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"Die Verachtung" mit Michel Piccoli und Brigitte Bardot.

Am 18. Mai bei ZDF Kultur: "Die Verachtung" mit Michel Piccoli und Brigitte Bardot. - Foto © Ciné Classic

Mehr Vielfalt

Digital-Sender ZDF Kultur

"Die Verachtung" mit Michel Piccoli auf ZDF Kultur

Es war seine erste große Hauptrolle: An der Seite von Brigitte Bardot spielte Michel Piccoli 1963 in dem Kunstfilm "Die Verachtung" von Regisseur Jean-Luc Godard. Doch das Werk fiel beim Publikum durch. Es war wohl zu anspruchsvoll.

"Kultur ist immer etwas, das nur wenige Leute verstehen", sagt auch Modedesignerin Vivienne Westwood. Kultur ist und bleibt eben ein Programm für Minderheiten. Und Kenner. Das gilt natürlich auch fürs Fernsehen und dürfte kaum anders sein, wenn ZDF Kultur (wo "Die Verachtung" demnächst zu sehen ist, siehe Sendehinweis rechts) am 7. Mai startet und den bisherigen Theaterkanal ablöst.

Auch wenn die Verantwortlichen des Senders den Kulturbegriff sehr weit fassen und sich vom angestaubten Image des Vorgängers verabschieden möchten. "Der Theaterkanal hatte ein klassisches Kulturverständnis", sagt Programmchef Daniel Fiedler von ZDF Kultur. "Wir machen keinen Unterschied zwischen U und E, sondern wollen die Popkultur mit der Hochkultur versöhnen und haben ein spielerisches Verständnis von Kultur." Dabei will man bewusst polarisieren.

ZDF Kultur bietet täglich wechselnde Themenblöcke

Aber was genau bietet der neue Sender? Neben anspruchsvollen Filmen, etwa von Godard, sind täglich wechselnde Themenblöcke vorgesehen: Jazz am Montag, Theater und Tanz am Dienstag, Literatur am Mittwoch, Klassik und Oper am Donnerstag, Dokumentationen am Freitag. Massentauglich klingt das nicht. Katrin Bauerfeind, bekannt aus dem Late-Night-Talk "Harald Schmidt", wird mit ihrer Sendung "Bauerfeind“ eines der Gesichter von ZDF Kultur.

Auffällig ist aber das Angebot an interaktiven Sendungen, an Musik und Popkultur – ein klarer Hinweis darauf, dass man ein eher junges Publikum ansprechen will. Und da bietet der Sender ausgesprochen unkonventionelle Formate wie "Über den Dächern", wo Popmusiker auf Hochhaus- oder Fabrikdächern spielen – wie einst die Beatles. Die Sendereihe läuft in Zusammenarbeit mit dem Internet-Sender Tape.tv.

In der BBC-Show "Later with Jools Holland" spielen Bands alternative Versionen ihrer Songs. Die siebenteilige Doku "Seven Ages of Rock" beleuchtet die Geschichte der Rockmusik. Und samstags werden Konzerte übertragen: am 14. Mai eines der Foo Fighters, die mit ihrem Album "Wasting Light" gerade weltweit die Charts erobert haben. Das ungewöhnliche Programm hat seinen Preis: Für das laufende Jahr steht ein Etat von 12,5 Millionen Euro zur Verfügung. Der Theaterkanal musste mit acht Millionen Euro auskommen. Aber auch ZDF Kultur wird Wiederholungen senden, etwa TV-Formate aus den 70er-Jahren wie "Dalli Dalli" mit Hans Rosenthal, "Disco" mit Ilja Richter und die Serie "Der Bastian" – Kultur ist eben ein weiter Begriff.

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Digital-Kanäle des Ersten und Zweiten

Über Kabel, Satellit und DVB-T sind die Sendergruppen ARD Digital und ZDF Vision fast überall zu sehen.

ZDF Neo: Neues

Der Jungbrunnen des ZDF. Hier laufen innovative Formate, die man sich im Hauptprogramm des Zweiten nicht zu zeigen traut: moderne US-Serien wie "Dirty Sexy Money" mit Donald Sutherland und
Jill Clayburgh (siehe TV-Tipp rechts). Auch die hochgelobte Serie "Mad Men" erlebte hier ihre deutsche TV-Premiere. Klassiker wie "Raumschiff Enterprise" und "Miami Vice" ergänzen das Angebot. Außerdem laufen zahlreiche Popformate und die Talkshow "Stuckrad Late Night" mit dem Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre.

ZDF Infokanal: Infos

Tipps und Tricks, Nützliches und Wissenswertes aus den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft – all das bietet der Infokanal. Allerdings nur als Wiederholungen. Hier haben Dokumentationen und Magazine wie "Abenteuer Wissen", "Frontal" und "ML Mona Lisa" ihren festen Platz. Auch die Sendung von Maybrit Illner wird freitags und sonntags gleich zweimal erneut gesendet. Dazu liefert der Kanal aktuelle Informationen aus der "heute"-Redaktion.

ARD Digital plus: Service

Der Sender versteht sich als hochwertiges Serviceangebot. Die Themengebiete Gesundheit, Natur, Reise, Ernährung, Leben, Wissen und Technik sind Schwerpunkte des Programmangebots, das klassisches Bildungsfernsehen liefert. Sonntags bietet ARD Plus ab 17 Uhr einen dreistündigen Themenschwerpunkt, in dieser Woche zur Bretagne. Außer den Nachrichten der "Tagesschau" sind wochentags auch "ARD-Buffet" und "Planet Wissen" aktuell.

Einsfestival: Buntes

US-Serien wie "Taras Welten" (siehe TV-Tipp) und "Ally McBeal" sind genauso dabei wie die "Lindenstraße", Dokus und Shows der Marke "Inas Nacht", "Dittsche" und "Krömer". Hinter der Rubrik "Fernsehschätze" verstecken sich Sendungen, die jahrelang im Senderarchiv verstaubten. Aber es laufen auch zahlreiche junge Pop- und Rockformate. Und zu besonderen Anlässen gibt es Sonderprogrammierungen: wie am 18. Mai, wenn den ganzen Abend Udo Lindenbergs 65. Geburtstag vom Vortag gefeiert wird.

Eins Extra: Aktuelles

Die gesamte aktuelle ARD-Berichterstattung wird hier gebündelt: Wochentags gibt es im Viertelstundentakt Nachrichten sowie Hintergründe zu wichtigen nationalen und internationalen Ereignissen. Das Abendprogramm besteht aus Wiederholungen von Magazinen wie "Report" und "Panorama", Dokumentationen und Polit-Talkshows mit Anne Will und Frank Plasberg. Am Wochenende werden Themenschwerpunkte gesetzt wie etwa zu Vietnam und zum 100. Geburtstag des Schweizer Schriftstellers Max Frisch.

Autor: Thomas Kunze