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Schönheit lässt sich doch berechnen: Auf die Proportionen kommt es an.

Schönheit lässt sich doch berechnen: Auf die Proportionen kommt es an. / Foto: © picture alliance/chromorange

Das perfekte Gesicht

''Terra X: Die Geschichte der Schönheit'' im ZDF

Schönheit, so heißt es, liege im Auge des Betrachters. Doch ganz so einfach ist es nicht. Es gibt Menschen, die übereinstimmend als attraktiv gelten. Warum das so ist, versuchen Wissenschaftler und Künstler seit Jahrhunderten zu ergründen. Und während sie nach Antworten suchen, macht die Kosmetikindustrie Milliarden mit dem Versprechen, Käufern ihrer Produkte zu vollkommenem Aussehen zu verhelfen.

Fest steht: Schönheitsideale ändern sich. Einst war die üppige Rubensfrau begehrt, heute eher extrem dünne Topmodels. Einige Faktoren aber bleiben konstant. Gesichter wirken besonders attraktiv, wenn sie dem Kindchenschema entsprechen. Dazu gehören große, runde Augen, eine kleine Nase, hohe Stirn und zarte Haut.

Laut Verhaltensforscher Konrad Lorenz, der den Begriff 1943 einführte, lösen diese Merkmale beim Betrachter Fürsorgeverhalten aus. Was bei Kindern und Tieren funktioniert, gelte auch bei Erwachsenen – am besten in Kombination mit Reifemerkmalen wie hohen Wangenknochen und vollem Haar. Wichtig ist auch das Verhältnis, in dem die einzelnen Partien zueinander stehen, und eine gewisse Symmetrie beider Gesichtshälften.

Auf der Suche nach dem perfekt proportionierten Gesicht vermaßen britische Forscher mehr als 8000 Frauen – und fanden Florence Colgate. Die 19-jährige Schülerin ist das Beispiel makelloser, natürlicher Schönheit.

Auch für die Figur haben Wissenschaftler Idealmaße berechnet. Der Psychologe Devendra Singh von der Universität in Austin/Texas stellte 1993 als Erster den Zusammenhang zwischen Attraktivität und der "Waist-to-hip ratio" her. Dafür wird der Umfang der Taille durch den der Hüfte geteilt. Frauen, die einen Wert von 0,7 erreichen, gelten in der westlichen Welt als besonders schön.

Kindchenschema

Große Augen, kleine Nase, weiche Haut: Babys verkörpern das Kindchenschema perfekt. / Foto: © picture alliance / dpa Themendienst

Attraktivität besitzt einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft – und ist so erstrebenswert, dass 16 Prozent der Frauen für ein perfektes Aussehen sogar bereit wären, ein Lebensjahr zu opfern, wie eine Umfrage unter britischen Studentinnen ergab

Das als Eitelkeit abzutun wäre zu einfach, denn Fakt ist: Schöne Menschen haben es leichter im Leben. Die US-amerikanische Psychologin Rita Freedman fand heraus, dass sie schon im Säuglingsalter von ihrem Aussehen profitieren. Mütter kümmern sich intensiver um hübsche Babys, Kindergartenkinder suchen die Nähe attraktiver Spielkameraden, in der Schule werden gut aussehende Schüler von Lehrern favorisiert, und auch später im Beruf verdienen sie mehr als weniger ansehnliche Kollegen.

Attraktive Menschen werden unbewusst als gesünder, intelligenter, sympathischer und kompetenter eingeschätzt. Durch die bevorzugte Behandlung entwickeln diese Männer und Frauen meist ein hohes Selbstbewusstsein, das sich wiederum positiv auf den Verlauf ihres Lebens auswirkt. Kein Wunder also, dass die Zahl der Schönheitsoperationen seit Jahren steigt: 2011 legten sich laut Schätzungen etwa eine halbe Million Deutsche unters Messer.


Sendehinweis: ''Terra X''

Die Geschichte der Schönheit
Teil 1: SO, 27.10., ZDF, 19.30 Uhr
Teil 2: SO, 03.11., ZDF, 19.30 Uhr

Autor: Nicole Wronski