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Frank Plasberg moderiert am 29.12. "2009 - Das Quiz" im Ersten.

Foto © ARD/Brand New Media/Marco Grob, (M, D.Thol)

Moderator Frank Plasberg im Interview

Mein Jahresrückblick 2009

TV-Tipp: "2009 - Das Quiz" (Di, 29.12., 20.15 Uhr, Das Erste)
Jahresrückblick zum Mitraten und Mitspielen mit Frank Plasberg

Wer auf das zu Ende gehende Jahrzehnt blickt, der weiß: Das Jahr 2009 hatte es in sich. Neue Regierungen wurden gewählt, unzählige Kriege geführt, Katastrophen nicht verhindert, die Finanzkrise scheint nur kurz Pause zu machen. Wie alle Menschen interessieren Frank Plasberg (52) nicht nur globale Ereignisse, sondern ebenso sehr jene im beruflichen und privaten Umfeld.

Im vorweihnachtlichen Interview sagt der "Hart aber fair"-Moderator, was ihm am wichtigsten schien, was ihn berührt und amüsiert hat. Seine spielerische Seite lebt er kurz nach Weihnachten im Ersten aus: mit der Prominentenabfrage "2009 - Das Quiz". Wie er selbst die Geschehnisse des Jahres einordnet und welche Lehren man aus ihnen ziehen kann, verrät der "politische Mensch" Frank Plasberg hier exklusiv in HÖRZU.

HÖRZU: Herr Plasberg, was war 2009 das politisch wichtigste Ereignis bei uns?

Frank Plasberg: Das kann man in diesem Jahr ganz leicht beantworten: die Bundestagswahl. Wenn man eine politische Sendung macht, spürt man, wie von Woche zu Woche die Nervosität bei den Politikern wächst, auch wenn der Wahlkampf nicht besonders mitreißend war.

HÖRZU: Und was war das politisch Wichtigste international?

Frank Plasberg: Die Begeisterung hat sich zwar schon deutlich abgekühlt, aber der Amtsantritt von Barack Obama im Januar war sicher das Top-Ereignis des Jahres. Und ich habe mich gefragt, ob man wohl in der ersten Nacht im Weißen Haus auch nur ein Auge zutun kann, wenn man den Job als Hoffnungsträger der gesamten Menschheit übernommen hat. Da möchte man wirklich nicht tauschen.

HÖRZU: Welcher Politiker hat Sie in diesem Jahr am meisten überrascht?

Frank Plasberg: Da muss ich zwei nennen: Karl-Theodor zu Guttenberg, weil es, glaube ich, noch nie passiert ist, dass ein neuer Wirtschaftsminister, ausgerechnet mitten in einer Wirtschaftskrise, zum Publikumsliebling wird. Und dann natürlich seinen Parteichef Horst Seehofer, weil er es - bisher zumindest - aushält, nicht selber diesen Rang zu haben. Schauen wir mal, wie lange noch.

HÖRZU: Welcher Politiker ist der ehrlichste?

Frank Plasberg: Wenn ich das wüsste, könnten wir uns den Aufwand sparen, den wir bei "Hart aber fair" treiben, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Das Schöne an der Demokratie ist, dass sie auch dann funktioniert, wenn nicht alle immer die Wahrheit sagen - weil es genug andere gibt, die darauf warten, jemanden bei einer Lüge zu erwischen. Wenn es gut läuft, kommt das meiste irgendwann ans Licht.

HÖRZU: Wird Ehrlichkeit neuerdings mehr geschätzt als Populismus?

Frank Plasberg: Ehrlichkeit wird immer sehr geschätzt, aber das Dumme ist: Sie wird nicht immer sofort belohnt. Das macht es so schwierig. Wenn man mit der ganzen Wahrheit immer sofort Erfolg beim Publikum hätte, wäre Politik wahrscheinlich ein ziemlich einfaches Geschäft. Aber mit der ungeschminkten Wahrheit kann man sogar Wahlen verlieren. Außerdem geht es in der Politik meistens nicht um wahr oder falsch, sondern um Meinungen. Ob man etwa beim Betreuungsgeld Gutscheine ausgibt oder Bargeld, ist ja keine Rechenaufgabe, bei der es nur eine richtige Lösung gibt, sondern eine Frage der politischen Meinung.

Autor: Sabine Goertz-Ulrich