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Bürgermeister Wolfgang Wöller (Fritz Wepper) und Ordensschwester Hanna

Auch in der 10. Staffel von "Um Himmels Willen" geraten Bürgermeister Wolfgang Wöller (Fritz Wepper) und Ordensschwester Hanna (Janina Hartwig) gehörig aneinander. / Fotos: © ARD/Barbara Bauriedl

10 Jahre "Um Himmels Willen"

Janina Hartwig und Fritz Wepper im Interview

Kaltenthal in Niederbayern – ein fiktiver Ort mit einem Kloster. Seit zehn Jahren streitet hier der diabolische Bürgermeister Wolfgang Wöller (Fritz Wepper) mit grundguten Schwestern um deren Wohnsitz – aktuell mit Nonne Hanna (Janina Hartwig). Doch er hat nicht mit der Hartnäckigkeit der himmlischen Frauen gerechnet. Im großen Exklusiv-Interview zum Jubiläum verraten die Serienstars Fritz Wepper und Janina Hartwig, was sie selbst von Gott und Kirche halten. Hier ihre Beichte.

Fritz Weppers erste Worte waren: Umm Himmi wiwwi

HÖRZU: Wann haben Sie das letzte Mal "Um Himmels willen!" gerufen?

Fritz Wepper: Das Erste, was ich gesagt habe, war "Um Himmels willen!". Damals war ich zwei Jahre alt und tobte auf dem Sofa herum. Als meine Oma hereinkam, rief sie: "Um Himmels willen!" Daraufhin hielt ich inne und entgegnete: "Umm Himmi wiwwi!" Nicht ahnend, dass es viele Jahre später zu einem großen Thema werden würde.

HÖRZU: Weltliche Macht gegen Himmelsmacht – das Erfolgsgeheimnis der Serie?

Fritz Wepper: Ja. Das Prinzip wurde schon mit "Don Camillo und Peppone" umgesetzt. Bei uns kämpft Schwester Hanna mit dem Schlitzohr. Wobei es mir Mut macht, wenn Politiker zu mir sagen: "Herr Wepper, genau so, wie Sie das darstellen, läuft es in den Gemeinderatssitzungen!"

Janina Hartwig: Bei uns ist auch das Göttliche menschlich – etwa wenn Hanna auf einer Schiffsreise Wein bestellt statt Wasser. Das zeigt, wie sehr sie im Leben steht. Sie ist eine pragmatische Frau, die sich nicht hinter Klostermauern versteckt. Aber sie kommt auch an ihre Grenzen, weiß manchmal nicht weiter. Sie ist die Identifikationsfigur der Serie.

Fritz Wepper betet jeden Tag - Janina Hartwig nicht

HÖRZU: Wann haben Sie das letzte Mal gebetet?

Fritz Wepper: Heute früh. Ich bete jeden Tag ein Vaterunser und denke an die Toten in meiner Familie sowie an meine Freunde. Ich glaube an Gott.

Janina Hartwig: Ich habe eine andere Art des Betens, eine stille Einkehr in mich selbst. Ich gehe in mich – um mich zu sammeln, zu konzentrieren
und um meine Mitte zu finden.

HÖRZU: Wie wichtig ist Glaube für Sie?

Fritz Wepper: Ich bin im christlichen Glauben erzogen worden. Unsere Kultur ist das Ergebnis der abendländischen Geschichte – und die wurde stark vom Christentum beeinflusst. Zudem habe ich Erfahrungen im Zenbuddhismus gemacht – eine Art Meditation.

Janina Hartwig: Ich gehöre keiner bestimmten Konfession an, hatte aber immer viel Kontakt zu Kirchenleuten. Das war auch der politischen Situation in Ostdeutschland geschuldet: Die Kirche war ein Zufluchtsort für die Opposition. Ich glaube, es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir uns mit unserem Verstand nicht erklären können. Man kann sie Schicksal nennen oder Zufall – oder höhere Macht. Diese Erkenntnis beruht auf meinen Erfahrungen, meiner Intuition. Mit diesen nicht messbaren, anscheinend aber vorhandenen Energien beschäftigen sich inzwischen sogar die Quantenphysiker.

Autor: Mike Powelz