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Die Dschungelcamp-Moderatoren Dirk Bach und Sonja Zietlow.

Herr und Frau Gnadenlos der deutschen Fernsehunterhaltung: Dirk Bach und Sonja Zietlow moderieren zum sechsten Mal "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!". - Foto © RTL / Ruprecht Stempell

Start der sechsten Staffel

RTL-Dschungelcamp

Menschenverachtend, sadistisch, verdummend, fies – nur vier von vielen Vorwürfen, die sich Sonja Zietlow (43) und Dirk Bach (50) für ihre Lästereien beim quotenstarken TV-Format "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" anhören müssen. Dennoch öffnet Das Dschungelcamp am 13.1. wieder die Pforten. Vorab stellte sich das Moderatorenduo einem exklusiven Kreuzverhör von HÖRZU.

HÖRZU: Würden Sie je selbst ins Dschungelcamp gehen, Frau Zietlow?

Sonja Zietlow Ich bin doch jedes Mal da. Und zwar genau an der Stelle, an der ich mich am wohlsten fühle und offenbar auch am besten aufgehoben bin.

HÖRZU: Man warf Ihnen "unmenschliches Moderieren" vor. Was entgegnen Sie?

Sonja Zietlow Gar nichts. Nur ein einziger Kandidat aus fünf Staffeln redet nicht mehr mit mir. Und in diesem Fall ist das ganz in meinem Sinn. Mit allen anderen Kandidaten kann ich nach wie vor normal und freundschaftlich sprechen. Meistens aber erst, wenn sie aufgehört haben, mich zu umarmen.

HÖRZU: Vor der Kamera machen Sie oft derbe Sprüche über die Kandidaten. Über Günther Kaufmann sagten Sie etwa: "Er ist nur hier, weil RTL mehr Brüste im Camp sehen wollte." Alles Show? Haben Sie die Kandidaten hinter den Kulissen ganz lieb?

Dirk Bach: Lieb haben ist zu viel gesagt. Wir sehen die Kandidaten nur bei der Verkündung der Prüfung für den nächsten Tag, also knapp drei Minuten lang.
Sonja Zietlow Ich würde sagen: Wir haben nicht alle lieb, aber mehr, als man denkt. Es gibt in jeder Staffel mindestens zwei bis drei Kandidaten, die mich überraschen und mir ans Herz wachsen. Für die kämpfe ich dann auch. Da lasse ich gern mal einen guten Gag liegen – die macht dann meistens Dirk.

HÖRZU: Fast hätte Ihre Show den Deutschen Fernsehpreis 2011 gewonnen, Kategorie "Beste Unterhaltung". Wie enttäuscht waren Sie, als es nicht klappte?

Dirk Bach: Man ist immer enttäuscht, wenn man einen Preis nicht bekommt, für den man nominiert ist. Ich nehme gern jeden Preis an und behalte ihn.
Sonja Zietlow Sehr enttäuscht. Alles andere wäre Lüge. Wobei es schon albern ist, wenn man nach fünf Staffeln mit bis zu 50 Prozent in der Zielgruppe und Hymnen quer durch alle Medien nicht mal die "Brunsbütteler Zinnschnecke" bekommt.

HÖRZU: Wie finden Sie es, dass Prominente mit Geldproblemen sofort als potenzielle Kandidaten für Ihre Show gelten?

Sonja Zietlow Nachvollziehbar. Darauf sind wir ja in der letzten Staffel mit Genuss herumgeritten. Aber pleite zu sein ist nur einer von vielen Gründen, in den Dschungel zu gehen. Geltungsbedürfnis, Langeweile, Abenteuerlust, Selbstüberschätzung sind andere. Und dass man bei uns – im Gegensatz zur Betty-Ford-Klinik – noch Geld für den Entzug bekommt.

HÖRZU: Zum Schluss die derzeit obligatorische Frage an alle Moderatoren: Würden Sie "Wetten, dass...?" präsentieren?

Dirk Bach: Nein! Wer will das schon? Niemand! Die Show ist ja fast älter als ich.
Sonja Zietlow Damit würden wir ja unsere Zielgruppenquote fast halbieren! Diesen beruflichen Abstieg heben wir uns für die Zeit nach dem Dschungel auf. Außerdem moderiere ich keine Sendungen, in denen Prominente ohne inhaltliche Relevanz Stierhoden und Hühnerfüße essen müssen.

HÖRZU: Vielen Dank, Sonja Zietlow und Dirk Bach, für das Interview.


Das Dschungelcamp: Voyeurismus mit Gruselgarantie

Zuschauerquoten von 50 Prozent – und jede Menge harsche Kritik. So polarisiert das Dschungelcamp Ekelprüfungen mit Kakerlaken, fiese Kommentare der Moderatoren: Eine Hälfte der deutschen Zuschauer liebt die Show – und freut sich schon auf die nächste Staffel mit Kandidaten wieBrigitte Nielsen. Die andere Hälfte hält sich entsetzt die Augen zu. Denn die Sprüche von Zietlow und Bach zielen unter die Gürtellinie. Laut Kultkomiker John Cleese ist die Show "das Ende der westlichen Zivilisation". Auch Ex-Teilnehmer Carlo Thränhardt ging hart mit ihr ins Gericht. Erstaunlicherweise bewertet der renommierte Medientheoretiker Norbert Bolz das Camp positiver: "Ich bin auch ein Bewunderer des Formats!"

Autor: Mike Powelz