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Interview mit Horst Lichter

TV-Koch Horst Lichter verrät im Interview, welcher unglaubliche Zufall ihn berühmt
macht. - Foto: © picture alliance / Jazz Archiv

"Die Show meines Lebens"

Interview mit Horst Lichter

Neues Buch, neues Bühnenprogramm: TV-Koch Horst Lichter verrät zum Start seiner Tournee, welcher unglaubliche Zufall ihn berühmt machte.

Für Horst Lichter sind neue Ideen die Würze des Lebens. Stillstand ist nicht sein Ding. Kürzlich erst erschien sein neues Buch "Hier bin ich Mensch", in dem er seine liebsten Restaurants vorstellt, nun geht der TV-Koch mit seinem vierten Bühnenprogramm "Herzenssache" auf Tour. HÖRZU verriet er, dass es Dinge gibt, die ihm tatsächlich wichtiger sind als der Herd.

HÖRZU: Kamera, Küche und Karriere. Welches dieser drei großen Ks spielt in Ihrem Leben die größte Rolle?

Horst Lichter: Die drei Dinge hängen in meinem Leben so unglaublich eng zusammen. Ich fühle mich sehr wohl, wenn ich viele Menschen zum Lachen und Nachdenken bringe. Der Herd ist eigentlich nur das Medium. In meiner Ausbildung hatte ich einen Lehrmeister, der mir gezeigt hat, was Gastronomie ist: Menschen einen tollen Abend zu machen. Irgendwann kam aus Versehen die Kamera hinzu. Das alles hat meine Karriere in Gang gesetzt.

HÖRZU: Was reizt Sie so sehr an der Arbeit vor der Kamera oder vor Publikum?

Horst Lichter: Dass ich einfach viel mehr Menschen erreichen kann als in meinem Restaurant. Ich bin jemand, der eine Rückmeldung braucht.

HÖRZU: Zeichnete sich das früh ab? Gehörten Sie zu denen, die als Kind im gebastelten Pappfernseher moderierten?

Horst Lichter: Man darf nie vergessen, dass ich in einem kleinen Dorf aufgewachsen bin. Ich kannte niemanden, der beim Fernsehen gearbeitet hat. Das war so unwirklich, als käme jemand vom Mond. Davon habe ich noch nicht mal geträumt. Aber was ich schon immer und von Kindheit an war: der Clown – zu Hause und in der Schule. Weil ich es einfach liebe, wenn Menschen lachen.

HÖRZU: Sie selbst hatten in diesem Jahr einen berühmten TV-Auftritt, bei dem Sie nicht gelacht, sondern geweint haben: als Sie die GOLDENE KAMERA von HÖRZU gewonnen haben.

Horst Lichter: Ich habe so geweint, weil ich überhaupt nicht damit gerechnet habe. Sie wird deshalb auch zu einem zentralen Punkt in meinem Bühnenprogramm "Herzenssache", in dem ich aus meinem Leben erzähle. Es ist sozusagen die Show meines Lebens. Ich finde es so unglaublich, zu sehen, wo ich heute sein darf. Wenn ich überlege, wie ich angefangen habe – das glaubt mir keiner. Wenn man das heute sieht, lacht man Tränen!

HÖRZU: Was passierte damals genau?

Horst Lichter: An einem Ruhetag, als ich gerade dabei war, mein Lokal umzubauen, klingelte das Telefon. Ein Herr vom WDR war dran, der angeblich mein Stammgast war, und sagte: "Hallo, Horst! Ich möchte gern eine Fernsehsendung mit dir machen." Ich war mir sicher, dass sich ein Freund einen Scherz erlaubt hatte, und sagte, die könnten in einer Woche gern vorbeikommen. Eine Woche später klingelte dann tatsächlich ein Kamerateam an der Tür. Ich öffnete im Blaumann, weil ich wieder handwerklich zu tun hatte. In Windeseile habe ich alles organisiert: Es gab Birnen, Bohnen und Speck. Ich war so nervös, wusste vor der Kamera überhaupt nicht, wohin mit meinen Händen.

HÖRZU: Dieser legendäre Auftritt wird auch in Ihrem Bühnenprogramm zu sehen sein. Was erwartet uns da noch?

Horst Lichter: Ich erzähle von Dingen, die mir am Herzen liegen. Dazu gehört auch mein Lokal "Oldiethek". Ich lasse die Anfangszeiten aufleben und werde auch kochen. Der ganze Saal wird duften. Wir werden einige Zuschauer auf die Bühne holen, die mitessen können.

HÖRZU: Sie haben schon viele Prominente bekocht, auch Mick Jagger. Wie war das?

Horst Lichter: Oh, das war peinlich! Eine Plattenfirma hatte den ganzen Laden gemietet. Männer mit Knöpfen im Ohr checkten alle Räume. Dann kam ein Tross mit 15 Mann, und ich wusste nicht, wer der Promi ist. Als ich einen Kollegen fragte, guckte er mich entsetzt an: "Da hinten sitzt Mick Jagger!" Der saß nun also bei mir an Tischdecken, die Löcher hatten, und ich kochte für ihn auf einem Kohleofen. Das war unfassbar!

Autor: Mirja Halbig