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Vergleich Kleber Roth

Im TV-Vergleich lässt HÖRZU Claus Kleber (ZDF, r.) gegen Thomas Roth (ARD) antreten.
Foto links: © picture alliance / BREUEL-BILD
Foto rechts: © ZDF / Foto und Montage: Kerstin Bänsch

Wer präsentiert Nachrichten besser?

"heute-journal" vs. "Tagesthemen"

Wer präsentiert Nachrichten besser: ZDF oder Das Erste? Eine exklusive Inhaltsanalyse der Nachrichtensendungen "heute-journal" und "Tagesthemen" von HÖRZU.

Wer erklärt uns die Hintergründe der Weltpolitik verständlicher? Wer gibt den besten Überblick über den Tag? Wer wirkt vertrauenswürdiger: Thomas Roth (63), Kopf der "Tagesthemen" in der ARD, oder Claus Kleber (59), Moderator des "heute-journal" im ZDF? Um das zu klären, prüfte HÖRZU, wie sich die beiden Nachrichtenmagazine unterscheiden – inhaltlich und formal. Vom 12. bis 18. November nahmen wir das Angebot der beiden Sendungen genau unter die Lupe – mit überraschendem Fazit.

Wer hat mehr Exklusives?

Begrüßt werden die Zuschauer gleichermaßen freundlich von Roth und Kleber bzw. Caren Miosga (ARD) und Marietta Slomka (ZDF). Das ZDF-Team wählt dafür meist ein nüchternes "Guten Abend!", das Erste ein emotionaleres "Schönen guten Abend!". Auch der Überblick über die drei Hauptthemen des Tages wird anders aufbereitet: Das ZDF blendet seine Agenda schriftlich ein, während die Anchors im Ersten sie mündlich erläutern. Fazit: Die ARD versucht, mehr Nähe zum Publikum aufzubauen.

Die Aufmacher

In der Testwoche zeigte die ARD 31 große Berichte: einen mehr als das ZDF. Inhaltlich gab es vier Überschneidungen bei der Wahl der Topthemen: die Kometenlandung, Sterbehilfe, den G20-Gipfel und Merkels Kritik an Putin. An den verbleibenden Tagen jedoch wählten ARD und ZDF unterschiedliche Aufmacher. Zwei Beispiele: Am 14.11. präsentierte Roth eine Investigativreportage über das Innenleben des Islamischen Staates, das ZDF setzte auf die Verurteilung des Exmanagers Thomas Middelhoff. Bereits einen Tag später hatte die ARD erneut die Nase vorn: mit einem exklusiven Putin-Interview, das im "heute-journal" unter Angabe der Quelle sehr fair aufgegriffen wurde. Exklusive Geschichten produzieren jedoch auch die Mainzer: Marietta Slomka etwa entlockte Matthias Platzeck, dem Vorsitzenden des Deutsch-Russischen Forums, am 17.11. die Aussage, Russland vermisse Gespräche auf Augenhöhe. Trotzdem heißt es 2:1 für die ARD.

Die Themen

Auffällig: 20 von 30 Berichten wurden im ZDF von Reportern eingesprochen, nur zehn von Journalistinnen. Bei der ARD hatten weibliche Reporter die Nase vorn (16:15). Abgesehen von den Nachrichtenblöcken mit Heinz Wolf und Gundula Gause (ZDF) oder dem Team um den ARD-Chefsprecher Jan Hofer berichteten die "Tagesthemen" in der Testwoche am häufigsten über die Bereiche Ausland (8 Beiträge), Außenpolitik (7) und Gesellschaft (3). Das ZDF über Außenpolitik (9) sowie Gesellschaft, Ausland und Justiz (je 3). Das Zweite fokussiert sich also eher auf unser Land – oder den Blick Deutschlands auf die Welt.

Gesamtfazit: Das "heute-journal" bietet akribischen, professionellen Journalismus mit gutem Gespür für die Geschichten hinter großen Meldungen. Bei den "Tagesthemen" aber gibt es mehr Exklusives, mehr Meinung – und zum Abschied den freundlichen Wunsch: "Kommen Sie gut durch die Nacht!"

Der Vergleich im Überblick

"heute-journal"

- News Blöcke von Gundula Gause/ Heinz Wolf:
Sie beschäftigen sich meist mit dem Ausland (11 von 56 Beiträgen)

- Besonderheiten
Toll aufbereitete Hintergründe auf heute.de: etwa am 16.11. zur Bergung der abgestürzten MH370

- Fehler
In der Testwoche nur ein technischer, als die Regie einen angekündigten Justizbeitrag vergisst (12.11.)

- Fazit
Gute Themenwahl, exzellente Grafiken. Ein Beitrag wirkte banal (Erdogan & USA, 16.11.)


"Tagesthemen"

- News Blöcke vom Team um Jan Hofer:
Auch hier steht das Ausland im Vordergrund (8 von 37 Meldungen)

- Besonderheiten
Viel Zusatzinfo auf ard.de: etwa am 15.11. zum Putin-Interview. Manko: viel Eigenwerbung, z. B. für eine "Rosetta"-Doku (12.11.) und die Themenwoche "Toleranz" (15.11.)

- Fehler
In der Testwoche: keine!

- Fazit
Viel Exklusives, gute Kommentare, warm wirkendes Studio, aber viel Eigenwerbung

Autor: Mike Powelz