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Jörg Pilawa, Moderator von Rette die Million! (ZDF), im Interview

Jörg Pilawa, Moderator von "Rette die Million!", verrät im Interview seine Pläne beim ZDF; Bild: © ZDF / Max Kohr

Pilawas Pläne beim ZDF

Interview mit TV-Star Jörg Pilawa

Nach gut zehn Jahren im Ersten wechselte TV-Star Jörg Pilawa 2010 zum ZDF, wo er seitdem die Quizshow "Rette die Million!" moderiert.

Pilawas Pläne beim ZDF

Im Exklusiv-Interview mit HÖRZU verrät Jörg Pilawa, wie es ihm im letzten Jahr ergangen ist, was er über "Wetten, dass...?" denkt und welche neuen Fernsehprojekte er plant.

HÖRZU: Herr Pilawa, seit Ihrem Wechsel von der ARD zum ZDF sieht man Sie nicht mehr so oft wie früher im Fernsehen. Woran liegt das?

Jörg Pilawa: Ich bin noch nicht hundertprozentig beim ZDF angekommen. Ich fühle mich wie ein Sputnik, der um den Lerchenberg in Mainz kreist und auf die endgültige Landung wartet. Aber ich sehe jetzt den Landepunkt.

HÖRZU: Warum dauert die Landung so lange?

Jörg Pilawa: Zunächst habe ich mit meiner Familie eine einjährige Auszeit genossen. Und dann kam ich in einer Umbruchphase zum ZDF. Es steht der Wechsel des Intendanten und des Programmdirektors an. Aber wir führen intensive Gespräche, und ich habe klar signalisiert, dass ich zukünftig mehr moderieren möchte als nur ab und an "Rette die Million!".

HÖRZU: "Wetten, dass ..?" zum Beispiel?

Jörg Pilawa: Nein, darüber haben wir tatsächlich nie ernsthaft gesprochen.

HÖRZU: Sie wurden aber lange als Kandidat für die Nachfolge von Thomas Gottschalk gehandelt.

Jörg Pilawa: Das wurde in vielen Medien zwar oft geschrieben. Aber tatsächlich hat mich kein einziger Journalist danach gefragt. Ich möchte die Show nicht übernehmen.

HÖRZU: Warum nicht?

Jörg Pilawa: Thomas Gottschalk hat mit "Wetten, dass ..?" Fernsehgeschichte geschrieben. Kein Moderator wird ernsthaft in Erwägung ziehen, es beim Sofa und den Wetten zu belassen. Bevor man über Kandidaten nachdenkt, muss man erst einmal klären, wie "Wetten, dass ..?" 2.0 zukünftig aussehen soll. Es ist grundsätzlich spannend, darüber nachzudenken, wie sich das Unterhaltungsprogramm in Zukunft entwickeln wird.

HÖRZU: Was glauben Sie?

Jörg Pilawa: Wichtig für den Erfolg ist die Programmierung. Man muss Shows als großes Event präsentieren: auf eine gewisse Zeitspanne konzentrieren und dann in hoher Schlagzahl senden.

HÖRZU: Bei "Rette die Million!" weiß man eigentlich nie so genau, wann es läuft?

Jörg Pilawa: Besonders am Anfang lief es sehr unregelmäßig. Das war sicher nicht glücklich. Jetzt haben wir es einige Male hintereinander gezeigt und hatten steigende Quoten. Das Promi-Special schauten sogar weit überdurchschnittlich viele junge Zuschauer.

HÖRZU: Der Mittwochabend im ZDF wirkt wie ein Gemischtwarenladen. Mal läuft eine Show, mal ein Film, mal "Aktenzeichen XY".

Jörg Pilawa: Mir wäre es am liebsten, wenn ich regelmäßig einmal die Woche einen festen Sendeplatz bespielen könnte. Ich hoffe, dass wir das bald hinkriegen. Wir haben einige neue Formate geplant.

HÖRZU: Was kommt denn als Nächstes?

Jörg Pilawa: Am 16. November werden wir in "Deutschlands fantastischer Märchenshow" die beliebtesten Märchen der Deutschen präsentieren und fragen: Wer ist beliebter, Harry Potter oder Schneewittchen?

HÖRZU: Und was passiert in der Show?

Jörg Pilawa: In dieser völlig neuartigen Mischung aus Ranking- und Spielshow werden Grundschulkinder gegen Prominente antreten, und zwar in witzigen, schnellen Raterunden zu den beliebtesten Märchen. Wir werden diese Show mit Günther Jauchs Produktionsfirma I & U TV zum 200. Geburtstag der Grimm’schen Märchen realisieren.

HÖRZU: Haben Sie ein Lieblingsmärchen?

Jörg Pilawa: Mich hat "Hänsel und Gretel" als Kind besonders beschäftigt. Ich fand es erschreckend, dass der Vater seine Kinder im Wald ausgesetzt hat. Dass die Kinder ihm am Ende keine Vorwürfe machen und ihm bedingungslos verzeihen, hat mich sehr beeindruckt.

HÖRZU: Was kommt außer der Märchenshow?

Jörg Pilawa: Zum Ende des Jahres planen wir eine außergewöhnliche Weihnachtsshow und eine spektakuläre Show, auf die ich mich besonders freue: "Deutschlands Superhirn 2012".

HÖRZU: Klingt wie der intellektuelle Gegenentwurf zu "Das Supertalent"?

Jörg Pilawa: Wir zeigen Kandidaten mit ganz besonderen, überraschenden, wirklich erstaunlichen Fähigkeiten. Die Zuschauer können dann das "Superhirn 2012" wählen.

HÖRZU: Was können die Kandidaten genau?

Jörg Pilawa: Es geht nicht nur um Gedächtnisleistungen. Das Gehirn steuert beispielsweise die Sinnesorgane. Jemand, der über außergewöhnlich gute Geschmacksnerven verfügt, versetzt uns Normalsterbliche in Staunen. Und ich finde die emotionale Ebene höchst spannend.

HÖRZU: Können Sie ein Beispiel geben?

Jörg Pilawa: Wir zeigen normale Menschen, die durch unglaubliche Fähigkeiten ihres Gehirns ganz besonders sind: etwa einen Kandidaten, der bei vorbeifahrenden Autos blitzschnell die Geschwindigkeit errechnet. Natürlich erklären wir auch, wie das geht und wie jeder von uns das zumindest teilweise lernen kann.

HÖRZU: Also haben die Zuschauer der Show auch einen Erkenntnisgewinn?

Jörg Pilawa: Ja, wir geben auch Tipps, wie jeder sein Gedächtnis trainieren und verbessern kann.

HÖRZU: Und wie gut ist Ihr Gedächtnis?

Jörg Pilawa: Ich kann mir keine Namen merken. Ein Neurowissenschaftler hat mich aber beruhigt: Jeder Mensch hat andere Fähigkeiten. Ich kann mir eben besser Gesichter einprägen.

HÖRZU: Können Sie sich daran erinnern, welche Sendungen Sie außerdem noch planen?

Jörg Pilawa: Ja, aber fragen Sie mich nicht nach dem Namen. (Lacht) Anfang 2012 starten wir ein neues Quiz, eine Mischung aus bewährten und neuen Ideen.

HÖRZU: Was ist dabei neu?

Jörg Pilawa: Mir schwebt eine starke Visualisierung vor. Bisher funktioniert ein Fernsehquiz übers Wort. Wieso eigentlich? Mit Bildern erzeugt man stärkere Emotionen. Es hat eine andere Wirkung, ob ich von der Kathedrale Notre-Dame spreche oder sie zeige. Und mit diesem Quiz und "Rette die Million!" könnte ich gut wöchentlich einen Sendeplatz bespielen.

HÖRZU: Vier neue Sendungen – woher kommt der plötzliche Schaffensdrang?

Jörg Pilawa: Ich habe meine einjährige Auszeit sehr genossen. Aber ich bin erst 46 Jahre alt und habe noch viele Ideen. Jetzt möchte ich wieder Gas geben, möchte mehr Sendungen moderieren. Es wird höchste Zeit, dass wir in die Puschen kommen.

Autor: Thomas Kunze