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"Top Gun"- Regisseur Tony Scott mit seiner dritten Ehefrau und den Söhnen.

"Top Gun"- Regisseur Tony Scott mit seiner dritten Ehefrau Schauspielerin Donna Wilson und den gemeinsamen Söhnen Frank und Max. - Foto © picture alliance / ZUMAPRESS.com

"Top Gun"- Regisseur und Produzent

Tony Scott sprang in den Tod

"Top Gun"- Regisseur und Produzent Tony Scott ist tot. Der gebürtige Brite nahm sich nach US- Medienangaben am Sonntagmittag (Ortszeit) im Alter von 68 Jahren das Leben. Er sprang von einer Brücke im Hafen von Los Angeles.

Tony Scott war 1986 mit "Top Gun" der Durchbruch in Hollywood gelungen. In der Story um eine Eliteeinheit der US- Navy spielte Tom Cruise die Hauptrolle. Tony Scotts älterer Bruder ist der Regisseur Ridley Scott ("Blade Runner", "Gladiator").

Video: Trauer um Tony Scott


Mehrere Augenzeugen sahen, wie Tony Scott gegen 12.30 Uhr (Ortszeit) am Sonntag an der Vincent Thomas Bridge in San Pedro (Los Angeles County) aus seinem Auto stieg, über einen Zaun kletterte und ohne zu Zögern von der Hängebrücke in die Tiefe sprang. Vier Stunden dauerte die Suche, bis die Polizei den Regisseur tot aus dem Wasser bergen konnte. Tony Scott hinterließ nach Angaben der Behörden einen Abschiedsbrief, der in seinem Büro gefunden wurde. Die Hollywood- Kollegen von Tony Scott sind schockiert. Der Regisseur Ron Howard schrieb auf Twitter: "Keine Tony-Scott-Filme mehr. Tragischer Tag."

Große Kassenerfolge für Tony Scott

Tony Scotts Karriere begann in den 1970ern, als er sich gegen eine Tätigkeit als Dokumentarfilmer für die BBC zur Arbeit in der Firma seines Bruders Ridley entschied. Hier machte er sich schnell einen Namen als Kurz- und Werbefilmer, der große Erfolg im Spielfilmbereich blieb jedoch lange Zeit aus. Nach seinem Durchbruch mit "Top Gun" wurde Tony Scott für die Eddie-Murphy-Fortsetzung "Beverly Hills Cop II“ (1987) engagiert.

Das Liebesmelodram "True Romance" nach einem Drehbuch des späteren Erfolgsregisseurs Quentin Tarantino ("Pulp Fiction") mit Christian Slater und Patricia Arquette trug weiter zu seinem Ruhm bei. In "Crimson Tide" (1995), der Geschichte einer Meuterei auf einem Atom- U-Boot, brachte Scott Gene Hackman und Denzel Washington zusammen. Weniger Anklang fand er mit dem Rennfahrerstreifen "Die Tage des Donners".

Sein erfolgreicher Thriller "Der Staatsfeind Nr. 1" (1998) mit Will Smith handelt von einem jungen Anwalt, dessen Leben aus den Fugen gerät, als er zu einem Risiko für den Sicherheitsdienst wird. In den letzten Jahren arbeitete der Actionfilm-Spezialist mehrfach mit Denzel Washington zusammen, so in "Die Entführung der U- Bahn Pelham 123" und Scotts letztem Film als Regisseur "Unstoppable - Außer Kontrolle" 2010. In dem Actionstreifen müssen Denzel Washington und Chris Pine einen Zug stoppen, der außer Kontrolle geraten ist.

Tony Scott, geboren 1944 in Northumberland in England, wurde von Kritikern als "guter Handwerker" gelobt, seinem Bruder Ridley bescheinigten sie dagegen die künstlerische Ader. "Scotts Filme zeichnen sich durch optische Perfektion, schnelle Montage, Action, Tempo und eine der Videoclip-Ästhetik der 80er- und 90er- Jahre angenäherte Filmsprache aus", urteilte das Fachportal "kino.de" einmal über den "Top Gun"- Regisseur. In letzter Zeit arbeitete Scott vor allem als Produzent, für den letzten Film seines Bruders "Prometheus", aber auch für Serien wie "Numb3rs", "Good Wife" oder "Die Tore der Welt".

Tony Scott war in dritter Ehe mit der Schauspielerin Donna Wilson verheiratet, mit der er die Zwillinge Frank und Max hat.

Autor: Presseinformation / Sabine Fassbender