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The Knick Krankenhausserie

Für den von Clive Owen gespielten Dr. Thackery gibt es mit dem Chirurgen William Halsted
ein reales Vorbild. - Foto: ZDF/Mary Cybulski

Von Star-Regisseur Steven Soderbergh

Krankenhausserie "The Knick"

Star-Regisseur Steven Soderbergh erschuf mit "The Knick" (ab 18.8., ZDFneo, 22.30 Uhr) eine Krankenhausserie, die zahlreiche Tabus bricht.

New York im Jahr 1900 ist geprägt von Enge, Armut und Schmutz. Moderne Operationsmethoden und Hygienemaßnahmen stehen erst am Anfang. Wenn sie nicht gerade mit persönlichen Befindlichkeiten beschäftigt sind, geben die Ärzte und Schwestern am Knickerbocker-Krankenhaus, kurz "The Knick" genannt, ihr Bestes, um die durchschnittliche Lebenserwartung von 47 Jahren nach oben zu treiben.

Clive Owen spielt Dr. John Thackery

Allen voran der Chefarzt der Chirurgie, Dr. John Thackery (Clive Owen): fachlich wagemutig und genial, menschlich schwierig und schwer drogensüchtig. Den Dünkel gegenüber Untergebenen hat er mit den meisten Ärzten am Knick gemein. Und auch mit dem Rassismus gegenüber seinem Stellvertreter steht er nicht allein: Er quält Dr. Edwards. Der besitzt eine hervorragende Ausbildung und großes Fachwissen, ist aber von dunkler Hautfarbe und wurde von den Finanziers des Krankenhauses eingesetzt.

Zehnteiler von Steven Soderbergh

Das klingt, als träfe "Dr. House" in der Zeit vor "Downton Abbey" auf "Emergency Room". Und doch ist der aufwendig produzierte Zehnteiler, der seine Free-TV-Premiere bei ZDF Neo feiert (ZDFneo zeigt "The Knick"), einzigartig und faszinierend. Das liegt vor allem am Regisseur. Immerhin wurde Steven Soderbergh ("Ocean's Eleven", "Erin Brockovich") für seinen Spielfilm "Traffic" 2001 mit dem Oscar ausgezeichnet.

Soderbergh legt allergrößten Wert auf Authentizität: "Den Set beleuchten nur Lichtquellen, die es auch damals gab", betont er. Um die OP-Instrumente korrekt nachbauen zu können, ließ er historische Fotoarchive durchforsten. Und weil aus einer Operation schnell ein blutiges Gemetzel werden konnte, zeigt Soderbergh ("Das Leben damals war grausam, brutal und kurz") auch dies in Nahaufnahme.

Reales Vorbild

Immer wenn sich der Zuschauer fragt: "Wird es noch schlimmer?", lautet die Antwort in aller Regel: "Ja." - "Die Szenen im OP waren eine Herausforderung", gesteht Hauptdarsteller Clive Owen, Preisträger der GOLDENEN KAMERA von HÖRZU, "aber mir blieb schlicht keine Zeit für Übelkeit." Für den von ihm gespielten Dr. Thackery gibt es mit dem Chirurgen William Halsted (1852 – 1922) ein reales, aber sehr frei ausgelegtes Vorbild. Halsted führte unter anderem die Verwendung von Gummihandschuhen bei Operationen ein.

Zum übrigen Personal gehören neben dem gutmütigen Assistenzarzt Bertie (Michael Angarano) und seinem ehrgeizigen Pendant Everett (Eric Johnson) die sozial engagierte Cornelia, Tochter des größten Geldgebers des Knick, der zwielichtige Krankenhausdirektor Herman (Jeremy Bobb), der bei der Unterwelt tief in der Kreide steht, sowie die eigentlich verschlossene Krankenschwester Lucy, gespielt von Eve Hewson, Tochter von U2-Sänger Bono. Sie weiß als Einzige von Thackerys Sucht und wird seine Geliebte.

Autor: Thomas Röbke