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Jonas Kaufmann

Mit Verdi kam 2006 der Durchbruch zum Weltstar: Nun wird dem Tenor Jonas Kaufmann
ein Echo verliehen. - Foto: © dpa

Jonas Kaufmann erhält einen Echo Klassik

Interview mit Jonas Kaufmann

Ehrung für Weltstar Jonas Kaufmann: Der deutsche Tenor erhält einen Echo Klassik für seine Verdi-CD.

Er ist ein internationaler Star und auf allen großen Opernbühnen der Welt zu Hause. Am 26. Oktober wird Jonas Kaufmann ein Echo Klassik (ZDF) verliehen – für seine CD "The Verdi Album". Aus diesem Anlass sprach HÖRZU exklusiv mit dem deutschen Startenor.

Interview mit Jonas Kaufmann

HÖRZU: Herr Kaufmann, was bedeutet dieser Preis für Sie?

Jonas Kaufmann: Er ist etwas Besonderes, auch weil es Vergleichbares in anderen Ländern gar nicht gibt. Die Gala ist obendrein eine schöne Möglichkeit, klassische Musik auf hohem Niveau zu präsentieren.

HÖRZU: Geehrt werden Sie für Ihre Verdi-CD. Wie wichtig ist der Komponist für Sie?

Jonas Kaufmann: Ich habe Verdi Entscheidendes zu verdanken. Mit seiner Oper "La Traviata" habe ich mein Debüt an der berühmten Met, der Metropolitan Opera in New York, gefeiert und 2006 meinen internationalen Durchbruch geschafft. Darüber hinaus hat mir seine Musik einen neuen Weg gewiesen.

HÖRZU: Können Sie das genauer beschreiben?

Jonas Kaufmann: Als junger Tenor habe ich eher leise gesungen und so, wie man sich einen "deutschen Tenor" vorstellt. Dank Verdi habe ich eine andere Technik entwickelt und dadurch letztlich meine Stimme entdeckt, so wie sie mir von Natur aus gegeben ist.

HÖRZU: Braucht man für Verdi als Sänger ein besonderes Gefühl?

Jonas Kaufmann: Ja, man braucht die Gabe, emotional zu
musizieren. Das kann man nicht lernen. Die italienische Mentalität ist mir nicht fremd. Ich war während meiner Kindheit mit meinen Eltern sehr viel in Italien. Und ich höre oft, dass ich gar nicht deutsch wirke.

HÖRZU: Wissen Sie schon, was Sie auf der Echo-Gala singen werden?

Jonas Kaufmann: Nein, vielleicht etwas von meiner neuen CD "Du bist die Welt für mich". Das sind Lieder aus dem Berlin der "Goldenen 20er-Jahre".

HÖRZU: Die werden oft als leichte Muse bezeichnet. Was halten Sie von der Unterteilung in U- und E-Musik, also in Unterhaltungs- und ernste Musik?

Jonas Kaufmann: Das ist eine absurde, verkopfte Einteilung. Auch Opern waren früher populär. Heute sagen wir zu populärer Musik Pop. Auch die Melodien der 20er-Jahre waren Ohrwürmer, die jeder kannte. Was leicht klingt, muss trotzdem mit Ernsthaftigkeit umgesetzt werden, damit es der kunstvollen Musik gerecht wird und authentisch ist.

HÖRZU: Mal abgesehen davon, dass es Ihr Beruf ist: Welche Bedeutung hat das Singen grundsätzlich für Sie?

Jonas Kaufmann: Es ist mein Lebenselixier. Musik ist eine Sprache, mit der man jedes Herz und jede Seele überall auf der Welt erreichen kann. Mit ihr kann man Gefühle ohne Worte ausdrücken. Die menschliche Stimme ist das natürliche Ur-Instrument – das Ideal, dem alle Instrumente nachempfunden sind.

HÖRZU: Wie viele Stunden singen Sie am Tag?

Jonas Kaufmann: Das hängt immer vom Programm ab, das gerade ansteht. Das können schon sieben bis acht Stunden sein. Ich lerne eigentlich immer neues Repertoire. Grundsätzlich versuche ich, meine Stimme stets pfleglich zu behandeln.

HÖRZU: Muss man zeitweilig auch mal schweigen, um die Stimme zu schonen?

Jonas Kaufmann: Bei einer angegriffenen Stimme mag das grundsätzlich sinnvoll sein. Aber ich kann das nicht. Ich habe große Probleme damit, meinen Mund zu halten.

Autor: Thomas Kunze