die Katastrophe auf den Schultern seines Vaters.

Superstar Tom Hanks war fasziniert von dem "wahrhaftigen Blick auf das Geschehen". Landesman: "Er hat mich immer wieder auf Spur gebracht. Noch wenige Stunden vor Drehstart hat Tom immer wieder die Fakten hinterfragt. War das wirklich so? Überprüf das!"

Heraus kam eine minutiös recherchierte, manchmal quälend reale Version des Chaos, das dem Attentat folgte. Eine Version, die den Protagonisten tief in die Seele blickt, ihre Angst, ihre Ratlosigkeit zeigt. Gerade die schwachen Momente machen den Film stark. Landesman: "Es war eine Situation wie bei 9/11. Man wusste nicht: Wer steckt hinter dem Attentat? Die Russen? Fidel Castro? Muss man die Truppen mobilisieren? Ich hoffe, die Zuschauer erleben den Mord jetzt aus dem Verständnis der Zeit heraus. Nicht als politisches Attentat, sondern als unvergessliche, menschliche Tragödie."


50 Jahre Kennedy-Attentat im TV

Zum Todestag erinnern die TV-Sender mit vielen Filmen und Dokus an den beliebten US-Präsidenten:

• DI, 19.11., Arte, 20.15 Uhr
"Dallas. Ein Tag"

• FR, 22.11., 3sat, 20.15 Uhr
"Legenden: John F. Kennedy"

• FR, 22.11., Pro7, 20.15 Uhr
"Parkland"

• FR, 22.11., National Geographic, 21.05 Uhr
"Killing Kennedy"

• FR, 22.11., Pro7 Maxx, 22.15 Uhr
"JFK: The Smoking Gun"

• FR, 22.11., Das Erste, 0.45 Uhr
"JFK – Tatort Dallas"


Das Kennedy-Attentat: Die offizielle Theorie

Schulbuchlager Dallas
Aus diesem Schulbuchlager in Dallas werden die Schüsse abgegeben. - Foto: © picture alliance / empics

Lee Harvey Oswald gibt als Einzelschütze aus einem Schulbuchlager drei Schüsse ab: Die erste Kugel wird von einem Baum abgelenkt, verletzt danach den Zeugen James Tague. Die zweite Kugel fügt Präsident Kennedy und Gouverneur Connally mehrere Verletzungen zu. Kugel drei verletzt Kennedy tödlich am Kopf.

Autor: Valerie Höhne