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Dieter Hallervorden in Chuzpe

Rote Rosen für die Damen: Edek Rotwachs (Dieter Hallervorden) ist ein Kavalier alter
Schule. - Foto: © ARD Degeto/Tivoli Film/Julia Terjung

TV-Film "Chuzpe" heute zum Geburtstag

Dieter Hallervorden wird 80

Dieter Hallervorden wird 80 und spielt zum Geburtstag im neuen TV-Film "Chuzpe" die Hauptrolle. Mit HÖRZU sprach er exklusiv über sein Leben.

Edek will es noch einmal wissen. Der Holocaust-Überlebende wagt im hohen Alter einen Neustart in Berlin. An der Seite seiner neuen Liebe Zofia möchte er ein Restaurant eröffnen. "Er krempelt sein Leben noch mal um und will sich nicht fremdbestimmen lassen", erklärt Dieter Hallervorden. "Er hat die optimistische Grundeinstellung, dass sein Glas immer halb voll ist, nie halb leer."

Den Film "Chuzpe: Klops braucht der Mensch" (Sa., 5.9., 20.15 Uhr, Das Erste) schenkt sich Hauptdarsteller Hallervorden sozusagen zum Geburtstag: Am 5. September feiert er seinen Achtzigsten, nach "Chuzpe" zeigt Das Erste ein Porträt des Schauspielers und Komikers, der auf eine außergewöhnliche und wechselvolle Karriere zurückblickt
- deren Ende noch nicht absehbar ist.

Wenn Hallervorden im Exklusivinterview mit HÖRZU von Edek erzählt, dann klingt das, als spräche er über sich selbst. "Alt ist man, wenn man Freude an der Vergangenheit hat, aber nicht an der Zukunft. Das Gegenteil ist bei Edek der Fall. Er hat Freude an der Zukunft." Angst vor dem Alter kennt auch Dieter Hallervorden nicht. "Älter zu werden ist das einzig mir bekannte Mittel, um länger leben zu können. Und wenn man gern lebt, soll man das genießen." Ohne eine heitere Lebenseinstellung ist das nicht zu machen: "Wer länger Kind bleibt, lebt länger. In mir steckt viel Kind."

Die Karriere von Dieter Hallervorden

"Chuzpe" ist die Anerkennung für eine Karriere, die eine schöne Wendung genommen hat. "Endlich am Ziel", titelte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" über Hallervorden in dem Kinofilm "Sein letztes Rennen", der am 25. September auf Arte um 20.15 Uhr zu sehen sein wird. Darin spielt er den Marathonläufer Paul, der beweist, dass er zwar alt, aber trotzdem noch höchst lebendig ist. "Es ist der Film meines Lebens", sagt Hallervorden. Er spiegle seine Lebenshaltung wider: "Man muss einmal mehr aufstehen als hinfallen. Paul ist ein Kämpfertyp, der ein Ziel hat und niemals aufgibt. Da sind wir uns ähnlich. Er ist nicht zu stoppen."

Til Schweiger bot ihm danach die Hauptrolle für "Honig im Kopf" an, der 2014 zum Kinohit des Jahres wurde. Kritiker, die Hallervorden früher verrissen haben, feiern ihn nun. "Aus Didi ist Dieter geworden", sagt er. Als Witzfigur war Hallervorden in den 70er- und 80er-Jahren ein Star, wurde den Schatten aber lange nicht los. "Ich mag ihn, ich habe ihn ja selbst erfunden. Aber ich will nicht auf ihn reduziert werden."

Als er sich von Didi verabschiedete, war für Hallervorden als Schauspieler Sendepause, weil ihm TV-Redakteure keine anderen Rollen zutrauten. "Ich wusste ja schon seit der Schauspielschule, dass ich mehr kann als Kabarett und Comedy. Aber man muss die Chance bekommen, das zu zeigen." Zwar wollte er während seines Romanistikstudiums Dolmetscher werden, aber seine Berufung war dann doch die Schauspielerei.

1960 gründete er die Kabarettbühne Die Wühlmäuse, 2009 eröffnete er das Schlosspark Theater in Berlin. Eine Herzensangelegenheit, die viel Einsatz verlangt - vor und hinter der Bühne. Nur noch selten zieht er sich nach Frankreich auf seine Insel zurück, obwohl er den Großstadtlärm in Berlin nicht gut erträgt. Er hat viel zu tun, Ermüdungserscheinungen kennt Hallervorden jedoch nicht: "Wenn man sein Hobby zum Beruf hat, fällt es leicht."

Und deswegen ist auch kein Ende in Sicht: "Solange mich die Füße noch auf die Bühne tragen, Hirn und Sprechwerkzeug funktionieren und mich ein paar Leute sehen wollen, mache ich weiter."


Hallervordens Biografie

Eine Film- und TV-Karriere mit Humor: Seit 45 Jahren zeigt er viele Gesichter. Heute ist Dieter Hallervorden eine TV-Legende.

1970: "Das Millionenspiel"

Als Auftragskiller Köhler, der einen TV-Kandidaten jagt, spielt Hallervorden einen Verbrecher

Die 70er-Jahre: "Nonstop Nonsens"

Mit der Sketchshow gelingt Hallervorden 1975 im Fernsehen der Durchbruch als Komiker

Die 80er-Jahre: Kino

"Didi, der Doppelgänger" (1984) mit Ruth Maria Kubitschek war einer seiner großen Kinohits der 80er-Jahre

1996: "Verstehen Sie Spaß?"

Ein Jahr lang versteckte Kamera - dann kündigte er, weil er mit der Umsetzung unzufrieden war

2005: "Comedy Falle"

Auch für diese Sat.1-Sendung lockte Hallervorden (z. B. mit Janine Kunze) wieder Menschen in die Falle

2013: "Sein letztes Rennen"

"Das ist der Film meines Lebens", sagt er selbst, weil er seiner Karriere eine neue Richtung gab

2013: GOLDENE KAMERA von HÖRZU für das Lebenswerk

Hallervorden präsentiert die Auszeichnung mit Sohn Johannes

2014: "Honig im Kopf"

Hallervorden als Alzheimerkranker Amandus. Der Kinofilm hatte 6,25 Millionen Zuschauer

Autor: Thomas Kunze