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Heino Ferch in Der Verlust

Nora (Ina Weisse) und Uli (Heino Ferch) sind nach dem Unfall paralysiert.
Foto: © ZDF/Marion von der Mehden

Exklusiv-Interview

Heino Ferch - Ein Mann am Wendepunkt

Schauspieler sind Meister der Worte. Ohne sie auszukommen ist eine Herausforderung. Selbst für Profis wie Heino Ferch.

Im Drama "Der Verlust" muss Heino Ferch verstummen. Ungewohnt für den TV-Star.

Die Story - "Der Verlust"

Im Drama "Der Verlust" (Mo., 5.10., ZDF, 20.15 Uhr) nach Motiven von Siegfried Lenz spielt Heino Ferch den Fremdenführer Uli Martens, der nach einem Hirnschlag nicht mehr reden kann. Parallel wird seiner Lebensgefährtin Nora (Ina Weisse) klar, dass es eine zweite Frau in seinem Leben gibt.

Interview mit Heino Ferch

Im Exklusiv-Interview mit HÖRZU spricht Heino Ferch über Krankheit, Doppelleben, den Tod und unsere Illusionen über die Liebe.

HÖRZU: Worauf genau bezieht sich der Filmtitel "Der Verlust?

Heino Ferch: Auf viele Ebenen. Natürlich auf die Stimme, aber auch auf die Selbstständigkeit. Martens liebt zwei Frauen, er führt heimlich ein Doppelleben. Als dieses während seines Klinikaufenthalts auffliegt, kann er sich nicht mehr verteidigen. Doch darin liegt auch eine Chance: Er lernt zuzuschauen, wie sich die Dinge entwickeln.

HÖRZU: Wie schwer war diese Rolle?

Heino Ferch: Es war eine spannende Aufgabe, einen Charakter darzustellen, der viele Freiheiten hat im Rahmen dessen, was nach einem Hirnschlag überhaupt noch möglich ist. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

HÖRZU: Uli Martens betrügt seine Geliebte und seine Lebenspartnerin. Kann so ein Doppelleben überhaupt gut gehen? Oder ist die Dreiecksbeziehung sogar eine moderne Form der Liebe?

Heino Ferch: Ich glaube, dass ein Doppelleben unglaublich stressig ist, weil es gilt, ein Geheimnis zu bewahren. Insofern ist das nichts für mich. Andererseits muss man sich auch vergegenwärtigen, dass unser modernes Bild von Liebe unseren Partnern sehr viel übermenschliches abverlangt: Sie sollen alle nur denkbaren Bedürfnisse erfüllen.

HÖRZU: Und das ist ziemlich schwer?

Heino Ferch: Es ist sogar wahnsinnig schwer, wirklich alles für einen anderen zu sein. Das kann ein einzelner Mensch im vollen Umfang gar nicht leisten. Ich kann mir vorstellen, dass sich manche Menschen in jemanden verlieben, der die fehlenden Bereiche abdeckt - so wie im Film. Viele haben ein Bild von der Liebe im Kopf, das darin besteht, einander treu zu sein, ein Leben lang zusammenzubleiben, die größtmögliche Schnittmenge von allem, was wichtig ist, abzudecken.

HÖRZU: Auch Schweres wie Krankheit und Tod. Wie gehen Sie diese Tabuthemen an?

Heino Ferch: Sehr bewusst und direkt! Die Themen sind nicht tabu, sondern werden ganz offensiv angepackt. Sie gehören zum Leben dazu.

HÖRZU: Der Film greift ein Buch von Lenz auf. Welche Autoren schätzen Sie noch?

Heino Ferch: Ich liebe Jonathan Franzen, und ich mag Günter Grass. Und Shakespeare!

HÖRZU: Im Fernsehen sehen wir Sie demnächst wieder gewohnt hart und herzlich?

Heino Ferch: Ja, am 14.10. zeigt Das Erste den Terrorthriller "Unterm Radar". Im Januar läuft Folge fünf der ZDF-Reihe "Spuren des Bösen", Titel "Liebe". Und ich drehe gerade "Kudamm '56", einen Dreiteiler über das Berlin der Nachkriegszeit.

Autor: Mike Powelz