HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Der Hundeprofi in "Martin Rütter - Die große Tiershow".

Der Hundeprofi in "Martin Rütter - Die große Tiershow" bei der Auswilderung einer Bärin in Armenien. - Foto © RTL / Markus Grittner

Im TV: ''Martin Rütter - Die große Tierschau''

Interview mit Hundeprofi Martin Rütter

Hundeprofi Martin Rütter im HÖRZU-Interview über kluge Eichhörnchen, eine selbstbewusste Bärendame und seine neue Fernsehshow.


TV-Tipp

Freitag, 23.08.2013, 20:15 Uhr, RTL
"Martin Rütter - Die große Tierschau"; Mit Quiz, Promigästen, Filmen.
2. Folge: 27.9.2013, 20:15 Uhr, RTL


Er hat ein feines Auge für Hund und Halter – und deren Befindlichkeiten. Martin Rütter (43) ist der Deutschen liebster Hundeversteher ("Der Hundeprofi", Vox), der auch schwierige Herrchen und Frauchen erzieherisch an die Leine nimmt. Nun setzt RTL den Mann für alle Felle in "Martin Rütter – Die große Tiershow" (siehe TV-Tipp) auf die gesamte Tierwelt an. Im HÖRZU-Interview spricht Hundeprofi Martin Rütter über sein neues Fernsehrevier und die Frage, ob Tiere womöglich die besseren Menschen wären.

HÖRZU: Was erwartet die Fernsehzuschauer bei Ihrer neuen Sendung?

Martin Rütter: Es wird unterhaltsam, aber der Schwerpunkt liegt auf Information. RTL steht ja eher für reine Showunterhaltung wie bei "DSDS", aber in der Tiershow wird viel Wissen in Quizfragen und Filme verpackt. Mich reizt besonders, dass es nicht nur um den Hund geht, sondern um alle Tierarten.

HÖRZU: Brauchen wir noch eine Tiershow neben der "Großen Show der Naturwunder"?

Martin Rütter: Mehrere Krimis funktionieren ja auch im Fernsehen, warum nicht zwei gute Tiershows? Außerdem gibt es Unterschiede. So gehe ich selbst dahin, wo es wehtut, und wage mich teilweise mit kindlicher Begeisterung auf Neuland. Ich klettere in der Schweiz zu einem Bartgeierhorst und begleite den WWF bei der Auswilderung einer Bärin in Armenien. Andererseits sind meine Gespräche mit Tierexperten dann eher auf Augenhöhe.

HÖRZU: Was haben Sie von den Tieren gelernt?

Martin Rütter: Dass Tiere ihre eigene Ökonische nicht zerstören. Selbst Raubtiere fressen nie einen ganzen Bestand leer – instinktiv und nicht intellektuell gesteuert. Wir Menschen halten uns für überlegen, aber trampeln mit Füßen auf der eigenen Ökonische herum.

HÖRZU: Sind Tiere die besseren Naturschützer?

Martin Rütter: Bei Tieren ist der Gedanke an Umweltschutz nicht da, aber ihr symbiotisches System funktioniert. Als Junge liebte ich die Kindersendung "Willi Wipfel" mit dem Slogan: "Die Natur braucht uns nicht, aber wir die Natur". Diesen Ansatz will ich in die Show bringen.

HÖRZU: Was ist das Erfolgsrezept der Tiere – wenn der Mensch nicht stören würde?

Martin Rütter: In erster Linie das Prinzip "Survival of the fittest" nach Charles Darwin. Danach überlebt der, der am besten an seine Umwelt angepasst ist. Nicht unbedingt der Stärkste.

HÖRZU: Darwin war einer der Ersten, die Tiere als klug bezeichneten – damals ein Skandal. Sind wir immer noch zu arrogant?

Martin Rütter: Hierzulande nicht. Wir tendieren aber dazu, Tiere zu stark zu vermenschlichen, wenn etwa in der Zeitung steht: "Hund rettet ganze Familie", weil er in einem brennenden Haus alle wach gebellt hat. Der Hund denkt nicht kompliziert: "Ich muss jetzt meine Familie retten!" Er riecht etwas Neues und macht Rabatz. Alles andere sind "Lassie"-Fantasien.

HÖRZU: Trotzdem haben uns Hunde ihre Nase voraus. Wo sind uns Tiere noch überlegen?

Martin Rütter: Wenn wir einzelne Merkmale herauspicken, sprechen wir nicht von einer Überlegenheit an sich, sondern von einer Spezialisierung mit einer biologischen Funktion. Natürlich können einige Tiere vieles besser: Geparde rennen schneller als jeder Mensch, Haie schwimmen schneller als wir. Wir sollten uns allerdings nichts abgucken, weil das in Richtung Vermenschlichung ginge.

HÖRZU: Dennoch schauen sich Hund und Halter sehr wohl einiges voneinander ab.

Martin Rütter: Hund und Herrchen passen sich an, das stimmt. Aber das liegt daran, dass die beiden Sozialpartner sind. Trotzdem würde ich niemals sagen, Hunde wären bessere Menschen. Das entspricht nicht meiner Geisteshaltung.

HÖRZU: Was ist der größte Unterschied zwischen Mensch und Tier?

Martin Rütter: Wir können sehr vorausschauend planen. Natürlich legt ein Eichhörnchen einen Vorrat an für den Winter. Diese sensationelle Planung schafft nicht einmal der Staat. Trotzdem ist der Mensch von der reinen Intelligenzleistung und Flexibilität her weit überlegen.

HÖRZU: Welches Tier hat Sie sehr überrascht?

Martin Rütter: Die Braunbärin. Sie lebte in einem Gehege ohne Menschenkontakt. Ich dachte, sie würde vor uns fliehen. Aber sie blieb am Zaun sitzen, weil sie sich an der Spitze der Nahrungskette weiß. Dieses Selbstbewusstsein setzt Selbstreflexion voraus. Auch der Geruchssinn von Bären hat mich überrascht, der sogar Hunde übertrifft. Ebenfalls verblüffend: der Ortungssinn der fast blinden Amazonas-Delfine.

HÖRZU: Wenn Sie als Tier wiedergeboren würden – welches wäre das?

Martin Rütter: Ich glaube nicht an Seelenwanderung, aber im Gedankenspiel wäre ich ein Hund und würde dann gern bei mir leben, wo ich klare Regeln und Beschäftigung finde.

HÖRZU: Ihre Hündin Mina ist vor einiger Zeit gestorben. Denken Sie an eine Nachfolge?

Martin Rütter: Ja, aber es gibt noch kein konkretes Tier. Ich suche einen Hund, der nicht allzu klug ist, damit ihn meine Termine nicht stressen. Ein Border Collie wird es also nicht.


Rekorde der Natur
Meister der Anpassung: Wo Tiere überlegen sind.

Der explosive Sprint der Geparden
Keiner läuft schneller: Geparde hetzen ihre Beute mit bis zu 110 Stundenkilometern und würden Usain Bolt locker einholen. Der zweifache Olympiasieger erreicht in der Spitze rund 45 Stundenkilometer.

Die gute Orientierung der Delfine
Das Sonar der Delfine ist eines der besten Navigationssysteme der Natur: Amazonas-Flussdelfine haben die Augen zugunsten ihres Echolots zurückentwickelt und orientieren sich fast blind im trüben Nass.

Der Geruchssinn der Bären
Bären sind ähnlich wie Hunde Nasentiere. Ihr Geruchssinn ist dem des Menschen tausendfach überlegen. Sie wittern Beute kilometerweit und kommunizieren über Duftmarken.

Autor: Dagmar Weychardt