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Barry Atsma und Lisa Martinek in Alles muss raus

Kerstin Faber (Lisa Martinek) hat mit Oskar Etsch (Barry Atsma) einen einflussreichen
Investor gefunden. - Foto: ZDF /Hans-Joachim Pfeiffer

Chronik einer Pleite

Spielfilm "Alles muss raus - Eine Familie rechnet ab"

Der zweiteilige Spielfilm "Alles muss raus" kritisiert soziale Missstände in Drogeriemärkten. Vorbild war der Fall Schlecker.

Gierige Konzernchefs, skrupellose Banker, dubiose Investoren und hintergangene Angestellte, die um ihren Job bangen: Für seinen zweiteiligen Spielfilm "Alles muss raus – Eine Familie rechnet ab" (siehe TV-Tipps unten) ließ sich Produzent Oliver Berben ("Krupp") von realen Entwicklungen inspirieren: von Quelle, Karstadt, Sal. Oppenheim und Continental, vor allem aber vom Niedergang der Drogeriekette Schlecker.

Angst vor dem sozialen Abstieg

Für sein Sozialdrama erfand Berben Protagonisten aus allen Gesellschaftsschichten. Und alle treibt dieselbe Angst um: sozial abzurutschen. Während sich die Reichen und Mächtigen im Überlebenskampf unlauterer Mittel bedienen, setzen die Angestellten auf die Macht der Presse. Leider verfolgen auch die Journalisten vor allem eigene Ziele und sind weniger an Aufklärung als an Schlagzeilen interessiert.


TV-Tipp

Mo., 13.10: 1. Teil "Alles muss raus – Eine Familie rechnet ab", 20.15 Uhr, ZDF
Mi., 15.10.: 2. Teil "Alles muss raus – Eine Familie rechnet ab", 20.15 Uhr, ZDF


Die Story

Die Geschichte beginnt ganz harmlos: Umgeben von seinen Lieben feiert Max Faber (Robert Atzorn), Gründer und Chef des fiktiven Drogerieimperiums Faber, seinen 70. Geburtstag, als eine Schreckensnachricht hereinbricht: Bei Spekulationen hat er 200 Millionen Euro verzockt.

Mit einer Planinsolvenz will der Patriarch den Neustart schaffen. Dass dabei Tausende Arbeitsplätze vernichtet werden, ist ihm egal. Doch er hat nicht mit der schwangeren Faber-Verkäuferin Janine Krause (Josefine Preuß) gerechnet, die vor Gericht gegen ihre Kündigung klagt – und zum Maskottchen der "Faber-Frauen" wird.

Reales Drama

Im Gegensatz zur kürzlich ausgestrahlten Sat.1-Komödie "Die Schlikker-Frauen" legt Berben den Schwerpunkt seines Films auf das reale Drama: "Unser 180-Minüter zeigt einen Klassenkampf im Kaufhaus. Der Film ist ein Statement gegen die Ellenbogengesellschaft, die mitunter ein kritisches Maß erreicht. Man denke nur an Bernie Ecclestone, der sich freigekauft hat von rechtlichen Sanktionen." Laut Berben leben wir in einer Gesellschaft, "in der nur das Geld zählt". Vor diesem Hintergrund plädiert der Produzent für mehr Menschlichkeit: "Deutsche Konzernlenker könnten stärkere Vorbilder sein – etwa wie Albert Darboven, dessen Unternehmen als sozial gerecht gilt."

Auch Josefine Preuß, die als Verkäuferin Janine die Hauptfigur spielt, empfindet den Film als Aufruf: "Wir Kunden sollten uns stärker informieren über Arbeits- und Produktionsbedingungen. Die Angestellten in Drogeriemärkten sehe ich seit dem Dreh übrigens mit anderen Augen: Sie sind bewundernswerte Multitalente."

Autor: Mike Powelz