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Simone Rethel Heesters und Johannes Heesters im Winter 1986.

Simone Rethel Heesters und Johannes Heesters im Winter 1986.

TV-Programmänderung

Johannes Heesters gestorben

Der Grandseigneur Johannes Heesters (108) ist tot. Der älteste aktive Schauspieler der Welt starb am Heiligen Abend im Klinikum Starnberg in Bayern, wie die Klinik am späten Nachmittag mitteilte: "Herr Heesters ist am Heiligen Abend, 24. Dezember 2011, um 10.15 Uhr in Beisein seiner Ehefrau Simone Rethel und seiner Enkelin Wiesje Herold friedlich verstorben." Die Welt trauert um einen "Zwei- Jahrhundert- Entertainer".


Fernsehprogramm: Nachruf zum Tode von Johannes Heesters

25.12.2011, 22.15 Uhr, Das Erste


"Ich habe mein Leben gelebt und habe mich stets bemüht, den Weg gerade zu gehen", sang Heesters, der mit vollem Namen Johan Marius Nicolaas Heesters hieß, einst in einem Lied. Zwar nahm er auch so manchen Umweg, doch das stets mit Überzeugung.

Mit 108 Jahren hat der gebürtige Niederländer nicht nur das 20. Jahrhundert mit all seinen Krisen und Kriegen beinahe vollständig miterlebt, sondern auch ein gutes Stück des 21. Jahrhunderts noch persönlich gesehen. Dabei galt er über viele Jahre hinweg als der älteste aktive Schauspieler der Welt - und bis zuletzt als ebenso lebenslustig wie die Rolle seines Lebens - Graf Danilo aus der "Lustigen Witwe" mit dem Evergreen "Heut' geh' ich ins Maxim". Über 1.600 Mal hat Heesters ihn verkörpert. Und schon als er die 100 hinter sich gelassen hatte, meinte der Grandseigneur der Operette: "Ich bin gut durchgekommen. Es war ein großes Abenteuer."

Dem Ende näherte sich dieses Abenteuer bereits kurz vor seinem 108. Geburtstag am 5. Dezember, als Johannes Heesters nach einem Schwächeanfall ins Spital eingeliefert werden musste. Feiern konnte der Schauspieler dann aber doch wieder zu Hause im Kreise seiner Familie, bevor er kurz vor Weihnachten am 17. Dezember wieder auf die Intensivstation des Klinikums Starnberg kam. Am 24. Dezember verstarb Heesters schließlich im Kreise seiner Familie.

Seiner Gattin, die er 1992 ehelichte, blieb Johannes Heesters, zum Schluss fast blind und mit dem Gehör kämpfend, bis zuletzt eng verbunden. So gab er kurz vor seinem 107. Geburtstag das Rauchen für sie auf: "Aus Liebe zu meiner wunderbaren Frau. Sie soll noch möglichst lange was von mir haben." An Wiedergeburt oder Auferstehung nach dem Tod glaubte der Katholik indes nicht. "Mein Gott, was soll denn da noch kommen! Es muss irgendwann vorbei sein", sagte er einmal im Interview.

Singender Charmeur der alten Schule

1903 im niederländischen Amersfoort als das jüngste von vier Kindern geboren, zog es Johannes Heesters zunächst nicht auf die Bühne, sondern in eine Bank, in der er seine Lehre absolvierte. Sein großes Talent erkannte er erst später. Nach kleineren Engagements als Sänger und Schauspieler kam relativ spät, im Alter von 33 Jahren, der Durchbruch - mit einem Engagement bei der Ufa Babelsberg entwickelte sich seine Karriere rasant. Die Stadt Berlin wurde zum Augangspunkt seiner langen Laufbahn auf Deutschlands Bühnen und vor der Kamera. Die Berliner liebten ihren neuen Star und tauften ihn liebevoll "Jopi".

Autor: Presseinformationen / Sabine Fassbender