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Fernsehanalyse

Exklusiv-Analyse: Welcher Kanal hat die meisten TV-Premieren, welcher nur Wiederholungen?
Foto: © picture alliance / blickwinkel/McPHOTO

TV-Analyse

Diese Sender zeigen die meisten TV-Premieren

Nichts als Wiederholungen! Im Sommer sogar zur besten Sendezeit! Immer öfter sind TV-Zuschauer genervt, wenn ihnen zum gefühlt tausendsten Mal steinalte Filme vorgesetzt werden – etwa "Dirty Dancing". Viele haben das Gefühl, es gebe kaum noch TV-Premieren. Aber stimmt das wirklich?

HÖRZU wollte es genau wissen und bat deshalb Uwe Mantel vom Medienmagazin dwdl.de um Unterstützung. Der Experte berechnet schon seit vielen Jahren, welche Sender die meisten Premieren in der Hauptsendezeit ausstrahlen, also von 20.15 Uhr bis Mitternacht. Seine Analyse überrascht.

Welcher Sender zeigt die meisten Erstausstrahlungen?

Platz 1: Das Erste, dicht gefolgt von Platz 2: ZDF

Laut Uwe Mantel liegen Das Erste und das ZDF im zurückliegenden Programmjahr mit 80 beziehungsweise 79 Prozent Erstausstrahlungen weit vorn.

Platz 3: RTL

In einigem Abstand folgt der Privatsender RTL: 70 Prozent TV-Premieren.

Die TV-Analyse

Der Experte Uwe Mantel: "Der Anteil an Erstausstrahlungen ist in fast jedem Monat bei ARD und ZDF am höchsten. Darüber hinaus unterliegen alle TV-Sender jahreszeitlichen Schwankungen, wobei diese bei Sat.1 besonders extrem ausfallen. Der Sender Kabel 1 hingegen kommt durch seinen geringen Anteil an Eigenproduktionen und viele Filme im TV-Programm auf den mit Abstand geringsten Frischeanteil."

Wie entstehen solche Berechnungen?

Der Experte: "Für den Frischeindex betrachten wir lediglich den Programmzeitraum zwischen 20.15 und 0.00 Uhr. Für jeden der acht großen frei empfangbaren Sender ermitteln wir auf der Basis von Quellen wie Sendeprotokoll und Senderangaben, wie viele der 225 Minuten dieses Zeitfensters mit Free-TV-Premieren oder Erstausstrahlungen bestückt wurden – im Umkehrschluss natürlich auch, welcher Zeitanteil mit Wiederholungen gefüllt war."

Und warum haben Das Erste und das ZDF die Nase vorn, während die Privatsender die hinteren Plätze belegen? Uwe Mantel: "Die öffentlich-rechtlichen Kanäle zeigen unter der Woche bis weit nach Mitternacht Erstausstrahlungen, etwa Nachrichten, Talks und Dokus. Die Privatsender jedoch geben den späten Abend immer mehr auf."

Einzige Ausnahme ist RTL: "Dort liegt der Frischeanteil in der Regel weit über dem von ProSieben und Sat.1."

Ganz weit hinten: Sat.1

Apropos Sat.1: Diesem Sender rät Mantel dringend, in TV-Premieren zu investieren. "Bei Sat.1 lief im Januar nur an acht Abenden eine Premiere. Das hat sich im Februar mit einer Serienoffensive komplett gedreht, doch schon im Mai wurde der Sender wieder auf den letzten Platz durchgereicht."

Laut dem Experten fehlt es Sat.1 momentan in fast allen Genres an Nachschub, um sein Programm ganzjährig gut zu bestücken: "Auch das ist ein Grund dafür, dass der Sender immer noch bei unter 10 Prozent Marktanteil festhängt."

"TV-Premiere = Erfolg"?

Aber nicht immer geht die Formel "TV-Premiere = Erfolg" auf. Mantel hat die Entdeckung gemacht, dass manche Sender auch mit Altware punkten: "Ein hoher Anteil an Erstausstrahlungen geht nicht immer mit höheren Quoten einher."

Autor: Mike Powelz