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Sophie kocht

Familienmensch Sophie (Annette Frier, 2. v. li.) fühlt sich im Kreise von Ehemann Hubertus
(Hans-Jochen Wagner, 3. v. li.), Tochter Nina (Priska Kraft, 2. v. re.) und den beiden
Zwillingen Ben (Leopold Schmidt) und Max (Konstantin Schmidt, r.) am wohlsten.
Foto: © ARD Degeto/Magdalena Mate

TV-Komödie mit Annette Frier

"Sophie kocht"

Mit einem lustigen Film ist es wie mit einem guten Wiener Schnitzel: Es braucht nicht viel Schnickschnack, nur exzellente Zutaten. Die Pointen sind das Fleisch, Schauspieler quasi die Panade. Nicht ohne Grund gilt die Komödie als Königsdisziplin.

Gleich vier neue Filme des Genres starteten diese Woche. Aber nur eine kreiert derzeit so köstlichen Humor wie Annette Frier, die Drei-Sterne-Frau unter den deutschen Komödianten. Das beweist sie nun wieder in "Sophie kocht" (Fr., 22.5., 20.15 Uhr, Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts und in unserem TV-Programm), wo sie es mit ihrem entwaffnenden Humor schafft, auch nachdenkliche Töne anzustimmen.

"Gute Pointen sind Kunst"

HÖRZU hat sich auf die Suche nach ihrem Erfolgsrezept begeben. Es mag absurd klingen, aber es ist leichter, schlechte Stimmung im TV zu verbreiten als gute. Annette Frier weiß das. "Eine Pointe richtig herauszuschälen ist die höchste Kunst", sagt die Kölnerin. "In einem Drama oder einem Krimi kann man noch viel retten durch Schnitt oder Musik, das funktioniert bei einer Komödie nicht. Weil es so schwer ist, sind leider auch gute Drehbücher selten."

Die Karriere von Annette Frier

Frier ist in ihrer Karriere früh an gute Autoren geraten, startete bei "Switch" (Pro Sieben) und "Die Wochenshow" (Sat.1). Dann folgte ihre Paraderolle als "Danni Lowinski", Anwältin der kleinen Leute (Sat.1): vielfach ausgezeichnet und von Publikum wie Kritikern gleichermaßen gefeiert – was bei Komödien selten ist. "Ob ich eine Rolle annehme oder nicht, ist eine Instinktfrage. Das geht recht schnell. In erster Linie muss der Stoff zu mir passen", sagt Annette Frier.

Die Story von "Sophie kocht"

In dieser Woche wagt sie sich an das Thema Midlife-Crisis. Die Schauspielerin, die selbst 41 ist und Mutter von achtjährigen Zwillingen, spielt Sophie, eine 37-Jährige Mutter von drei Kindern, die eine kleine Cateringagentur betreibt und eigentlich alles im Griff hat. Nur eines fehlt ihr – die Spannung. Immer wieder kocht in ihrem Kopf eine existenzielle Frage hoch: War das etwa schon alles?

Ein Thema, das zur Lebensphase von Annette Frier passt. Oder etwa nicht? Frier: "Mein Mann und ich haben keine Ehekrise und können auch in Zukunft gern darauf verzichten. Aber in unserem privaten Umfeld beginnt es tatsächlich, dass Pärchen sich trennen. Deshalb finde ich das Drehbuch so spannend. In jeder Beziehung geht es doch um eins: Wie hältst du sie wach? Es ist die größte Herausforderung jeder Ehe." Krisen haben einen tiefen Sinn – davon ist Frier überzeugt. "Wenn man sie überstanden hat, geht man gestärkt daraus hervor. Sie helfen uns, im Leben kraftvoll von einer Episode in die nächste zu rutschen."

Komödien haben es schwer im TV

Apropos Krise: So ganz hat es die Komödie hierzulande bis heute nicht geschafft. Die Engländer haben offensichtlich ein besseres Händchen dafür. Warum hat sie es im deutschen Film so schwer? "Das liegt sicher daran, dass wir durch unsere Geschichte jahrelang eine Humorsperre in unserem Land hatten", meint die Schauspielerin. "Die löst sich jetzt erst langsam."

Eine, die mit dafür sorgt, ist ganz sicher Annette Frier. Mit ihrem Witz, ihrer Direktheit und der Ernsthaftigkeit, mit der sie ihren Job macht. Ihre nächsten beiden Projekte für dieses Jahr sind übrigens Dramen. "Da passte einfach der Stoff", erklärt sie. Eine Frau mit Instinkt. Für sich – und für die Zuschauer.

Autor: Mirja Halbig