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Agatha Christie

Agatha Christie aufgenommen in ihrem Haus Greenway House in
Devonshire im Januar 1946. - Foto: © dpa - Bildarchiv

Die Krimi-Königin Agatha Christie

Eine Hommage zu ihrem 40. Todestag

Vorsicht, Hochspannung! Die britische Autorin Agatha Christie war immer für Überraschungen gut. In Büchern wie im Leben.

Reisender, kommst du nach London, so sei dir sicher, dass im Westend Agatha Christies "Mausefalle" gegeben wird. Das ist seit 1952 an jedem Abend der Fall. Und Weltrekord! Kein anderes Theaterstück läuft länger ununterbrochen.

Ihre Bühnenwerke haben die britische Autorin zu einer der meistgespielten Dramatikerinnen der Welt gemacht, von ihren 66 Kriminalromanen wurden weltweit mindestens zwei Milliarden Exemplare verkauft: Agatha Mary Clarissa Christie, geborene Miller, hat mit ihrer Art, Geschichten zu erzählen und verblüffende Wendungen aus dem Hut zu zaubern, offensichtlich einen Nerv getroffen - bei Menschen in aller Welt.

Vier Christie-Filmklassiker bei Arte

Die vier Christie-Filmklassiker, die jetzt aus Anlass ihres 40. Todestags an zwei aufeinanderfolgenden Montagen bei Arte laufen, beweisen das einmal mehr:

Mo., 4.1.:
"Tod auf dem Nil", 20.15 Uhr
"Das Böse unter der Sonne", 22.30 Uhr

Mo., 11.1.:
"Mord im Orient-Express", 20.15 Uhr
"Mord im Spiegel", 22.30 Uhr

Sie wollte Sängerin werden

Dabei hatte Agatha Christie ursprünglich eine Gesangskarriere im Sinn. Zwei Winter und einen Sommer verbringt sie in Paris, studiert Musik, übt sich im Singen und Klavierspielen. Es sind "vielleicht die glücklichsten Tage, die ich erlebt habe", schreibt sie in ihren Memoiren. Zurück in der viktorianischen Villa Ashfield in Torquay, dem beschaulichen Badeort, in dem sie eine behütete Kindheit verbracht hat, redet ihr Musiklehrer ihr eine Karriere als Sängerin aus. Dafür ermutigt ihre Mutter sie zum Schreiben.

Die belesene Agatha beginnt mit Kurzgeschichten, es folgt ein Roman. Der Erste Weltkrieg unterbricht die Idylle. Überstürzt heiratet sie ihren Verlobten, Archibald Christie, während seines Weihnachtsurlaubs 1914. Sie meldet sich als Krankenschwester, dann wird sie Apothekenhelferin. Dabei macht sie Bekanntschaft mit den Pülverchen und Giften, die später in 41 ihrer Romane und 24 ihrer 148 Kurzgeschichten zum Einsatz kommen sollen.

Rätsel um ihr Verschwinden

Ihr erster Roman "Das fehlende Glied in der Kette", das Debüt von Detektiv Hercule Poirot, erscheint 1920. Sechs Jahre später der Durchbruch mit "Alibi". Im selben Jahr verschwindet sie spurlos. Ihr verlassenes Auto wird an einer Kiesgrube entdeckt. Ihr Mann gerät in Mordverdacht. Nach elf Tagen wird sie in einem Hotel aufgespürt, wo sie unter dem Namen der Geliebten ihres Mannes eingecheckt hat. Ihr Ausbruch war offenbar eine Art Kurzschlussreaktion. Offizielle Lesart: Gedächtnisverlust.

Christie trennt sich von ihrem Mann, fährt mit ihrer Tochter Rosalind in den Orient, wo sie auf den Archäologen Max Mallowan trifft, der ihr zweiter Ehemann wird. Sie hilft ihm bei seinen Ausgrabungen, mit ihrer Gesichtscreme säubert sie die Funde. In den 50er- und 60er-Jahren genießt sie die Reisen mit ihrem Mann, ebenso ihren Ruhm, den Jubel bei Kino- und Theaterpremieren.

1971 erhält sie von der Queen den Adelstitel "Dame Commander of the Order of the British Empire". Dann wird sie zunehmend gebrechlich. Das Märchenleben der Krimiautorin neigt sich dem Ende zu. Einem sehr friedlichen.

Autor: Thomas Röbke