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Tod eines Maedchens im ZDF

Können sie den "Tod eines Mädchens" aufklären? Simon Kessler (Heino Ferch) und Hella
Christensen (Barbara Auer). Foto: ZDF / Stefan Erhard

Ein Dorf am Abgrund

"Tod eines Mädchens"

Wer hat die 14-jährige Jenni von den Klippen ins Meer gestoßen? Das ist die Schlüsselfrage im ZDF-Zweiteiler "Tod eines Mädchens" (Mo., 9.2., 20.15 Uhr, s. auch TV-Tipps rechts).

Hat sich der Vater (Jörg Schüttauf) an seiner Tochter vergangen und sie anschließend zum Schweigen gebracht? Hat der pubertierende Sohn von Kommissarin Hella Christensen (Barbara Auer) die Schülerin getötet, weil sie ihn eiskalt abblitzen ließ? Und welche Rolle spielt der mysteriöse Hotelier Uwe Hahn (Gustav Peter Wöhler), der Jenni heimlich fotografierte und ihren verschwundenen Rucksack versteckt?

"Tod eines Mädchens": Gefährliche Geheimnisse

Als der kaltschnäuzige Kriminalkommissar Simon Kessler (Heino Ferch) die "Soko Jenni" einrichtet und in der Gemeinde Nordholm an der Ostsee ermittelt, sticht er in ein Wespennest. Je mehr Kessler herausfindet, desto mehr zerbröckelt die idyllische Fassade des Dorfs – und nette Nachbarn entpuppen sich als erbitterte Erzfeinde.

Der spannende Zweiteiler ist viel mehr als gutes Unterhaltungsfernsehen. "Unser Film zeigt, was passiert, wenn das Böse mit der Kraft eines Meteoriten einschlägt in eine vermeintlich funktionierende Gesellschaft mit wohlgeratenen Kindern und guten Freunden", erklärt die Produzentin Jutta Lieck-Klenke im Gespräch mit HÖRZU. "Dann nämlich entpuppt sich der schöne Schein häufig als rissige Fassade: Wer ist noch vertrauenswürdig? Welche Freundschaften zerbrechen? Wer belügt da seine Nachbarn eiskalt?"

Die Autoren Stefan Holtz ("Milchgeld – Ein Kluftingerkrimi") und Florian Iwersen ("Bella Block – Angeklagt") zeigen die Konfliktmuster, die meistens auf eine Gewalttat folgen, äußerst realistisch und beleuchten obendrein Tabuthemen – etwa die erste, heimliche Teenagerliebe in Zeiten von Facebook.

Heino Ferch als Kommissar

Auch das hochkarätige Schauspielerensemble trägt viel zur Dichte des Films bei: Darunter sind Heino Ferch ("Spuren des Bösen"), Anja Kling ("Das Adlon – Eine Familiensaga"), Jörg Schüttauf ("Stankowskis Millionen") und Barbara Auer ("Das Ende einer Nacht"). Heino Ferch erklärt gegenüber HÖRZU: "Wir erzählen, was sich überall findet, in kleineren und größeren Gemeinden: Jeder hat eine andere Sicht auf die Beziehungen um ihn herum. Und es gibt immer verschiedene Perspektiven auf ein und dasselbe Geschehen – aber keine absolute Wahrheit."

Aus der Sicht von Anja Kling, die Jennis Mutter spielt, ist der Umgang mit Trauer das dominante Filmmotiv. Kling zu HÖRZU: "Jeder Trauernde geht seinen individuellen Weg in der Art und Weise der Trauer. Dieser Weg ist zwischen Ehepartnern oft nicht deckungsgleich. Dadurch kann es zu großer Hilflosigkeit, zu Spannungen, ja sogar zur totalen Entfremdung kommen."

Eindringliche Botschaft

Das TV-Drama zeigt, wie eine vermeintlich glückliche Ehe durch die Gewalttat auseinanderbricht: Zuerst verdächtigen die Partner einander, anschließend kommen wohlgehütete Geheimnisse ans Licht. Bleibt die Frage nach der Schuld. Heino Ferch beantwortet sie so: "Letztlich sind viele Missverständnisse schuld daran, dass sich der Tod des Mädchens so ereignet. Hätten sich vorher alle offen ins Visier geschaut, wäre Jenni vielleicht noch am Leben. Und so ist es, glaube ich, immer: Am Ende ist es schmerzhaft, zu sehen, wie einfach ein Todesfall hätte verhindert werden können, wenn nicht jeder versucht hätte, allein für sich mit den Dingen klarzukommen." Ein eindringlicher Film also. Mit einer Botschaft, die an Schillers "Wilhelm Tell" erinnert: "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt."

Autor: Mike Powelz