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''Wie gut ist unser Spielzeug?'' im ZDF: Plüschtiere nach dem Schadstofftest

''Wie gut ist unser Spielzeug?'' im ZDF: Plüschtiere nach dem Schadstofftest / Foto: © ZDF und Leif Stange

Mit Tipps für den Weihnachtseinkauf

TV-Doku ''Wie gut ist unser Spielzeug?'' im ZDF

Drei Milliarden Euro – so viel geben die Deutschen jährlich für Spielwaren aus. Doch viele entpuppen sich schnell als teurer Schrott: Sie gehen früh kaputt oder sind sogar mit Schadstoffen belastet. Wer Plüschtiere oder Bausteine einkauft, sollte sorgfältg auswählen. Doch woran erkennt man Qualität?

Die Faustregel "Holz gut, Plastik schlecht" erweist sich jedenfalls als Vorurteil: "Ich war erstaunt, wie gut Plastik oft abschneidet und wie problematisch Holzspielzeug sein kann", sagt Philipp Müller, der beim Drehen der ZDF-Doku ''Wie gut ist unser Spielzeug?'' (DI, 26.11., 20.15 Uhr) interessante Erfahrungen sammelte.

Auch die Stiftung Warentest nimmt sich, wie zuletzt 2010, in ihrem Dezemberheft des Holzspielzeugs an. Projektleiterin Renate Ehrnsperger verrät vorab keine Ergebnisse, nur so viel: "Allgemein reichen die gesetzlichen Anforderungen bei Spielzeug nicht aus. Für viele Stoffe gibt es nicht einmal Grenzwerte." Bei Holzspielzeug rät sie zu "unlackiertem Vollholz, die Schadstoffe stecken im Lack".

An Prüfsiegeln mangelt es nicht, ihre Aussagefähigkeit ist allerdings sehr unterschiedlich. Hinzu kommt noch: "Es gibt keine 100-prozentige Sicherheit. Wir haben schon Produkte mit TÜV-Prüfsiegeln getestet, die den Anforderungen nicht standhielten", so Ehrnsperger.

Finger weg, wenn’s riecht!

Darum könne kein Prüfzeichen die eigenen Sinne ersetzen. Oberste Regel der Warentesterin: "Wenn Spielzeug riecht: Finger weg!" Die zweite: "Das Produkt genau anschauen: Ist es gut verarbeitet? Können sich Teile ablösen und von kleinen Kindern verschluckt werden?" Spitze Ecken und Kanten verbieten sich sowieso. Durch Reiben, Ziehen und Drücken erhält man Aufschluss über Farbechtheit und Materialqualität. Was schon im Laden kaputtgeht, gehört auf keinen Fall in Kinderhände.

Die Herkunft steht ebenso wenig für Qualität wie der Preis. Auch Produkte aus Deutschland erweisen sich manchmal als schadstoffbelastet. Ehrnsperger: "Mit dem Preis steigt zwar die Wahrscheinlichkeit, gute Produkte zu bekommen. Es gibt aber auch billige gute."

Matthias Honnacker, bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) zuständig für Produktsicherheit, rät ebenfalls zum Einkauf mit Verstand: "Ich muss immer überlegen, ob ein billiger Preis auch realistisch ist für eine gewisse Qualität." Er würde im Zweifel eher auf Markenartikel vertrauen: "Sollte mal etwas schieflaufen, gibt es einen Ansprechpartner, der bemüht ist, das Problem zu lösen, der ein Produkt zurücknimmt – weil er schließlich einen Ruf zu verlieren hat."

Baby mit Spielzeug

Nicht jedes Spielzeug kann gefahrenlos in den Mund genommen werden. / Foto: © picture alliance/Bildagentur-online

Beim BAUA laufen alle Informationen von Behörden, Verbraucherverbänden und Herstellern zusammen. "Wir finden immer wieder Mängel, und wir finden immer mehr", so Honnacker. Das liege aber nicht daran, dass die Produkte schlechter würden, sondern dass die Überwachung besser greife. Die Stichproben durch die Behörden der Bundesländer könnten gleichwohl "durchaus häufiger sein".

Dass Produkte aus China so oft in den Mängellisten auftauchen, wundert ihn nicht bei den enormen Mengen, die wir von dort importieren: "Natürlich ist dann auch manche Niete darunter." Immerhin lasse sich ein Trend weg vom PVC hin zu unbedenklicheren Plastiksorten (PP, PE, ABS) feststellen. Auch die Sensibilität gegenüber Weichmachern im Plastik ist gestiegen – trotzdem werden sie noch zu oft eingesetzt.

Klassiker am beliebtesten

Manchmal ist die Auswahl auch spielend einfach, entdeckte ZDF-Redakteur Müller. Er testete in einem Kindergarten, wie Klassiker im Vergleich mit Innovationen abschneiden: "Meist bevorzugen die Kinder traditionelles, ausgereiftes Spielzeug, ziehen den klassischen Roller dem Wave-Roller mit beweglichem Hinterrad vor, das Bobby-Car dem Elektroauto."


Sendehinweis:

''Wie gut ist unser Spielzeug?''
Plüschtiere, Fernsteuerautos und Fahrräder im Test
DI, 26.11., ZDF, 20.15 Uhr


Auf dem Prüfstand: Was bedeutet welches Prüfzeichen?

CE-Zeichen
CE-Zeichen Wenig aussagekräftig: Nach Ansicht des Herstellers entspricht das Produkt den geltenden EU-Richtlinen. Wird nicht überprüft. Fehlt selbst dieses Zeichen, ist das jedoch ein Alarmsignal!

GS-Siegel
GS-Siegel Anerkannte Zertifizierungsstellen bescheinigen, dass die Anforderungen des Gesetzes zur Geräte- und Produktsicherheit erfüllt sind, etwa zu Strapazierfähigkeit und Verletzungsrisiko.

VDE-Zeichen
VDE-Zeichen Vergeben vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Ist nur auf Elektrowaren zu finden, signalisiert elektronische Sicherheit – allerdings bei sachgemäßem Umgang.

spiel gut-Guetesiegel
''spiel gut''-Gütesiegel Wird von dem unabhängigen Arbeitsausschuss Kinderspiel und Spielzeug vergeben, wenn pädagogischer Wert, Sicherheit, Material, Design, Haltbarkeit und Umweltverträglichkeit stimmen.

LGA-Signet
LGA-Signet Die Landesgewerbeanstalt Bayern gehört zum TÜV Rheinland, stellt diverse Siegel aus (etwa auch GS-Siegel, s. oben.). ''LGA tested'' gilt für einen Einzelaspekt, der dann im Siegel definiert wird.

TUEV-Rheinland-Proof
TÜV-Rheinland-Proof Erfüllt Mindestanforderungen der EU-Richtlinie, enthält zudem keine Schadstoffe, die durch (Schleim-)Hautkontakt oder Atem auf den Menschen übergehen. Wird jährlich überprüft.

Autor: Thomas Röbke