HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Reign Maria Stuart

Die schottische Königin Maria Stuart wuchs in Frankreich auf.
Foto: © picture-alliance / akg-images

Kampf der Königinnen

Neue Kostümserie "Reign"

Die neue Kostümserie "Reign" (SIXX), über die Jugend von Maria Stuart, die nach Englands Krone griff, ist ein großes Drama in drei Staffeln.

Dreimal, so heißt es, musste der Henker zuschlagen, dann erst war sie nicht mehr. Maria Stuart, die Königin, die nicht nachgeben wollte - selbst mit dem Kopf auf dem Richtblock nicht. Die sich lieber enthaupten ließ, als auf den englischen Thron zu verzichten. Es war das Ende einer rätselhaften Frau. War sie eine Monarchin wider Willen, eine getäuschte Liebende oder doch eine kühle Intrigantin und Gattenmörderin?

6 Tage alt und schon schottische Königin

Schon ihre Geburt war überschattet. Ihr Vater lag im Sterben, als Maria am 8. Dezember 1542 zur Welt kam. "Mit einem Mädchen hat es begonnen, mit einem Mädchen wird es enden", soll Jakob V. gemurrt haben, bevor es ihn dahinraffte. Seine Tochter auf dem Thron - das war für ihn der Untergang des Hauses Stuart. Erst sechs Tage alt, wurde die Kleine zur schottischen Königin gekrönt. Da sie in ihrem eigenen Land nicht sicher war vor den Angriffen der Engländer unter Heinrich VIII., verschiffte man sie als Fünfjährige nach Frankreich und versprach sie dem dortigen Thronfolger. Mit an Bord: vier adlige Mädchen, die alle ebenfalls Mary hießen.

3 Staffeln über die Jugend von Maria Stuart

Die US-Serie "Reign", die am 26.02.2015 auf Sixx startet (s. auch TV-Tipps rechts) nimmt es mit der Historie nicht so genau: Hier heißen Marias Begleiterinnen Lola, Kenna, Greer und Aylee. In drei Staffeln geht es um das Leben Marias am französischen Hof, das ihr von ihrer künftigen Schwiegermutter Katharina von Medici schwer gemacht wird - was wiederum historisch korrekt ist. Der Seher Nostradamus, Katharinas Berater, warnt vor einer Hochzeit zwischen Franz II. und Maria: Die Schottin sei sein Tod. Tatsächlich stirbt der junge König 1560 an Tuberkulose, nur zwei Jahre nach der Heirat.

Maria Stuarts Anspruch auf den Thron

In der Serie gerät Maria von einer Intrige in die nächste. Im richtigen Leben kehrte sie nach Schottland zurück, als die Franzosen die Herrschaft von Elisabeth I. über England anerkannten. Denn Maria sah sich selbst als legitime Erbin des englischen Throns. Für die Katholikin war Elisabeth nur ein uneheliches Kind Heinrichs VIII. mit Anne Boleyn, da der Papst die Scheidung des Königs von seiner ersten Frau Katharina von Aragon nicht anerkannt hatte. Marias Anspruch legte den Grundstein für die erbitterte Feindschaft der Königinnen.

Auch Marias Heirat mit Lord Darnley war eine Provokation - ein Kind hätte gleichfalls Ansprüche auf den Thron anmelden können. Doch die Ehe mit dem drei Jahre jüngeren Lord wurde zur Katastrophe, da er sich mit der Rolle des Gemahls nicht zufriedengeben wollte. Schließlich beteiligte er sich an einem Anschlag auf seine Frau, verhalf ihr aber zur Flucht. 1567 wurde er tot aufgefunden. Dass Maria an diesem Mord beteiligt war, gilt als sicher. Dabei hatte eine Zeitlang alles so ausgesehen, als habe sie ihrem Gatten verziehen. Dass die Königin dann ausgerechnet den Drahtzieher des Attentats, James Hepburn, zu ihrem nächsten Gemahl machte, brachte ihre eigenen Adligen gegen sie auf - Maria wurde gefangen genommen.

18 Jahre Haft

Abermals floh sie, dieses Mal nach England. Aber konnte sie tatsächlich hoffen, bei der verhassten Feindin Elisabeth I. Schutz zu finden? Die Königin ließ sie wegen der Ermordung Darnleys vor Gericht stellen und nahm sie in Haft. 18 Jahre lang wurde Maria auf englischen Burgen festgehalten. Nicht bei Wasser und Brot, aber ohne Einfluss. So kaltgestellt, flammte der alte Anspruch immer wieder auf. Maria beteiligte sich an Verschwörungen gegen die englische Herrscherin – und lieferte so den Grund für ihre Hinrichtung am 8. Februar 1587.

Vielleicht war Maria Stuarts Schwäche tatsächlich, wie manche glauben, dass sie eher ihren Gefühlen folgte als der politischen Vernunft. Aber vielleicht wollte sie sich einfach nicht mehr von der Staatsräson vorschreiben lassen, wen sie wann zu lieben hatte. Das wäre eine der wenigen Gemeinsamkeiten gewesen, die sie mit ihrer größten Gegnerin hatte, mit Elisabeth I.

Autor: Michael Fuchs