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Linda de Mol

Linda de Mol kehrt nach der "Traumhochzeit" mit einer neuen Show nach Deutschland zurück. / Foto: © Roy Beusker Fotografie

Die Konzepte im Vergleich

Die neue Show-Offensive im TV-Programm

Verliebt, verlobt, verheiratet – und aktuell auf dem Weg zur Scheidung: In der amerikanischen Quiz-Show "Splitsville" kämpfen in Trennung lebende Paare um den gemeinsam erworbenen Hausrat. Das Motto: Wer eine Frage richtig beantwortet, darf zuerst zwischen Ehebett und Sofa wählen. "Splitsville" ist eine ganz schön fiese Rateshow-Variante.

Im deutschen Fernsehen dagegen geht es noch vergleichsweise gesittet zu. Aber auch hier weht ab dieser Woche ein frischer Quiz- und Game-Wind quer durch die TV-Kanäle. Denn jetzt starten ARD, ZDF und Sat.1 eine große Unterhaltungs-Offensive und schicken drei neue Show-Konzepte in den Kampf um die Aufmerksamkeit der Zuschauer – und die Quote.

Dafür greifen sie tief in die Tasche, die Gewinnsummen sind stattlich: 100.000 Euro Siegprämie winken bei "Opdenhövels Countdown" (ab 12.4., 20.15 Uhr, Das Erste), 500.000 Euro bei Jörg Pilawas "Der Super-Champion 2012" (ab 14.4., 20.15 Uhr, ZDF). Und der Sieger von Linda de Mols Show "The Winner is …" (ab 13.4.,20.15 Uhr, Sat.1) geht sogar als Millionär nach Hause.

Doch die drei neuen Formate haben noch mehr gemeinsam: Sie setzen allesamt auf einen Mix von Elementen unterschiedlicher Show-Genres und kreuzen dabei klassische Wissensquizfragen mit körperlichen Spielen oder auch mit Castingshow-Elementen. Dahinter steckt ganz schlicht die Einsicht, dass mit der x-ten Variation von etwas Altbekanntem beim Publikum kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist.

"Wir müssen es schaffen, Spiele zu kreieren, die Zuschauer stärker beeindrucken", erklärt etwa Jörg Pilawa, der seine neue Show mit der eigenen Produktionsfirma "Herr P." produziert. "Gameshows funktionieren am besten, wenn die Zuschauer emotionalisiert werden. Und der Mix aus ‚Game and Brain’ ist ein Trend, der garantiert funktioniert – auch international."

Auch Matthias Opdenhövel sieht diesen Trend: "Seit geraumer Zeit ist der Spaß am Spiel wieder zu entdecken. Jetzt gibt es Geldgewinne immer öfter für sogenannte ‚bewegte Spiele‘ wie bei Schlag den Raab"

Einen zweiten, ebenfalls neuen Show-Typ nennt Jörg Pilawa "The Human Clock". Das Prinzip: "Mindestens zwei Kandidaten bilden ein Team. Während Kandidat A eine Leistung bringt, ohne schlapp zu machen, darf Kandidat B Punkte sammeln." Die erste Show dieses Typs wird von Pilawas ARD-Konkurrent Matthias Opdenhövel moderiert. In dessen neuer Show "Opdenhövels Countdown" geht es um Grips und Geschicklichkeit.



Matthias Opdenhövel moderiert eine neue Show mit Anleihen bei "Schlag den Raab". / Foto: © WDR/Thomas Leidig

"Opdenhövels Countdown" mit Matthias Opdenhövel

■ Das Konzept: Während die Uhr tickt, müssen vier Kandidaten in Gruppenspielen (Sport außerhalb des Studios) Teamspirit beweisen. Das füllt den Jackpot. Gemein: Nach jedem Teamspiel scheidet ein Mitglied per K.o.-Rate-Runde aus. Am Ende bleibt ein Finalist übrig, der den zuvor gefüllten Jackpot allein gewinnen kann – dafür muss er Quizfragen unter Zeitdruck lösen und gleichzeitig sportliche Aufgaben meistern.

■ Der Gewinn: Maximal 100.000 Euro.

■ Der Spannungsfaktor: Die Teamspiele funktionierten schon bei "Schlag den Raab". Und Quizkandidaten unter Zeitdruck schwitzen zu sehen ist zwar nicht neu, aber immer wieder spannend.

■ Erfolgspotenzial des Moderators: Sehr hoch. Matthias Opdenhövel war Moderator von "Schlag den Raab".

■ Unsere Prognose: "17 Meter" trifft "Schlag den Raab" – als 90-minütige Kurzversion. Kein revolutionär neues Konzept, doch die Kombi aus Action und Köpfchen hat was.

Sendehinweis: "Opdenhövels Countdown"
SHOW - Mit Grips und Geschicklichkeit gegen die Uhr
Start: 12.4., Das Erste, 20.15 Uhr


"Mein Motto heißt ‚Trödeln verboten’", verrät der Moderator HÖRZU. "Vier Kandidaten füllen einen Jackpot in Teamspielen unter Zeitdruck." Anschließend scheiden sie nacheinander in schnellen Quizrunden aus. Das Neue, so Opdenhövel, sei die Kombi aus "Body and Brain". Den Einwand, das klinge nach "Schlag den Raab light", kontert Opdenhövel: "Wir enden nach 90 Minuten – nicht erst um drei Uhr morgens!"

Deutlich mehr Zeit hat ZDF-Allzweckwaffe Jörg Pilawa für seine seine Suche nach dem "Der Super-Champion 2012": Die Show läuft über zwei Abende. Der Super-Champion muss mit geballtem Wissen fünf Koryphäen wie Hellmuth Karasek, Dirk Steffens oder Katrin Müller-Hohenstein in ihren Fachgebieten wie Literatur, Natur, Sport schlagen. Wer 25 richtig schwere Fragen korrekt beantwortet, wird mit 500.000 Euro belohnt.

Das ZDF setzt mit dem Konzept auf den Wissenstrend, legt dabei aber die Messlatte höher als bei "Wer wird Millionär?". "Wir haben drei Neuheiten in die Show eingebaut", wirbt Jörg Pilawa: "Erstens tritt ein David gegen fünf Goliaths an, zweitens erklimmt niemand die Frageleiter mit Glück – und drittens warten fünf Themengebiete auf die Kandidaten."



Jörg Pilawa sucht den "Super-Champion 2012". / Foto: © ZDF und Robert Grischek

"Der Super-Champion 2012" mit Jörg Pilawa

■ Das Konzept: Ein David gegen fünf Goliaths: Kandidaten treten nach und nach gegen fünf ausgewiesene Experten verschiedener Fachgebiete wie Medizin, Literatur oder Sport an. Jeden Experten muss er auf dessen Wissensgebiet schlagen, insgesamt gibt es 25 knifflige Fragen. Patzt der Kandidat, ist er aus dem Rennen – und der nächste potenzielle "Super-Champion" steigt in den Ring.

■ Der Gewinn: 500.000 Euro Siegprämie und der Titel "Der Super-Champion 2012".

■ Der Spannungsfaktor: Der Untertitel "Das härteste Quiz Deutschlands" ist schon mal eine Ansage: Wer hier antritt, kann nicht auf Glück setzen, sondern muss richtig was auf dem Kasten haben. Dass die Kandidaten nicht allein gegen einen "allwissenden" Moderator, sondern gegen prominente Experten spielen, ist ein zusätzlicher Reiz der Show.

■ Erfolgspotenzial des Moderators: Sehr hoch – Jörg Pilawa beschert dem ZDF mit seinen Quizsendungen ("Rette die Million!", "Das Superhirn") regelmäßig solide Quoten.

■ Unsere Prognose: Spannender Mix aus "Wer wird Millionär?" ab der 32.000-Euro-Frage aufwärts und "Der klügste Deutsche". Ausgewiesene Experten sowie der Mix aus Quiz und Spezialwissen bieten einen hohen Lernfaktor für das TV-Publikum. Die Crux: Gut möglich, dass es keinen Finalisten geben wird.

Sendehinweis: "Der Super-Champion 2012"
SHOW - Ein Quiz für echte Experten
Start: 14.4., ZDF, 20.15 Uhr


Genre-Grenzen sprengen will Linda de Mols neue Show "The Winner is …": Sänger A singt gegen Sänger B, das klingt zwar erst mal wie schnöde Castingshow, doch nach Popstars und -sternchen wird hier nicht gefahndet: "Es geht nicht darum, eine große Karriere zu starten, sondern reich zu werden", sagt de Mol.

64 Acts messen sich in acht Kategorien, ihr Auftritt ist aber nicht die einzige Herausforderung: Die Sänger müssen abwägen, ob die Jury für oder gegen sie stimmt – und anschließend "pokern". Glaubt ein Spieler schlechte Karten zu haben, kann er aussteigen und Geld kassieren. Will er im Rennen bleiben, riskiert er zwar den bisherigen Gewinn, wahrt aber die Chance auf einen weit höheren. Wer bis zum Finale als Sänger überzeugt und zudem gute Nerven hat, geht als Millionär nach Hause.

Ähnlich wie bei seinem Format "The Voice" hat Produzent John de Mol, der Bruder der Moderatorin, "The Winner is …" bereits in Holland erfolgreich getestet. Linda de Mol ist sicher, dass die Show auch hier ein Hit wird: "Mein Bruder hat einfach ein Näschen für Erfolg." Ob das stimmt und wer sonst den richtigen Riecher in Sachen Show hatte, werden die ersten Quoten zeigen.



Linda de Mol kehrt nach der "Traumhochzeit" mit einer neuen Show nach Deutschland zurück. / Foto: © Roy Beusker Fotografie

"The Winner is …" mit Linda de Mol

■ Das Konzept: In acht Kategorien (z. B. Kinder, Erwachsene 40+) treten Sänger in K.o.-Battles gegeneinander an. Wer das Urteil der Jury richtig einschätzt, steigt aus und kassiert oder erreicht die nächste Runde.

■ Der Gewinn: Von Runde zu Runde steigt die Gewinnsumme. Wer widersteht und es bis ins Finale schafft, hat die Chance auf eine Million Euro.

■ Der Spannungsfaktor: Spannung entsteht aus dem Zwiespalt der Kandidaten: Nehme ich das schnelle Geld oder vertraue ich auf meine Stimme und wahre die Chance auf die Million?

■ Erfolgspotenzial der Moderatorin: In den Niederlanden ist Linda de Mol ein Quotengarant. Bei uns feierte sie in den 90ern Erfolge mit "Traumhochzeit". Ob sie heute auch das junge Publikum erreicht?

■ Unsere Prognose: "The Voice" meets "Geld oder Liebe": Endlich keine 08/15-Castingshow, bei der sowieso kein Star geboren wird. Hier geht’s ehrlich nur um die Kohle.

Sendehinweis: "The Winner is ..."
Talent-Game-Show mit Linda de Mol
Start: 13.4., Sat.1, 20.15 Uhr


Doch selbst wenn eine der Shows floppt – die nächsten sind schon in der Pipeline. Pilawa startet eine Neuauflage von "Der große Preis", einen "Bildungs-Test" und eine "Versteckte Kamera" mit Gewinnmöglichkeiten. Und Opdenhövel verspricht "Brot und Spiele", ein Promi-Wagenrennen, gepaart mit Wissenselementen. Die Show-Offensive geht weiter. Und "der Mix macht’s" scheint aktuell das Erfolgsmotto zu sein.

Autor: Mike Powelz/Jasmin Henning