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Simon Templar hat soeben ein zweites Attentat auf Tania Smolenko verhindert.

Simon Templar (Roger Moore) hat soeben ein zweites Attentat auf Colonel Tania Smolenko (Mary Peach) verhindert. / Foto: © ARTE / © ITV Global Entertainment

Arte zeigt die 60er-Jahre-Krimiserie

''Simon Templar'' mit Roger Moore wieder im TV

Als Roger Moore 1973 zum ersten Mal James Bond spielte, war er auf die Rolle bestens vorbereitet: Sieben Jahre lang hatte er zuvor in der TV-Serie ''Simon Templar'' den smarten Krimihelden dargestellt, einen, der alle Qualitäten hatte, die später den Geheimagenten 007 auszeichnen sollten: Er war charmant, witzig, geistreich, hatte Stil und ein Faible für schöne Frauen. Ein gut aussehender Mann in blauen Maßanzügen, dem die Herzen nur so zuflogen – wieder zu bewundern in alten Folgen, die jetzt bei Arte laufen.

Simon Templar, eine Figur des britischen Autors Leslie Charteris und in den 20ern Held einer ganzen Romanserie, ist ein Gentleman alter Schule, ein redegewandter Abenteurer, der in der TV-Serie oft in die Kamera spricht und sich so direkt an die Zuschauer wendet. Mit lockeren Sprüchen und einer gehörigen Portion Ironie wurde die Serie zwischen 1962 und 1969 zum Welterfolg und in mehr als 70 Länder verkauft – sehr zur Überraschung des Hauptdarstellers: "Als ich anfing, habe ich nicht damit gerechnet. Die Serie war sehr erfolgreich – obwohl ich mitspielte."

Dabei lief am Anfang nicht alles glatt für Moore. "Mein Agent erzählte mir, eine Folge würde 30 Minuten dauern. So stand es auch in meinem Vertrag. Doch die Folgen wurden 60 Minuten lang. Ich war eindeutig unterbezahlt. Heute ist der Mann schon lange nicht mehr mein Agent."

Wegen des großen Erfolgs wurden die Verträge Moores übrigens schnell angepasst, zeitweilig führte er bei der Serie sogar Regie. In Deutschland lief ''Simon Templar'' ab 1966 in der ARD, allerdings mit verändertem Vorspann. Im Original hieß die Serie "The Saint" ("Der Heilige"), und Moore erschien zu Beginn jeweils mit Heiligenschein. Den ließ man im Ersten lieber weg. Der zuständige Redakteur erklärte damals: "Mr. Templar ist alles andere als ein Heiliger. Er trinkt, raucht, hat Eintagsfreundinnen und befördert schräge Burschen ins Jenseits. Über diese Art von Humor können bestenfalls die Engländer lachen."

Wie man eben so dachte damals beim deutschen Fernsehen. Auch sonst griff man beherzt ins Original ein, wenn Fälle zu heikel schienen: Folgen, in denen ehemalige Nazis auftauchen, wurden umgetextet, andere Episoden ganz weggelassen. Etwa jene, die sich um einen DDR-Spionagefall dreht, oder jene, in der eine Frau vorgibt, Hitlers Tochter zu sein. Insgesamt entstanden 118 Folgen, erst in Schwarz-Weiß, ab 1966 in Farbe.

2011 waren auf Arte die Anfänge der Serie zu sehen, nun strahlt der Kanal die Farbfolgen aus – einschließlich jener Episoden, die hierzulande noch nie gezeigt wurden.

Roger Moore war nicht der einzige Star, der in "Simon Templar" Erfahrungen für "James Bond" sammelte: Zu sehen ist auch die Schauspielerin Lois Maxwell, die als Miss Moneypenny weltberühmt wurde. "Sie hat sogar mehr ,Bond‘-Filme gedreht als ich", so Moore. Im Rückblick auf seine große Karriere bekannte der 84-Jährige, der 1992 die GOLDENE KAMERA von HÖRZU erhielt: "Würde ich noch mal eine Serie drehen, dann ‚Simon Templar.‘"


Sendehinweis:

''Simon Templar''
Krimiserie mit Roger Moore.
Titel der Folge: "Simon Templar und die Königin"
MO, 2.7., ARTE, 17.30 Uhr

Autor: Thomas Kunze