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Jochen Schweizer

In der 2. Staffel "Die Höhle der Löwen" investierte Jochen Schweizer 1,25 Millionen Euro.
Foto: © dpa

Firmengründer suchen Investoren

Start der 2. Staffel "Die Höhle der Löwen" bei Vox

Triumph für "Die Höhle der Löwen". Staffel zwei will den Starterfolg wiederholen.

Seltsame Idee: Junge Firmengründer präsentieren im Fernsehen innovative Ideen, und fünf erfahrene Investoren, die sogenannten Löwen, müssen entscheiden, ob sie einsteigen oder nicht.

Die 1. Staffel - ein Überraschungserfolg

Eine TV-Show über Firmenbeteiligungen und Businesspläne? Auch noch zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr? "Die Höhle der Löwen" war wohl der größte Überraschungserfolg des letzten Jahres. Teilweise sahen über zwei Millionen Zuschauer beim Feilschen und Geschäftemachen zu - ein Riesenerfolg für den vergleichsweise kleinen Sender Vox. Bis zu 50 Prozent über dem Senderschnitt lagen die Marktanteile in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen.

Start der 2. Staffel bei Vox

Kein Wunder, dass es jetzt eine zweite Staffel gibt (ab Di., 18.8., 20.15 Uhr, Vox). Erstaunlich: 13 Jahre lang hatte sich kein deutscher Sender an eine Umsetzung der japanischen Originalsendung getraut.

Einer der fünf Löwen, der Event-Unternehmer Jochen Schweizer (siehe Interview unten), sagt im Gespräch mit HÖRZU: "Die deutschen Zuschauer wurden unterschätzt. In Deutschland hat ein Umdenken stattgefunden. Gerade bei jungen Menschen sehe ich verstärkt den Trend, Initiative zu ergreifen und das Leben selbst in die Hand nehmen zu wollen."

Die Investoren

Ob mit Biokaffeebeutel für unterwegs oder einzigartig gestalteten Kondompackungen: Auch in Staffel zwei buhlen Gründer mit neuen Ideen um das Geld der Löwen. Deren Besetzung ist gleich geblieben. Über "Deal or no Deal" entscheiden immer noch die Unternehmer Vural Öger (Spezialgebiet Reisen), Judith Williams (Homeshopping), Frank Thelen (Digitale Medien/Apps), Lencke Steiner (Verpackung) und eben Jochen Schweizer (Events). Der ehemalige Stuntman ist mittlerweile an mehr als zwanzig Firmen beteiligt.

Auch in Staffel zwei ist er auf der Suche nach neuen Geschäftsideen fündig geworden. Details sind noch unter Verschluss. Nur so viel verrät Schweizer: 1,25 Millionen Euro hat er diesmal investiert - noch einmal knapp eine halbe Million Euro mehr als in Staffel eins.

Kritik an "Die Höhle der Löwen"

Dabei heißt ein Handschlag in der Show nicht in jedem Fall, dass auch tatsächlich Geld fließt. Das brachte der "Höhle der Löwen" auch schon Kritik ein. Schweizer: "In der Sendung gilt wie im normalen Wirtschaftsleben: Der Handschlag ist eine Absichtserklärung. Erst in der anschließenden Risikoprüfung, der sogenannten Due Diligence, können sämtliche Details der Präsentation überprüft werden. Etwa ob gesetzliche Grundlagen erfüllt oder Lizenzrechte eingeholt wurden."

Eines aber bleibt für Jochen Schweizer tabu: Deals nur deshalb einzugehen, weil die Kamera zuschaut. "Mein Kapital habe ich hart erarbeitet. Warum sollte ich es jetzt zum Fenster rausschmeißen?" Gebrüllt wie ein echter Löwe.

Interview mit Jochen Schweizer

Event-Unternehmer und "Die Höhle der Löwen"-Juror, über gute Ideen, schlechte Gründer und die Weisheit der Samurai

HÖRZU: Was ist für Sie bei einer Entscheidung in der Sendung wichtiger: eine gute Geschäftsidee oder ein guter Gründer?

Jochen Schweizer: Produkt und Markt können sich jederzeit verändern. Der Gründer ist die einzige Konstante. Da kann einer die tollste Geschäftsidee präsentieren - wenn ich nicht an ihn glaube, bin ich raus.

HÖRZU: Und wie schnell merken Sie, ob der Gründer etwas taugt?

Jochen Schweizer: Ich halte es mit den Samurai aus dem alten Japan. Die trafen eine Entscheidung nach maximal sieben Atemzügen. Dann nämlich hat die Intuition eine Situation erfasst. Damit liege ich selten falsch.

HÖRZU: Haben Sie in der Show manchmal Mitleid mit den Gründern?

Jochen Schweizer: Nein, aber die Situation ist heftig: Die Gründer sind oft unerfahren, wir fünf stellen harte Fragen. Aber ich kenne auch die andere Seite: Genauso habe ich damals für mein Geschäft Investitionskapital akquiriert - und war genauso nervös wie die Gründer bei uns.

Autor: Michael Tokarski