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Goetz von Berlichingen Henning Baum

Henning Baum spielt im Ritterspektakel "Götz von Berlichingen" (RTL) den gleich-
namigen fränkischen Reichsritter. - Foto: © RTL / Carlo Rola

Ritterspektakel auf RTL

Historiendrama "Götz von Berlichingen"

Der berüchtigte Ritter Götz von Berlichingen als Held eines Fernsehspektakels auf RTL.

Schwerter klirren, Pferde trampeln, Köpfe rollen: Götz von Berlichingen, der sagenhafte Ritter mit der eisernen Hand, treibt wieder sein Unwesen – diesmal nicht im Mittelalter, sondern auf RTL. Seine Rolle übernimmt Henning Baum, gut bekannt als "Der letzte Bulle".


TV-Tipp

Do., 4.12.: "Götz von Berlichingen" - Ritterspektakel nach historischer Vorlage mit Henning Baum; RTL, 20.15 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


Allzu genau nimmt es der Spielfilm mit seiner geschichtlichen Figur allerdings nicht und ist eher lautstarker Actionklamauk als Historienepos. "Wir wollen ja kein Schulfernsehen machen, sondern mit einer spannenden Geschichte fesseln", so Baum.

Wer war Götz von Berlichingen?

Doch wer war der echte Götz? Todesmutiger Held oder grausamer Schurke? "Er soff und nahm sich die Frauen, ließ sich aber nicht verbiegen und kämpfte für Gerechtigkeit", beschreibt Baum seine Filmrolle. Tatsächlich führte Götz ein abenteuerliches Leben. So abenteuerlich, dass Johann Wolfgang von Goethe 1773 aus dem Raubritter einen Dramenhelden machte. Und ihm das drastische Zitat in den Mund legte: "Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsche lecken!"

Auch der historische Götz, geboren um 1480, war alles andere als zimperlich. Sein täglich Brot verdiente er mit Plünderungszügen und Geiselnahmen, zudem verdingte er sich als Söldner. Der Schicksalsschlag: Während einer Belagerung traf ihn eine Kanonenkugel. Seine rechte Hand musste amputiert werden. Für einen Ritter das Ende der Karriere – nicht so bei Götz. Ein Dorfschmied fertigte für ihn eine eiserne Prothese an, die ihn landesweit bekannt machte. Mit ihr konnte er wieder das Schwert schwingen – und damit über Kaufleute herfallen.

Auch im Spielfilm bekommt der Raubritter die Prothese angeschnallt. "Das ist ein Wahnsinnsding aus Eisen, zwei bis drei Kilo schwer", beschreibt Baum. "Damit zu kämpfen war eine echte Herausforderung." Sein buntes Treiben brachte Götz viele Feinde ein. Er wurde geächtet, landete im Kerker – und machte trotzdem weiter. Bis er 1525 im Bauernkrieg zu weit ging. Als Anführer der Aufständischen zog er mit dem wilden Haufen plündernd durch die Lande. Schließlich wurde er festgesetzt und musste versprechen, das Gebiet um seine Burg nicht zu verlassen – und nie wieder ein Pferd zu besteigen. Bis dahin hatte sich der Raufbold seinen Platz in der Geschichte gesichert. Die Ruhe schien Götz gutzutun: Er wurde 80 Jahre alt.

So funktioniert die eiserne Prothese

Hand ab, Prothese dran: Als Götz von Berlichingen seine rechte Hand verlor, konstruierte ein Schmied für ihn eine eiserne Prothese. Mit ihr ließen sich die Finger einzeln krümmen – eine technische Meisterleistung. Standard als Prothese waren zu der Zeit Metallhaken.

Autor: Manuel Opitz