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Jürgen von der Lippe mit seinen Team-Kapitänen Marc Bator und Sonya Kraus.

"Ich liebe Deutschland"-Moderator Jürgen von der Lippe (Mitte) mit seinen Team-Kapitänen Marc Bator und Sonya Kraus. - Foto © SAT.1 / Andre Kowalski

Neue Quiz-Show

"Ich liebe Deutschland"

Jürgen von der Lippe: Comeback mit Quiz-Show

Es ist eines der international erfolgreichsten TV-Formate der letzten Jahre: "I Love My Country" (Ich liebe mein Land). In weltweit 30 Länder wurde die Show-Idee, die aus Holland stammt, bereits verkauft. Jetzt startet die deutsche Version "Ich liebe Deutschland" (siehe TV-Tipp). Moderator Jürgen von der Lippe über seine neue Aufgabe – und seine Liebe zur Heimat.


Machen Sie mit! Hier 33 Wissensfragen aus der Show "Ich liebe Deutschland".


HÖRZU: Quiz-Shows über Deutschland gab es bereits einige im TV. Was wird bei "Ich liebe Deutschland" anders sein?

Jürgen von der Lippe: Es ist keine Quiz-Show im strengen Sinn. Es gibt Wissensfragen, aber im Vordergrund steht der Partycharakter. Es wird multimedial, mit Filmausschnitten und Live-Band. Außerdem prägt ein Faktor das Gesamtbild entscheidend.

HÖRZU: Und der wäre?

Jürgen von der Lippe: Jedes Team besteht aus Promi-Kandidaten und spielt für seinen Zuschauerblock. So können auch die Zuschauer Preise gewinnen. Unglaublich, wie die Leute da mitfiebern! Was es zu gewinnen gibt, ist dann fast schon egal. Man kennt das ja selbst von der Losbude auf der Kirmes: Wer braucht schon einen zwei Meter großen Panda? Trotzdem freut man sich wie verrückt darüber.

HÖRZU: Was ist Ihrer Meinung nach Pflichtwissen, wenn es um Deutschland geht?

Jürgen von der Lippe: Das ist wie die Frage, was man gelesen haben sollte. Alles Unfug. Wenn man 100 Leute nach einem Literaturkanon fragt, gibt es 100 verschiedene Kanons. Okay, die 16 Bundesländer sollte man kennen. Aber auch die Minister und deren Parteizugehörigkeit? Das ist bereits Geschmackssache.

HÖRZU: Sie gelten als Kenner der internationalen TV-Comedyszene. Ist Deutschland hier eigentlich wettbewerbsfähig?

Jürgen von der Lippe: Wir erholen uns ja immer noch vom Kahlschlag des jüdischen Humors durch die Nazis. Aber unsere Comedyszene wird immer spannender, etwa mit Leuten wie Johann König. Ich halte die Bandbreite für größer als in den USA. Auch unsere politischen Kabarettisten haben inzwischen begriffen, dass es nicht schadet, wenn man mal komisch ist.

HÖRZU: Wo sind wir noch besser als unser Ruf?

Jürgen von der Lippe: Wieso sollten wir einen schlechten Ruf haben? Gerade gab es eine Umfrage, wonach wir zu den beliebtesten Ländern gehören. Aber unsere Disziplin und Pünktlichkeit machen uns natürlich immer irgendwie zur Witzfigur. Es ist doch wie früher in der Schule: Wenn der Streber sich beim Sport auf dem Barren das beste Stück geprellt hat, freute man sich. Bei der Mathearbeit kurz darauf schrieb man trotzdem dankbar bei ihm ab.

HÖRZU: Gibt es etwas, was Sie an Deutschland im Ausland besonders vermissen?

Jürgen von der Lippe: Ich liebe die deutsche Sprache. Im Ausland ist die Kommunikation für mich natürlich umständlicher. Und allen Unkenrufen zum Trotz: Ich vermisse den einigermaßen gut funktionierenden Zugverkehr. Auch das Netz von gut erreichbaren Krankenhäusern wirkt auf mich als über 60-Jährigen beruhigend.

HÖRZU: Zurück zur Show: So eine Sendung hätte wohl noch vor zehn Jahren einen anderen Titel gehabt, oder?

Jürgen von der Lippe: Richtig. Aber Ereignisse wie die WM 2006 haben vieles verändert. Die junge Generation sieht nicht mehr ein, warum wir so wenig selbstbewusst sind. Ich werde so eine unverkrampfte Haltung leider nicht mehr annehmen können. Aber die Jüngeren haben dazu ein anderes Verhältnis, und ich sehe das positiv.

Autor: Michael Tokarski