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Kinostar Til Schweiger als Kommissar Nick Tschiller

Kinostar Til Schweiger als Kommissar Nick Tschiller © NDR/Marion von der Mehden

Exklusiv-Interview

Til Schweiger im Interview

Allein gegen die Mafia – das ist das Motto von Til Schweigers zweiter "Tatort"-Episode "Kopfgeld" (9.3., 20.15 Uhr, Das Erste).

Wieder hat er es mit Firat Astan (Erdal Yildiz) zu tun, dem Kopf eines Mafiaclans, dessen Mädchenhändlerring Schweiger alias Kommissar Nick Tschiller im ersten Fall sprengte. Astan sitzt noch immer in einem Hamburger Gefängnis –und will an Tschiller Rache nehmen. Parallel arbeitet der Clanchef am Handel mit der Modedroge Crystal Meth. Im Exklusiv-Interview mit HÖRZU verrät Til Schweiger, warum der Dreh zu "Kopfgeld" so schwer war und wie es mit Tschiller weitergeht.


HÖRZU: Was macht Ihre neue "Tatort"-Episode "Kopfgeld" sehenswert?
Til Schweiger: Wer "Willkommen in Hamburg" gemocht hat, wird "Kopfgeld" noch mehr mögen, weil die Story viel dichter ist: Die Geschichte des Hamburger Astan-Clans aus Teil eins erzählen wir in der zweiten Episode weiter. Außerdem planen wir gerade eine Doppelepisode für 2015, die sich mit Nicks weiterem Kampf gegen den Mafia- Clan beschäftigen wird.

HÖRZU: Was war schwieriger zu drehen – die Szenen, in denen Sie Ihren Allerwertesten nackt vor der Kamera zeigen mussten, oder eine der vielen Actionszenen?
Til Schweiger: Die schwierigste Szene war, als ich mit Ralph Herforth oben auf dem Hamburger Marco-Polo-Tower auf einem Balkon stand und über die ganze Stadt blickte. Mit Höhen stehe ich auf Kriegsfuß. Obwohl ich mit einem Seil gesichert war, ist mir das trotzdem schwergefallen. Meinen Hintern in die Kamera zu halten, das ist ein bisschen leichter, als die Front ablichten zu lassen – aber trotzdem ist es nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Wenn man als Schauspieler Sexszenen spielt und dabei nackt ist und alle Teammitglieder zusehen, dann ist das einfach doof.

HÖRZU: In "Kopfgeld" kämpfen Sie gegen einen Mafia-Clan, der Hamburg mit Crystal Meth überschwemmen will. Passiert so etwas wirklich in der Hansestadt?
Til Schweiger: Wie die Situation konkret in Hamburg ist, weiß ich nicht. Aber dass das Ganze absolut realistisch ist, muss man nicht betonen – schließlich kennt jeder die Meldungen über immer mehr Crystal-Meth-Süchtige in Berlin. Deutschland ist krimineller unterwandert, als wir alle glauben.


Auf dem Hamburger Kiez tobt ein brutaler Krieg - Foto © NDR/Marion von der Mehden


HÖRZUL: Der Wilde Westen liegt mitten in Hamburg – so jedenfalls erscheint es in Ihrem "Tatort“ aufgrund der Charaktere, die entweder grundgut oder abgrundtief böse sind.
Til Schweiger: Ja. Besonders auffällig ist das in der Szene, in der sich Nick Tschiller und Firat Astan, der Anführer des Astan-Clans, gegenübersitzen, und der Zuschauer ihre beiden Profile in einer Nahaufnahme sieht. Klar, dass so etwas an Western und den Wilden Westen erinnert.

HÖRZU: Welche weiteren Kriminellen warten denn auf Nick in der geplanten "Tatort"-Doppelepisode?
Til Schweiger: Abwarten. Es wäre unklug, das jetzt schon zu verkünden. Der Dreh beginnt schließlich erst im September. Unterschrieben habe ich für vier "Tatort"-Folgen. Wenn alles so läuft wie bisher, kann ich mir gut vorstellen, für den NDR weiter als "Tatort"-Kommissar im Einsatz zu sein.

HÖRZU: Angeblich wird in "Kopfgeld" ein Leichenrekord aufgestellt. Ein PR-Trick, um Schlagzeilen zu machen?
Til Schweiger: Die Qualität eines Films an der Quantität der Leichen festzumachen wäre dämlich. Viele Leichen machen keinen guten Krimi. Es gibt "Tatort"-Folgen, die doppelt oder dreimal so viele Leichen haben wie wir. Dass in "Kopfgeld" viele Menschen sterben, liegt am Kiezkrieg. Aber es ist weder ein Alleinstellungsmerkmal noch Werbung für den Film, es kann auch abschreckend wirken.

HÖRZU: Mit Ihrem "Tatort"-Einstieg haben Sie einen Eventtrend angestoßen. Seither ermitteln auch andere Kinostars im TV, etwa Christian Ulmen, Nora Tschirner, vielleicht bald Heike Makatsch. Heino Ferch kritisiert die "inflationäre Ermittlerzahl". Ihre Meinung dazu?
Til Schweiger: Ein Eventtrend kann auf jeden Fall belebend wirken – kann aber auch ins Gegenteil umschlagen und langweilig werden, wenn zu viele Stars Ermittler werden. Ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, dass ein "Tatort" allein deshalb ein Event ist, weil ein bekannter Schauspieler zum ersten Mal in eine Ermittlerrolle schlüpft. Dabei ist es egal, ob es nun ein Til Schweiger ist oder ein Christian Ulmen – denn im Endeffekt kommt es nur darauf an, was geboten wird und was der Film zeigt. Ich würde aber schon sagen, dass wir den "Tatort" belebt haben. Ein paar Leute kotzen darüber ab, doch das geht total an mir vorbei.

HÖRZU: Welche Krimis mögen Sie privat?
Til Schweiger: Mein Lieblings-Ermittlerduo sind Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner aus dem "Polizeiruf 110", weil zwischen ihnen eine grandiose Chemie herrscht, weil ihre Filme gut inszeniert sind und weil die beiden großartig zusammenspielen. Der für mich international beste Krimi ist "Justified" mit Timothy Olyphant – das ist für mich die Nonplusultra-Polizeiserie. Außerdem liebe ich die Serien "The Wire" und "The Shield".

HÖRZU: Welche Filmprojekte haben Sie für 2014?
Til Schweiger: Ab April drehe ich einen Kinofilm, den ich selber produziere und inszeniere. Sein Titel lautet: "Honig im Kopf". Erzählt wird die Story eines kleinen Mädchens, das meine Tochter Emma spielt. Sie nimmt ihren dementen Großvater, gespielt von Dieter Hallervorden, mit auf eine Reise nach Venedig. In der Anlage ist der Film eine Tragödie, aber gleichzeitig berührend und witzig – ein bisschen wie "Barfuß", "Knockin’ on Heaven’s Door" und "Jetzt oder nie". Ab September drehe ich "Tatort" Nummer drei und vier.

HÖRZU: Zum Schluss: Wie geht’s weiter mit Nick und der heißen Staatsanwältin – nachdem es in Folge zwei funkt?
Til Schweiger: Das werde ich jetzt noch nicht verraten.

Autor: Mike Powelz