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Wer weiss denn so was?

Moderator Kai Pflaume (M.) und sein Rateteam Elton (r.) und Bernhard Hoëcker (l.)
begrüßten in der 1. Sendung Schauspielerin Christine Neubauer (2.v.l.)
und Moderator Frank Elstner (2.v.r.). Foto: © ARD/Morris Mac Matzen

"Meine geheimen TV-Pläne"

Interview mit Kai Pflaume

Beim Frühstück bleibt die Kamera aus. Da ist Kai Pflaume ganz bei sich. Er macht sich Kaffee, freut sich über frische Brötchen, murrt über Salatblätter im Käsebrot: "Wer will schon Grünzeug zum Frühstück?"

Der 48-Jährige, für viele der attraktivste TV-Moderator Deutschlands, hält sich mit Laufen fit und ist früh schon um die Hamburger Alster gejoggt. Fernsehen ist ein Knochenjob, der eine Topkonstitution und hohe Konzentration fordert.

Vom Hotel aus geht es mit Chauffeur zum zehn Kilometer entfernten Studio. Zeit, um via Facebook mit den Fans zu chatten. Wie jeden Tag. Der Wahlmünchner war einer der ersten TV-Stars, die die sozialen Medien für sich entdeckten.

Die nächsten Stunden sind ausgebucht: In den kommenden Wochen werden zwei TV-Reihen aufgezeichnet: neue Folgen von "Kaum zu glauben!" für den NDR und das neue Wissensquiz, das ab 6. Juli im Ersten läuft: "Wer weiß denn sowas?" (Mo. bis Fr., Das Erste, 18.00 Uhr, s. auch TV-Tipps rechts und in unserem TV-Programm).

Und Kai Pflaume hat noch viel mehr vor: Im Gespräch mit HÖRZU verriet er, dass er bis 2016 an fünf verschiedenen Projekten arbeiten wird - einige sehr mutige, überraschende. Der Mann, der mit "Klein gegen Groß" die derzeit populärste Abendshow im Ersten präsentiert, möchte sich weiterentwickeln, sich auch an härtere, hoch emotionale Themen wagen.

Interview mit Kai Pflaume

HÖRZU: In den nächsten Wochen sind Sie beinahe täglich im Fernsehen. Womit werden Sie uns überraschen?

Kai Pflaume: Erst einmal setzen wir "Kaum zu glauben!" sonntagabends im NDR fort. Das ist eine echte Perle. Was am Konzept, aber auch am Rateteam liegt: Jörg Pilawa, Hubertus Meyer-Burckhardt, Stephanie Stumph und Bernhard Hoëcker müssen die besonderen Fähigkeiten der Kandidaten erraten. Die Stimmung ist immer toll.

HÖRZU: Es fällt auf, dass Sie in Ihren Shows besonders gern mit Promis arbeiten.

Kai Pflaume: Dabei habe ich die ersten 17 Jahre meines Fernsehlebens wenig mit Promis gearbeitet – etwa bei "Nur die Liebe zählt". Das hat sich heute insgesamt beim Fernsehen geändert. Für den Zuschauer macht es das TV spannender, denn für die Prominenten ist die Fallhöhe eindeutig höher: Was weiß er, was kann er, woran scheitert er?

HÖRZU: Wie ist es, mit Jörg Pilawa zu arbeiten, der ja eigentlich Ihr Konkurrent ist?

Kai Pflaume: Ganz wunderbar. Da gibt es keine Konkurrenz oder das Gefühl, man müsse sich gegenseitig übertrumpfen. Wir wissen gegenseitig genau, dass wir uns aufeinander verlassen können, dass der andere weiß, was in bestimmten Momenten nötig ist.

HÖRZU: Seit Anfang Juli haben Sie auch ein ganz neues Quiz am Start: "Wer weiß denn sowas?". Was ist da innovativ?

Kai Pflaume: Es geht nicht um klassisches Schulwissen, sondern um knifflige Fragen aus Wissenschaft und Alltagsleben. In den Antworten steckt eine Menge Witz. Es gibt zwei Teamkapitäne, Bernhard Hoëcker und Elton, die jeweils einen prominenten Mitspieler bekommen. Der Clou: Die Rateteams spielen um Bares für ihren Studioblock. Denn zu Beginn der Show müssen sich die Zuschauer im Studio entscheiden: "Schlage ich mich auf die Seite von Bernhard Hoëcker oder auf die Seite von Elton?" und sich hinter ihren Favoriten setzen.

HÖRZU: Eine leichte Wahl: Hoëcker gilt doch als allwissender Ratefuchs.

Kai Pflaume: Na, das war bei der Probe nicht immer so. Elton wird manche überraschen, der hat auch schon eine Menge Quizerfahrung.

HÖRZU: Wie sind Ihre weiteren Showpläne?

Kai Pflaume: Im Herbst kommen zwei neue Abendshows "Klein gegen Groß", das läuft extrem gut. Und wir bereiten gerade "Wo bist du?" vor, eine große Livesendung im Dezember, in der es um aktuelle Vermisstenfälle geht. Wir kümmern uns aber auch um Leute, die das Schicksal vor Langem getrennt hat, und versuchen, sie wieder zusammenzuführen. Die Sendung wird sehr gefühlvoll sein. Ich freue mich darauf, weil es eine Form des emotionalen Fernsehens ist, mit dem ich groß geworden bin und das die Zuschauer mit mir in Verbindung bringen.

HÖRZU: Woher kommen die Fälle?

Kai Pflaume: Vor allem von der Polizei. Oder aus sozialen Netzwerken. Dort gibt es zum Beispiel eine große Community, die "Deutschland findet euch" heißt. Wer jemanden sucht, kann uns auch direkt anschreiben über die Mailadresse wobistdu@ndr.de.

HÖRZU: Lösen sich die Vermisstenfälle immer?

Kai Pflaume: Nein, vieles erfahre ich ja erst während der Sendung. Das kann auch brisant werden. Stellen Sie sich vor, da sind Eltern, deren Tochter seit zwei Tagen verschwunden ist. Im Mittelpunkt steht nicht die Tätersuche, sondern immer das Gespräch mit den Angehörigen. Und die Hoffnung. Das wird eine Gratwanderung, deren wir uns sehr bewusst sind. Und das wird mich vor eine echte Herausforderung stellen.

HÖRZU: Eine noch härtere Herausforderung wird womöglich die Reihe, in der Sie sich mit todkranken Menschen treffen.

Kai Pflaume: Manchmal stößt man auf Themen, die man gern von sich weist, andererseits ist man extrem neugierig. Der Umgang mit dem Tod ist für viele tabu. Oft nimmt man sich gegenüber Kranken viel zu sehr zurück. Aus Angst, das Falsche zu sagen. In "Zeig mir deine Welt" treffe ich fünf Menschen, für die es absehbar keine Heilung gibt. Ich will diese Ausnahmesituation, die jeden treffen kann, erlebbar machen. Zeigen, dass Kranksein und das Wissen darum, sterben zu müssen, nicht zwangsläufig dazu führen, dass man keinen Spaß mehr hat oder teilnahmslos wird. Viele reden da mit, ohne sich wirklich damit auseinanderzusetzen.

HÖRZU: Wie haben Sie für dieses TV-Format die betroffenen Menschen gefunden?

Kai Pflaume: Wir sind noch in der Recherche, gesendet wird im Januar nächsten Jahres. Ich habe auch einen Aufruf über meine Facebookseite abgesetzt. Die Reaktion war enorm. Das hat mich noch mal bestärkt.

HÖRZU: Aber darf man mit Todkranken überhaupt Unterhaltung machen?

Kai Pflaume: Sich unterhaltsam mit dem Tod zu beschäftigen ist für viele natürlich ein krasser Gegensatz. Wir planen auch keine Surpriseshow mit Todkranken. Es geht vielmehr um Ehrlichkeit. Das heißt auch für mich, dass ich mich öffnen muss. Und wenn wir dabei den einen oder anderen letzten Wunsch erfüllen können und der Betroffene für den Moment vergisst, wie krank er ist, dann haben wir unser Ziel erreicht.

Autor: Sabine Ulrich