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Harald Schmidt kehrt am 13.9. bei SAT.1 auf den Bildschirm zurück.

Harald Schmidt: "Ich habe Theater gespielt, ich habe alles probiert. Und am Ende wollen alle sowieso nur Late-Night von mir sehen." - Foto © SAT.1 / Anatol Kotte

"Die Harald Schmidt Show"

Harald Schmidt im Exklusiv-Interview

"Die Harald Schmidt Show" startet am 13. September auf Sat.1

Der König des Late-Night–Talks ist zurück – scharfzüngiger denn je. Harald Schmidt kehrt der ARD den Rücken und geht wieder bei Sat.1 auf Sendung, für mindestens zwei Jahre. Einen Vorgeschmack auf "Die Harald Schmidt Show", die am 13. September startet (siehe TV-Tipp), gibt er hier exklusiv in HÖRZU.

HÖRZU: Wie sieht Ihre neue Show aus?

Harald Schmidt: Wie die alte. Nach wie vor gehören mein Schreibtisch, die Helmut-Zerlett-Live-Band, Gäste und variierende Elemente dazu – und natürlich das Publikum.

HÖRZU: Wie hoch ist Ihr Gehalt bei Sat.1? Mehr als die neun Millionen Euro pro Jahr, die Sie bei der ARD bekommen haben?

Harald Schmidt: Ich dachte, es sei mehr gewesen! Im Ernst: Die gesamte Summe habe ich nicht im Kopf, weil ich so große Zahlen nicht lesen kann.

HÖRZU: Waren Sie dieses Geld wirklich wert?

Harald Schmidt ist sein Geld immer wert

Harald Schmidt: Absolut! Ich bin mein Geld wert, solange es jemand bezahlt.

HÖRZU: Selbstbewusste These. Darf man Sie eigentlich an Ihren Aussagen messen?

Harald Schmidt: Da halte ich es mit Franz Beckenbauer. Man hat auch schlechte Phasen, in denen man Interviews gibt. Da blubbert man manches heraus, was nicht wahr ist.

HÖRZU: Gilt das auch für dieses Interview?

Harald Schmidt: Nein. Aber ich kann doch nichts dafür, wenn irgendein Schreiber vom "Spiegel", der für Zeilenhonorar arbeitet, gleich alles druckt. Ich habe kapiert, dass ich gut beraten bin, wenn ich nichts anderes mache außer Late Night und ab und zu noch mal aufs "Traumschiff" – mehr muss es nicht sein.

HÖRZU: Wie bewerten Sie rückblickend Ihren Ausflug zur ARD?

Harald Schmidt: Die Zeit war schön. Was nicht funktionierte, war, das Publikum der "Tagesthemen" zu übernehmen. Es waren sieben fette Jahre mit einer gewissen Magerstufe. Homogenisiert.

HÖRZU: Ging es Ihnen nur ums Geldscheffeln?

Harald Schmidt: Völlig falsch. Geld verdient man eh. Was ist schon "mehr Geld" oder "weniger Geld"?

HÖRZU: Wie gut gefällt Ihnen das deutsche TV?

Harald Schmidt mag das deutsche TV

Harald Schmidt: Es ist gut – im internationalen Vergleich.

HÖRZU: Die deutschen TV-Nachrichten haben einen hervorragenden Ruf. Zu Recht?

Harald Schmidt: Ja, aber nur eingeschränkt. Ich las mal die 30-Seiten-Analyse eines Soziologen über die "Tagesthemen" – bezogen auf den Tag des Mauerfalls. Wenn Sie das lesen, schauen Sie nie mehr "Tagesthemen". Diese Analyse ist eine Filetierung und beleuchtet die Anmaßungen und den überheblichen Ton sowie die sinnlosen Bilder. Alles richtig!

HÖRZU: Freuen Sie sich auf Günther Jauchs neue Polit-Talkshow?

Harald Schmidt: Sehr. Ich glaube, er bringt etwas Neues und wird wohl den 5-Millionen-Schnitt von Anne Will hochtreiben. Wenn nicht, hätte man Will weitermachen lassen können.

HÖRZU: Wie sehr bedauern Sie Anne Will?

Harald Schmidt: Gar nicht. Sie hat einen super Sendeplatz bekommen und hätte auch im Sport wieder eine hohe Position haben können. Doch sie wollte lieber talken. Jetzt gibt es endlich ein Foto, auf dem alle Talk-Moderatoren der ARD gemeinsam zu sehen sind. Zuerst dachte ich, das sei eine Werbung für Fielmann.

Harald Schmidt über Oliver Pocher

HÖRZU: Wie gut gefällt Ihnen der Titel "Alle auf den Kleinen" für Oliver Pochers angekündigte RTL-Show?

Harald Schmidt: Das ist perfekt für ihn. Oli ist eines der großen Talente im deutschen TV. Wäre er es nicht, hätte ihn RTL nicht verpflichtet. Denn die holen auch sonst nur die Besten – etwa Marco Schreyl.

HÖRZU: Sind Sie ein Fan von Marco Schreyl?

Harald Schmidt: Ich? Wir haben nur denselben Friseur. Seit ich es weiß, ist es mir wurscht, was der im TV macht. Da ticke ich wie eine Hausfrau.

HÖRZU: Noch mal zu Oliver Pocher: In den Medien wurden Sie als Feinde bezeichnet.

Harald Schmidt: Wer nennt mich denn so? Nur Medienmagazine und Online-Journalisten, die im Arbeitszimmer schlafen. Es wird nicht gehört, was ich sage. An Pocher ist nur zu kritisieren, dass er zu viel Fruchtsaft trinkt, was ihn füllig macht. Er hat eine Plauze. Der trinkt 41 Maracujasäfte pro Abend. Das ist ein wenig langweilig.

HÖRZU: Darauf werden Sie ihn sicher liebevoll hingewiesen haben. Wie hat er reagiert?

Harald Schmidt: Er hat mich – wie immer bleich – unter seiner Baseballmütze hervor angeguckt und keine Reaktion gezeigt. Wirklich, das war so. Er saß da mit Adidas-Klamotten, die er sich umsonst aussuchen darf, und schaute mich mit relativ kleinen Äuglein an.

HÖRZU: Wer soll "Wetten, dass...?" übernehmen?

Harald Schmidt ist "Wetten, dass ..?" egal

Harald Schmidt: Das ist mir völlig schnurz. Ich gucke das schon seit Jahren nicht mehr. Entschuldigen Sie, ich habe das Alphabet relativ flüssig drauf und am Samstagabend anderes vor.

HÖRZU: Jörg Pilawa wird am häufigsten als Nachfolger gehandelt – aber auch oft als "Mann ohne Eigenschaften" kritisiert. Wie Kai Pflaume und Markus Lanz. Teilen Sie diese Einschätzung?

Harald Schmidt: Nein, da muss man unterscheiden. Pilawa ist eine große Nummer im deutschen TV. Kai Pflaume ist klug genug, sich realistisch einzuschätzen, und hält sich schon gefühlte 200 Jahre als Schwiegermutter-Typ. Und Lanz hat sich clever in der Ex-Kerner-Position festgesetzt. Ich glaube, viele ZDF-Zuschauer denken schon, Lanz sei Kerner.

HÖRZU: Was verpassen Sie im deutschen TV?

Harald Schmidt schläft beim "Tatort" ein

Harald Schmidt: Den "Tatort". Er ist eine tolle Einschlafhilfe. Ich schlafe nach zehn Minuten ein, wache kurz vor Schluss auf und sage: "Das war ja wieder eine Scheiße!"

HÖRZU: Ihre Meinung über das ZDF?

Harald Schmidt: Es hat mit Thomas Bellut einen Macher an der Spitze, der bereit ist, alles, was neu sein könnte, bei ZDF Neo unterzubringen – nach dem Motto: "Der ist gut und talentiert, nehmt den schnell raus beim ZDF und verschiebt ihn zu ZDF Neo. Nicht, dass den noch einer sieht!"

HÖRZU: Vielen Dank, Harald Schmidt, für das Interview.

Autor: Mike Powelz