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Szene aus dem Film Zwillingsbrüder (Schweden 2011).

Szene aus dem Film Zwillingsbrüder (Schweden 2011), eine Doku über ein ungleiches Brüderpaar. - Foto © Aktion Mensch

Motto: "Überall dabei"

Filmfest der Aktion Mensch

Das fünfte Filmfest der Aktion Mensch startet am 20.9. unter dem Titel „Überall dabei“. Bis 8.5.2013 zeigt es in 40 Städten sechs Spiel- und Dokufilme über die Inklusion von Menschen mit Handicap.

Wie fühlt es sich an, wenn das Leben keine Tonspur hat? Wenn man immer von Stille umgeben ist, sein Gegenüber zwar sieht, riecht, fühlt, aber nicht hört? Janine Rieger (33) und Daniel Meixner (41) können es nur erahnen, obwohl sie täglich auf der unsichtbaren Grenze zwischen dem Reich der Hörenden und der Gehörlosen balancieren. Als Gebärdensprachdolmetscher versuchen sie, zwischen beiden Welten zu vermitteln – mithilfe der Deutschen Gebärdensprache.

"Es ist ein wunderschöner, spannender Beruf", schwärmt Janine Rieger. "Mal sind wir früh um sieben im Einsatz, dann abends um 22 Uhr. Mal in Berlin, dann wieder in anderen Städten. Wir erleben etwa Podiumsdiskussionen, Teamsitzungen, Elternabende. Mal begleite ich eine gehörlose Schwangere, mal Studenten der Veterinärmedizin."

Ab 20. September sind Rieger und Meixner beim Filmfestival der Aktion Mensch aktiv. Unter dem Titel "Überall dabei" werden bis Mai 2013 sechs ausgewählte Filme gezeigt, in denen es um das Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap geht.


Filmfest der Aktion Mensch

Das fünfte Filmfest der Aktion Mensch startet am 20.9. unter dem Titel "Überall dabei". Bis 8.5.2013 zeigt es in 40 Städten sechs Spiel- und Dokufilme über die Inklusion von Menschen mit Handicap.

Blind (Südkorea 2011)

Film über eine Expolizeischülerin, die blind Morde aufklärt.

Zwillingsbrüder (Schweden 2011)

Doku über ein ungleiches Brüderpaar.

Rachels Weg (Australien 2011)

Doku über Prostituierte für Kunden mit Handicap.

Weitere Filme:
Deaf Jam (USA 2011): Doku über eine taube und eine hörende Poetrykünstlerin.
Die Kunst, sich die Schuhe zu binden (Schweden 2011): Komödie um ein Theaterprojekt mit geistig Behinderten.
Mensch 2.0 (Dtl./Schweiz 2012): Wie sieht das Menschenbild der Zukunft aus?


"Wir dolmetschen unter anderem die Diskussionsrunden im Anschluss an die Filme, organisieren und koordinieren die Dolmetschereinsätze während des Festivals in Berlin“, erzählt Daniel Meixner. Weder er noch Janine Rieger haben Gehörlose in Familie oder Freundeskreis. Bei beiden war es das Interesse an Sprache, das zum Studium an der Humboldt-Universität Berlin und zum Beruf des Gebärdensprachdolmetschers führte. Seit 2009 arbeiten Meixner und Rieger oft im Team.

"Abwechselndes Dolmetschen ermöglicht ein konstant konzentrierteres Arbeiten, vor allem bei Einsätzen von einer Stunde und mehr. Aber selbst das hilft nichts, wenn durcheinandergeredet wird. Generell ist viel Gesprächsdisziplin bei allen Beteiligten nötig", erklärt Meixner. Seine Kollegin ergänzt: "Oft sind es ganz banale Herausforderungen, die unser Beruf mit sich bringt. 37 Grad im Raum, aber man kann das Fenster nicht öffnen, weil man sonst wegen des Verkehrslärms nichts verstehen würde. Oder die Nase läuft, und man hat keine Hand frei." Die größte Herausforderung für alle ist jedoch das Miteinander von Hörenden und Gehörlosen: "Respekt, Toleranz, Offenheit: Das sollte hier, wie überall im Leben, ganz weit vorn stehen."

Autor: Nicole Stroschein