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Senta Berger feiert 20. Jubiläum in "Unter Verdacht"

Senta Berger feiert Jubiläum: Zum 20. Mal ist sie in "Unter Verdacht" die interne Ermittlerin Eva Prohacek. Foto © picture alliance / Eventpress R

20. Jubiläum "Unter Verdacht"

Interview mit Senta Berger

Senta Berger feiert Jubiläum: Zum 20. Mal ist sie in "Unter Verdacht" die interne Ermittlerin Eva Prohacek. Anlass für ein exklusives Gespräch.

Vor zwölf Jahren entwickelte Senta Berger mit einem TV-Team die Krimireihe "Unter Verdacht" um die interne Ermittlerin Eva Prohacek. Nun zeigt das ZDF den 20. Fall (siehe TV-Tipp). Thema: die öffentliche Hetzjagd auf einen Sexualstraftäter. Im HÖRZU-Gespräch verrät die Schauspielerin, warum ihr das Format so ans Herz gewachsen ist.

HÖRZU: Frau Berger, was bedeutet Ihnen dieses Jubiläum?

Senta Berger: Das ist eine schöne Überraschung! Wer hätte vor all den Jahren gedacht, dass die Reihe so erfolgreich wird. Es ist ja wirklich ein ungewöhnliches Format.

HÖRZU: Was ist für Sie das Besondere?

Senta Berger: Eva ermittelt intern, also gegen ihre Kollegen, gegen Staatsangestellte – vom kleinen Polizisten bis zum Minister. So können wir politische Fälle und gesellschaftliche Ereignisse erzählen. Wir sind meist sehr aktuell, unsere Autoren greifen brisante Themen schnell auf und erzählen die Geschichten mit den spannenden Mitteln des Krimis.

HÖRZU: Speziell ist auch das Verhältnis der Figuren zueinander. Der eigene Chef scheint oft Prohaceks ärgster Feind.

Senta Berger: Völlig richtig. Eva und ihr Chef – diese Antagonisten verkörpern Eigenschaften, die jeder von sich kennt: Gerechtigkeit und Anstand versus Opportunismus und Gier.

HÖRZU: Was sind die markantesten Veränderungen im Vergleich zu den Anfängen?

Senta Berger: Wir sind älter geworden, haben uns verändert. Aber "markante Veränderungen" wären ein Fehler. Wir wollen das Format ja beibehalten. Ich will Eva in ihren Grundzügen nicht verlieren. Sie soll schroff bleiben. Ich darf sie nicht liebenswerter machen, als sie ist. Wir haben einmal versucht, ihr eine Art Privatleben zu geben. Das hat nicht funktioniert. Das ist nur eine halbherzige Nebenhandlung geblieben.

HÖRZU: Durch ihre Empathie scheint Eva oft sehr zu leiden. Sind Sie nicht manchmal versucht, Eva etwas optimistischer und freudvoller zu gestalten?

Senta Berger: Ich empfinde das nicht so. Es gibt halt wenig zu lachen bei den Fällen. Ich will immer die Situation spielen, in der ich bin. Da muss ich nicht charmant oder freudvoll sein. Optimistisch? Ja, das ist Eva vielleicht zu wenig, da haben Sie recht. Sie hat zu viel Schlechtes gesehen. Aber darüber werde ich nachdenken. Das wäre ein schöner Zug, wenn ich den der Eva noch geben könnte.

HÖRZU: Was kann man dem Zuschauer überhaupt zumuten? Fehlt es den Sendern nicht manchmal an Mut?

Senta Berger: "Den Zuschauer" gibt es doch gar nicht. Zuschauer sind so verschieden wie Zeitungsleser. Sie wissen ziemlich genau, welchen Sender sie einschalten müssen, um das Programm zu sehen, das ihnen entgegenkommt. Die Öffentlich-Rechtlichen sollen eine große Vielfalt an anspruchsvollem Programm bieten und sich um die Quoten nicht kümmern. Sie müssen ja keine Werbung verkaufen. Aber im Vergleich zum Ausland ist "unser" Fernsehen sehr gut.

HÖRZU: Kann man mit Filmen etwas bewirken? Etwa dass Zuschauer ihre Haltung zu Sexualstraftätern überdenken?

Senta Berger: Überdenken ja. In der Folge "Die elegante Lösung" haben wir beispielsweise die Problematik der Boatpeople gezeigt. Das hat viele Leute bewegt, bis heute. Mitgefühl und der Wunsch nach mehr Information, nach mehr Reaktion der staatlichen Stellen, aber auch der Mitbürger – das ist schon viel.

HÖRZU: Wie viele Fälle wollen Sie noch drehen?

Senta Berger: Der Abschied wird mir schwerfallen. Uns allen. Die Prohacek ist mir ans Herz gewachsen. Aber natürlich, es muss ja sein. Irgendwann. Nach der 25. Folge? Mal sehen.

Autor: Thomas Kunze