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Veronica Ferres

Veronica Ferres spielt im Sat.1-Fernsehfilm "Die Staatschefin" Kanzlerin Anna Bremer.
Foto: Andreas Rentz/Getty Images

Zum Sat.1-Fernsehfilm "Die Staatsaffäre"

Interview mit Veronica Ferres

Wie Merkel mit dem Hollande? Den Gedanken muss man schnell ablegen – die Staatschefs im Sat.1-Fernsehfilm "Die Staatsaffäre" (am 2.9. um 20.15 Uhr in Sat.1, s. auch TV-Tipps rechts) haben keine realen Vorbilder. Und dann entwickelt das Gedankenspiel einen gewissen Reiz: Warum sollten sich führende Politiker nicht ineinander verlieben?

Die Story von "Die Staatsaffäre"

Kanzlerin Anna Bremer regiert mit ruhiger Hand – bis Frankreich einen neuen Präsidenten wählt. Als Studenten hatten die beiden eine kurze Affäre – in der historischen Nacht des Mauerfalls. Das Wiedererkennen braucht eine Weile, doch dann flammen alte Gefühle auf – und die Kanzlerin wird aus den eigenen Reihen erpresst. Verzichtet sie für das Amt auf ihr Liebesglück?


HÖRZU sprach mit Hauptdarstellerin Veronica Ferres.

Interview mit Veronica Ferres

HÖRZU: Was ist wahrscheinlicher: Eine deutsche Kanzlerin und ein französischer Präsident werden ein Paar – oder Veronica Ferres wird Politikerin?

Veronica Ferres: Wahrscheinlich Ersteres. Ich werde sicher nie in die Politik gehen.

HÖRZU: Warum nicht?

Veronica Ferres: Ich bewundere Frau Merkel für die Verantwortung, die sie trägt, und finde es faszinierend, wie besonnen sie Probleme angeht. Ich könnte damit nicht umgehen und keine Nacht ruhig schlafen. Die Sorge um Kriege, Katastrophen und Virusepidemien könnte ich nicht nach Feierabend ablegen.

HÖRZU: Können Sie die weitverbreitete Politikverdrossenheit nachvollziehen?

Veronica Ferres: So, wie wir unsere Politiker behandeln, müssen wir uns über sie auch nicht wundern. Sie tragen rund um die Uhr große Verantwortung, sind ständig gefordert, werden aber nicht entsprechend behandelt. Politiker zu sein ist ein undankbarer Job.

HÖRZU: Oft wird beklagt, Politik sei zu wenig menschlich. Gleichzeitig würde eine Affäre wie in Ihrem Film einen ungeheuren Wirbel auslösen.

Veronica Ferres: Das ist in Frankreich übrigens anders. François Hollande hatte eine Affäre mit einer bekannten Schauspielerin – und regiert weiter. Wie würde Deutschland reagieren, wenn Angela Merkel etwas mit, sagen wir mal, Til Schweiger oder Jan Josef Liefers hätte? Wir verlangen von unseren Politikern die Abstinenz eines katholischen Pfarrers. Aber man muss ihnen auch ein Privatleben zugestehen.

HÖRZU: Sollten Politiker ihre Schwächen zugeben oder lieber unter allen Umständen ein "starkes" Image pflegen?

Veronica Ferres: Politiker sollten sich weniger um die nächste Wahl und den Machterhalt kümmern, sondern um das Wohl des Bürgers. Dann wären sie auch glaubwürdiger. Und wenn sie Fehler machen, diese auch eingestehen und die Konsequenzen ziehen.

HÖRZU: Im Film spielt die Nacht des Mauerfalls eine große Rolle. Wie haben Sie selbst diese historische Nacht erlebt?

Veronica Ferres: Als Studentin in München-Schwabing. Ich lief in die nächste Gaststätte, sah mit anderen zusammen die Bilder im Fernsehen, war sprachlos und begeistert. Kurz darauf spielte ich in Coburg, an der deutsch-deutschen Grenze. Da hat ein Optiker Bananen verkauft und aus dem Mauerfall auch noch Profit herausgeschlagen.

HÖRZU: Am Ende der ersten Drehwoche trafen Sie zufällig Angela Merkel. Haben Sie ihr von Ihrer neuen Rolle erzählt?

Veronica Ferres: Ich sagte, dass ich ihr auf besondere Weise gerade sehr nahe sei. Sie hat sich dann meine Schilderung des Filmprojekts sehr interessiert und schmunzelnd angehört.

HÖRZU: Angela Merkel ist die Einzige, die je die Rolle innehatte, die Sie nun im Film spielen: Kanzlerin Deutschlands. Hatten Sie sie ständig im Hinterkopf?

Veronica Ferres: Nein, überhaupt nicht. Ich spiele eine rein fiktive Kanzlerin, nicht Frau Merkel. Das würde ich nie machen. Mir wurde auch mal angeboten, Romy Schneider oder Marlene Dietrich zu spielen. Das habe ich abgelehnt, ohne lange nachzudenken. Ich möchte nie so eine Ikone darstellen, dabei kann man nur verlieren.

Autor: Thomas Röbke