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Weihnachtsserie Die Musketiere

Die unberechenbare Milady (Maimie McCoy, li.) benutzt Constance (Tamla Kari) als
lebendes Schutzschild. - Foto: © ARD Degeto/BBC 2013

Vier Kerle für den König

"Die Musketiere"

Wer kennt es nicht, das Motto der Musketiere, der wohl berühmtesten Verfechter von Loyalität und Freundschaft? Doch ausgerechnet einer von ihnen scheint wenig textsicher zu sein: "Jeder für sich allein!", lautet Aramis’ Ansage, als sein Kumpel D’Artagnan in die Fänge der Roten Garde des Kardinals gerät.

Wegen verbotenen Duellierens wird der junge Hitzkopf festgenommen, und Aramis, Athos und Porthos suchen das Weite – wir hatten diese Helden aus den Romanen von Alexandre Dumas irgendwie anders in Erinnerung … Aber selbstverständlich lässt das Trio ihren Musketier-Anwärter nicht allein. Der Fünfteiler "Die Musketiere" (ab 21.12., 21.45 Uhr, Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts) spielt nur geschickt mit den Erwartungen der Zuschauer.

"Dr. Who" als Kardinal Richelieu

Die große BBC-Produktion sorgt über die Weihnachtstage für Abenteuer und Action. Sie versetzt uns ins Paris des Jahres 1630, wo Kenner der Romane neben den Titelhelden auf bekanntes Personal treffen: den zwielichtigen Kardinal Richelieu – hier verkörpert vom neuen "Dr. Who" Peter Capaldi – und seine gefährliche Agentin Milady de Winter. Oder die schöne, verheiratete Constance Bonacieux, in die sich D’Artagnan verliebt. Die Grundkonstellation bleibt, doch die Figuren erleben neue Abenteuer. So bricht D’Artagnan nicht wie im Buch nach Paris auf, um Musketier zu werden – stattdessen begleitet er seinen Vater dorthin und muss miterleben, wie der von einem Mann, der sich als Musketier Athos ausgibt, getötet wird.

Bevor die vier als Team für das Gute kämpfen können, gilt es also, ein Missverständnis auszuräumen und den wahren Täter zu fassen. "Ich fände es interessant herauszufinden, ob die Zuschauer den Romaninhalt von dem unterscheiden können, was wir hinzugedichtet haben", sagt Jessica Pope, die ausführende Produzentin. "Athos ist etwa durch seine schmerzhafte Beziehung zu Milady de Winter geprägt. Diese Geschichte wird im Buch nicht allzu ausführlich erzählt, also haben wir noch einiges hinzugefügt."

Aufwändige Ausstattung, trainierte Akteure

Manch abgedroschene Szene – Aramis muss zu Beginn aus dem Bett seiner Geliebten türmen und baumelt am Fenstersims – wird durch merklichen Aufwand bei Ausstattung und Action wettgemacht. Vor den Dreharbeiten bei Prag hatten die vier Hauptdarsteller genügend Zeit, sich für ihre kernigen Auftritte die Haare wachsen zu lassen und ein Bootcamp mit Reit-, Fechtund Stuntlehrer zu durchlaufen. "Außerdem lernten sie Fitnessübungen, Yoga- und Entspannungstechniken sowie Stretching – und wie man sich während der siebenmonatigen Drehzeit gesund ernährt", erzählt Produzent Colin Wratten. "Die Jungs sind in 85 Prozent der Szenen zu sehen. Wenn sie einmal nicht vor der Kamera standen, haben sie nebenan für eine Kampfszene geprobt, die in zwei Tagen auf dem Drehplan stand."

"Die Musketiere": Zweite Staffel startet 2015 im britischen TV

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn es in "Die Musketiere" längst nicht so blutig und textilfrei zugeht wie in den Historien-Serien der letzten Jahre. Das lässt den Fünfteiler etwas überholt wirken, ist aber wohl der frühen Sendezeit im britischen TV geschuldet. Dort startet Anfang 2015 bereits die zweite Staffel – doch ein Musketier wartet auch auf die deutsche Ausstrahlung: Der Aramis-Darsteller Santiago Cabrera lebt in Berlin und freut sich schon darauf, die Abenteuer zusammen mit Frau und Familie zu gucken.

Autor: Dirk Oetjen