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24 Stunden Jerusalem

70 Filmteams zeigen 24 Stunden in einer Stadt ohne Alltag. HÖRZU über eine Doku der
Superlative. - Foto © BR

24 Stunden Doku

Jerusalem hautnah

Eine palästinensische Schuldirektorin, die den Morgenappell abhält, ein jüdischer Junge, der Bar-Mizwa feiert, ein Muezzin, der von einem Minarett zum Gebet ruft: Alle drei leben in unterschiedlichen Welten – und doch in der gleichen Stadt. In Jerusalem.

Die 800 000-Einwohner-Metropole ist ein Ort der Gegensätze, wie die Megadoku "24h Jerusalem" (12.4., Arte und BR, ab 6 Uhr) zeigt. Einen ganzen Tag lang, von sechs Uhr früh bis zum nächsten Morgen um sechs, begleiten Arte und der BR 90 Bewohner der Stadt. Ein außergewöhnliches Konzept, das schon im Vorgängerfilm "24h Berlin" vor fünf Jahren funktioniert hat.

"Die verrückteste der Welt"

Allerdings stellte Jerusalem die Macher vor andere Herausforderungen als die deutsche Hauptstadt. Ideengeber Volker Heise: "Es ist so, als wenn einem von einer Minute auf die nächste der Boden unter den Füßen weggezogen werden könnte." Alltag in einer zerrissenen Stadt, in der die Menschen keinen Alltag kennen. 70 Filmteams waren im Einsatz, 500 Menschen vor und hinter der Kamera haben 500 Stunden Filmmaterial gesammelt. Über Juden, Muslime, Christen, über Israelis, Palästinenser, Ausländer, über Sterneköche, Feldwebel, Friedensaktivisten. "Es ist die verrückteste Stadt der Welt", findet Produzent Thomas Kufus.

Wochenlang wurden die Hauptpersonen ausgewählt. "Jerusalem ist extrem vielfältig, und wir versuchen, viele Facetten abzudecken." Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern spielt zwangsläufig eine Rolle. "Wir wollten ein Nebeneinander von Stimmen zeigen", erklärt der Produzent. Ein Balanceakt, der beinahe gescheitert wäre. Die Dreharbeiten mussten einmal komplett abgesagt werden. Thomas Kufus: "Einige Gruppen haben uns vorgeworfen, ein israelfreundliches Projekt zu initiieren." Nach Boykottaufrufen stiegen alle Palästinenser aus der Doku aus, das Projekt musste neu aufgebaut werden. "Die größte Überraschung war, dass wir es überhaupt beenden konnten", berichtet der Produzent.

Alle 30 Minuten eine kurze Pause

Damit die Zuschauer trotz der gewaltigen Dimensionen den Überblick behalten, haben sich die Macher eine besondere Struktur überlegt. Alle 30 Minuten wird eine kurze Pause eingelegt. Eine Karte zeigt an, wo sich das Geschehen abspielt. "Der Zuschauer kann zwischendurch etwas anderes machen und findet trotzdem schnell in die Doku", verspricht Kufus. "Schließlich kann kein Mensch 24 Stunden lang fernsehen."

Autor: Manuel Opitz