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Nina Kunzendorf in Das Programm

Charakterkopf: Nina Kunzendorf. - Foto: © ARD Degeto/Christiane Pausch

Interview mit Nina Kunzendorf

"Ich mag Figuren, die man ergründen muss!"

TV-Star Nina Kunzendorf über ihre Rolle der kühlen Personenschützerin des LKA Ursula Thern im Thriller "Das Programm" (Mo., 4.1., Das Erste, 20.15 Uhr).

Interview mit Nina Kunzendorf

HÖRZU: Wie hat sich Ihr Bild über Personenschützer verändert, seit Sie Ursula Thern gespielt haben?

Nina Kunzendorf: Ich hatte nicht wirklich eineVorstellung von diesem Job – und schon gar keine über diejenigen, die sich in einem Zeugenschutzprogramm befinden. Was die konkrete Arbeit der- oder desjenigen ist, der Leute beschützt, damit habe ich mich im Vorfeld nicht beschäftigt.

HÖRZU: Was war der Reiz an der Rolle?

Nina Kunzendorf: Eine Zusage ist für mich gespeist von mehreren Punkten. Wenn viele Parameter zusammenkommen, dann sage ich zu. Dazu zählen natürlich die Rolle im Kontext eines guten Drehbuches, eine gute Regie und die Schauspielkollegen, mit denen ich zu tun habe. Ich mag Figuren, die man ergründen muss, weil sie ihre Seele nicht von Anbeginn an auf den Tisch legen – Figuren, die sich einem nicht sofort erschließen, weder mir als Schauspielerin noch dem Zuschauer. Zu meiner Rolle lässt sich sagen, dass Ursula Thern folgendem Leitsatz folgt: "So nah wie nötig, so weit wie möglich."

HÖRZU: Was ist damit gemeint?

Nina Kunzendorf: So weit wie möglich die emotionale Distanz zu denjenigen zu wahren, die man schützt und ihnen dennoch mit grosser Empathie und mit Einfühlungsvermögen zu begegnen. Es ist auch konkret, physisch gemeint: so nah sein, wie nötig, um effektiv schützen zu können, aber gleichzeitig Privatsphäre zu achten und vor allem nicht aufzufallen durch übertriebene Nähe.

HÖRZU: Haben Sie im Vorfeld des Drehs mit Personenschützern gesprochen, um sich auf die Rolle vorbereiten zu können?

Nina Kunzendorf: Nein, gar nicht. Ich hatte keinen direkten persönlichen Kontakt, aber wir sind einzelne Punkte durchgegangen und meine Fragen wurden weitergeleitet und beantwortet.

HÖRZU: Bekommen Sie ausreichend gute Drehbücher vorgelegt – oder ist noch Luft nach oben?

Nina Kunzendorf: Es ist immer und überall Luft nach oben. Ich kann mich nicht beschweren. Ich habe in den letzten Jahren und aktuell sehr schöne Arbeiten gemacht und auch jetzt schöne Projekte vor der Nase. Ich fühle mich privilegiert. Dennoch würde ich mir wünschen, dass mehr Zeit da ist und mehr Besonnenheit, um Bücher wirklich sorgfältig vorzubereiten – damit man mit mehr Ruhe und Zeit, aber weniger Druck, arbeiten kann.

HÖRZU: Inwiefern ist ein gutes Drehbuch der Dreh- und Angelpunkt für einen guten Film?

Nina Kunzendorf: Ein gutes Drehbuch ist nicht zu unterschätzen. Aus einem schlechten Drehbuch kann man vielleicht einen anständigen, aber nie wirklich einen hervorragenden Film machen. Für die Entwicklung eines guten Buches braucht es viel Sorgfalt und Zeit. Ich würde es toll finden, wenn es in Deutschland Writers Rooms gäbe. Es gibt mannigfaltige Vorbilder, aus denen man lernen könnte.

HÖRZU: Zum Beispiel?

Nina Kunzendorf: Etliche amerikanische Serien wie "Breaking Bad" oder "Homeland", um nur zwei zu nennen.

HÖRZU: Schlussfrage: In welchen Filmen werden wir Sie in 2016 noch sehen können?

Nina Kunzendorf: In "Ich bin dann mal offline", einer ZDF-Komödie. Ich spiele eine Mutter, die ihrer Familie 4-wöchiges digitales Heilfasten verordnet und sie damit an den Rand des Wahnsinns treibt.

Autor: Mike Powelz