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Die Schlikkerfrauen auf Sat1

"Die Schlikkerfrauen" und ihr Chef. Foto: picture alliance/E54

Tragikomödie über die Schlecker-Pleite

"Die Schlikkerfrauen" wehren sich

Das darf ja wohl nicht wahr sein! Da hat man unbezahlt Überstunden geschrubbt, Kunden bezirzt, Regale gefüllt, den Laden in Schuss gehalten, war nicht nur Verkäuferin, sondern identifizierte sich mit der Firma, einer großen Drogeriekette. Und dann das: Ohne Vorwarnung kommt das Aus, die Märkte schließen, die Verkäuferinnen stehen vor dem Nichts.

Im Film heißen sie "Schlikkerfrauen" (Di. 30.9., 20.15 Uhr, Sat.1, s. auch TV-Tipps rechts). Was recht unverhohlen zeigt, wer die Vorlage zur Komödie lieferte: die Drogeriekette Schlecker mit ehemals 15.000 Filialen, die 2012 in die Pleite rauschte. Nicole Zocher, Ex-Schlecker-Frau und als Beraterin beim Dreh dabei, findet den Film trotz seiner Übertreibungen treffend: "Jeder Schlecker- Mitarbeiter wird sich zu 100 Prozent wiedererkennen."

"Die Schlikkerfrauen" beweisen Galgenhumor

Vor allem die Art, wie die Schlecker-Frauen abserviert wurden, sei nicht übertrieben: "Das war unmenschlich! Wir erfuhren aus den Medien, dass wir insolvent waren. Jeder aus der Führungsebene war sich selbst der Nächste, alles wurde auf dem Rücken der Frauen ausgetragen." Im Film, einer turbulenten Komödie mit reichlich Stars und Galgenhumor, wehren sich die Frauen, indem sie eher zufällig ihren Chef Theo Schlikker entführen, im Hinterzimmer festhalten und ihm sprichwörtlich die Hosen ausziehen.

Überzeugend: Annette Frier als alleinerziehende Mutter

Bei aller Komik bleiben genug Momente der Betroffenheit. Regisseur Uwe Janson, dem schon mit "Der Minister" eine gelungene Persiflage auf die Guttenberg-Affäre gelang, setzt ganz auf die Kunst seiner Stars: Katharina Thalbach, in "Der Minister" noch Frau Merkel, gibt die Anführerin in ebenso lautem wie verzweifeltem Berlinerisch. Annette Frier, bekannt als Armenanwältin "Danni Lowinski", ist beängstigend authentisch als überforderte alleinerziehende Mutter. Doch es ist, darauf besteht Janson, ein "Sozialmärchen", also bei aller Stimmigkeit nicht zur Nachahmung empfohlen.

Autor: Sabine Goertz-Ulrich