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Der Arzt Maarten Dekker (34).

Der Arzt Maarten Dekker (34) stellt in einem Camp im Südsudan immer mehr Fälle von Hepatitis E fest. - Foto © Servus TV

Mo., 13.1., Servus TV, 20.15 Uhr

TV-Doku Ärzte ohne Grenzen

TV-Doku über Ärzte ohne Grenzen: Sie reisen in Krisenregionen, um zu helfen und sind da im Einsatz, wo sonst keine Hilfe ankommt.

Dicht umringt steht Katharina Totz auf dem lehmigen Marktplatz. Die Stadtbewohner haben einen Kreis um sie gebildet. "Ich heiße Katharina und bin eine Ärztin aus Deutschland", ruft die junge blonde Frau ins Megafon. Auf Französisch. Lautes Klatschen, anerkennendes Nicken. "Katharina", rufen die Menschen. Immer wieder: "Katharina". Sie heißen die Ärztin in ihrer Stadt Bili willkommen.

TV-Doku Ärzte ohne Grenzen

Leben retten: Ärztin Katharina Totz (30) leitet eine Notaufnahme im Kongo. Sie bekämpft die Schlafkrankheit, die unbehandelt meist tödlich endet. - Foto © Servus TV

Sie wissen: Die Frau aus Deutschland ist gekommen, um Leben zu retten. In einer vergessenen Gegend, in die nur wenige Ärzte vordringen. In der Demokratischen Republik Kongo. Katharina Totz ist eine von weltweit rund 30.000 Projektmitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen. Die achtteilige Doku-Reihe "Ärzte ohne Grenzen: Dem Leben verschrieben" (siehe TV-Tipp rechts) begleitet die internationalen Helfer der Hilfsorganisation nun bei ihren Einsätzen in Krisengebieten.


Ärzte ohne Grenzen

Gründung 1971 riefen Ärzte und Journalisten aus Frankreich die Hilfsorganisation ins Leben. Ihr Name: Médecins Sans Frontières (MSF).
Einsätze Derzeit gibt es Hilfsprogramme in etwa 70 Ländern. Der Großteil der rund 30.000 Mitarbeiter sind lokale Angestellte vor Ort. Dazu gehören neben Ärzten auch Logistiker, Pflegekräfte, Psychologen und Hebammen.
Kosten MSF finanziert sich zu etwa 90 Prozent aus privaten Spenden, den Rest bilden u. a. staatliche Gelder.
Mitarbeit Wer bei einem Projekt mithelfen möchte, muss sich zunächst bewerben. Dann folgen ein Auswahlgespräch, ein Test und ein Vorbereitungskurs auf den Einsatz. Genaue Infos auf: www.aerzte-ohne-grenzen.de


Neun Monate lang bleibt Katharina Totz im Kongo. Ihre Mission: die rasante Ausbreitung der gefährlichen Schlafkrankheit einzudämmen. "Die Arbeit hier gibt mir etwas ganz anderes zurück als die in einem deutschen Krankenhaus", sagt die 30-Jährige. Eine ihrer Aufgaben ist es auch, über die Krankheit aufzuklären. Einige Dutzend Menschen haben sich in einer Hütte mit Strohdach versammelt. Sie hören Totz zu. "Die Schlafkrankheit wird durch einen Parasiten verursacht, der von einer Fliege übertragen wird", erklärt sie. Wenn sich der Parasit im Menschen ausbreitet, kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen – bis hin zum Tod.

TV-Doku Ärzte ohne Grenzen

Techniker Erik Heyer (34) bohrt in einem Flüchtlingslager im Südsudan Brunnen. - Foto © Servus TV

Die Bedingungen, mit denen sie und ihre Kollegen im Kongo leben, sind einfach. Die Toilette: ein Loch im Boden. Die Dusche: ein mit Plastikplanen abgestecktes Quadrat unter freiem Himmel. Das Wasser kommt nicht aus einem Hahn, sondern aus einem Eimer, der an einer Feuerstelle erhitzt werden kann. Das macht Katharina Totz nichts aus. "Es geht auch mal ohne den Luxus, den wir gewohnt sind."

Kein sauberes Trinkwasser

Vor einer großen Herausforderung steht der niederländische Arzt Maarten Dekker. Er ist in einem Flüchtlingslager im Südsudan im Einsatz. Fast 40.000 Menschen leben hier in provisorisch errichteten Hütten und Zelten. "Es ist mir wichtig, an einer guten Sache beteiligt zu sein", sagt der 34-Jährige. Für jene Krankheit, die sich hier wie eine Epidemie ausbreitet, gibt es keine Heilung. Nur Linderung, wenn überhaupt. Sie heißt Hepatitis E und ist bislang nur wenig erforscht. "Während der letzten zwei Wochen hatten wir täglich ein oder zwei Todesfälle", erklärt Dekker. "Da fühle ich mich manchmal ziemlich hoffnungslos."

Aufgeben aber kommt für ihn nicht infrage. Er wird gebraucht: In dem Krankenlager liegen unzählige Menschen. Sie alle warten darauf, dass der Arzt endlich Zeit für ihre Behandlung hat. Ebenfalls in einem Flüchtlingslager im Südsudan arbeitet Erik Heyer. Er ist kein Arzt, sondern Wassertechniker. In dem Camp ist die Wasserqualität teilweise so schlecht, dass es praktisch kein sauberes Trinkwasser gibt. Mit dramatischen Folgen: "Verunreinigtes Wasser verursacht Krankheiten", sagt der 34-Jährige.

TV-Doku Ärzte ohne Grenzen

Dicht umringt: Die deutsche Ärztin Katharina Totz. - Foto © Servus TV

Seine Aufgabe ist enorm. Jede Woche werden 2,5 Millionen Liter Wasser gefördert, gesäubert und verteilt. Doch bevor Brunnen überhaupt gebohrt werden können, muss Heyer in dem trockenen Boden erst Quellen finden.

Anderes Land, andere Probleme: Die österreichische Ärztin Katharina Resch hilft im Nordirak in einem Lager für syrische Flüchtlinge, eine Klinik zu betreiben. "Es hat mich interessiert, wie es ist, unter ganz einfachen Bedingungen zu arbeiten", erklärt die 33-Jährige. Tag für Tag strömen immer mehr Flüchtlinge aus Syrien in das Lager. "Die Zelte sind für sechs bis acht Personen ausgelegt, aber bis zu zwölf wohnen darin", sagt Resch.

Große Sorgen bereitet ihr außerdem eine Masernepidemie. "Diese Infektionskrankheit ist sehr ansteckend und kann bei Kindern unter fünf Jahren zum Tod führen." Deshalb organisiert sie eine Impfkampagne, läuft mit ihren Kollegen von Zelt zu Zelt und spricht mit den Flüchtlingen über die Masern. Ihr Fazit: "Ich bewundere diese Menschen und wie sie es schaffen, unter so schlechten Bedingungen zu leben."

Autor: Manuel Opitz